Musik

16.03.2015

Virtuoses Konzert

Edith Lehner und Norbert Neunzling mit Saitenspuren in Peterswörth

Ein großartiges Gitarrenkonzert boten „Saitenspuren“ mit Edith Lehner und Norbert Neunzling kürzlich im Bürgersaal in Peterswörth. Schon der Auftakt mit „Sanzen-in“ zeigte, wie feinfühlig das Duo die Intention des Komponisten, einen Tempelrundgang in Kyoto musikalisch zu beschreiben, umsetzte. Melodisch ins 19. Jahrhundert entführten „Saitenspuren“ die Zuhörer im Anschluss mit Ferdinando Carullis Andante und Rondo aus „Trois petits Duos op. 146“. Der Sprung zurück in die Moderne gelang den Gitarristen sodann glänzend mit einem Auszug aus „Guitarcosmos“ von Reginald Smith-Brindle.

Edith Lehner und Norbert Neunzling verstanden es, betont zurückhaltend interpretierend, die Klanggemälde der Komposition hervorragend herauszuarbeiten und dabei die Farben akzentuiert erklingen zu lassen. Fast melancholisch werdend – trüb wie das Wetter, aber mit Lichtblicken. Und auch bei Sérgio Assads „Suite Summer Garden“ zeichneten „Saitenspuren“ den Inhalt der Komposition mit einer spielerischen Leichtigkeit, aber auch voll sich ins Thema vertiefend, mit ihren Gitarren in den Raum. Nahtlos setzte sich die hervorragende Interpretation von Lehner und Neunzling bei der „Water Music“ von Carlo Domeniconi, in der Wasser in seinen vielfältigen Formen beschrieben wird, fort, und stellte die große Harmonie des Duos eindrucksvoll unter Beweis. Ins 19. Jahrhundert ging es mit einer Opernbearbeitung von Johann Kaspar Mertz. „Saitenspuren“ präsentierten meisterlich eindrucksvoll die Ouvertüre und leiteten glänzend zu den Arien über.

Mit „Gloomy Light“, gleichzeitig dem Titel für den Abend, ging es im zweiten Teil mit zeitgenössischer Musik von Roland Dynes weiter. Düsteres Licht für Gitarren auf Saiten gesetzt und von Edith Lehner und Norbert Neunzling grandios gespielt, wie auch das folgende „il funghetto“ und „Clown blanc“ mit einem außergewöhnlichen Schlussakkord. Auf dem Programm standen daneben das Larghetto und Rondo-Allegretto aus „Trois petits Duos op. 146“ von Ferdinando Carulli. Die Stücke wurden zu einem fein abgestimmten Klangerlebnis, einem perfekten Zusammenspiel zweier herausragender Könnern an ihren Gitarren.

„Comme rivière“ von Claude Gagnon bildete den Schlusspunkt eines mit lang anhaltendem Beifall belohnten virtuosen Gitarrenkonzerts mit „Saitenspuren“. Nochmals zeichneten Lehner und Neunzling die Klänge eines Flusses in seinem Lauf nach, bevor sie mit einer vom Publikum geforderten Zugabe dieses Gitarrenkonzert der Extraklasse beendeten. (pm)

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