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Konzert

12.11.2018

Vokaler und instrumentaler Lobpreis

Kirchenmusiker Michael Finck (Bildmitte), die Solisten (von links) Anne-Kathrin Abel (Sopran), Iris Lutzmann (Alt), Christian Zenker (Tenor) und Jinuk Kim (Bass), das Schulorchester Sinfonietta des Humboldt-Gymnasiums Ulm und ein Gesamtchor aus vier vereinigten Sängerensembles boten eine überragende Leistung bei der Aufführung der D-Dur-Messe von Antonín Dvořák im Martinsmünster.
Bild: Gernot Walter

Stiftskantorei, Chorios, Bona Voce und der Kirchenchor St. Martin gestalteten im Martinsmünster mit Solisten und Orchester erhebend die D-Dur-Messe von Antonín Dvořák

Die D-Dur-Messe für Solisten, Chor und Orchester aus dem Jahre 1892 von Antonín Dvořák ist ein einzigartiges Meisterwerk spätromantischer sakraler Musik. Diese Messe wurde zwei Tage vor der Weihe der sanierten Albertus-Magnus-Orgel im Martinsmünster konzertant aufgeführt. Es war erhebend und beglückend zugleich, zu erleben, wie sich vier einheimische Chöre zu einem Gesamtchor von über 120 Mitgliedern vereinigten und mit Solisten und dem Sinfonietta-Orchester aus Ulm musizierten. Der verdienstvolle Kirchenmusiker Michael Finck hat die Stiftskantorei Medlingen-Gundelfingen, Chorios aus Gundelfingen, Bona Voce vom Bonaventura-Gymnasium Dillingen und den Kirchenchor von St. Martin zu einer geschulten Einheit gefügt, bei der die jugendlichen Stimmen in der Mehrzahl waren. Der Gesamtchor agierte ausgewogen, aufmerksam, mit beachtlichen Decrescendi und gewaltigen Steigerungen. Frappierend, wie sich die Stimmgruppen mischten und dennoch auch für sich stets prägnant und kompakt blieben. Es entstand eine geschlossene Aufführung, die gezielt die Höhepunkte herausarbeitete und auch als Dialogpartner zur Solistin großartige Tutti heraufbeschwor. Die dynamische Ausformung vom leisesten Piano zur großen Forte-Entfaltung beeindruckte tief.

Der farbige Orchestersatz, die erlesene Stimmführung, die Herausarbeitung des Ausdrucks lag bei der Sinfonietta aus dem Humboldt-Gymnasium Ulm. Das jugendliche Kammerorchester imponierte durch einen straffen Streicherklang, ausgezeichnete Bläser und Pauke; mit dabei an der Riefle-Ersatzorgel mit feinem Benediktus-Solo Alexandra Finck. Das renommierte Schülerorchester stellte sich in den Dienst ihrer wichtigen Begleitfunktion. Es harmonierte sehr gut mit den Solisten und dem Chor, ausgeprägtes Rhythmusgefühl und Transparenz sorgten für eine stringente Werkdeutung. Das Solistenquartett glänzte durch stimmliche Leuchtkraft und klare inhaltliche Ausdeutung. In ruhiger Schlichtheit ohne sentimentale Vermischung Anne-Kathrin Abel, die mit ihrer Sopranstimme die Aufschwünge in subtiler Schönheit gestaltete. Vollkommen unangestrengte Souveränität war der Altistin Iris Lutzmann zu eigen, die voller Wärme ihre berückende Innigkeit der Tongebung mit natürlicher Eleganz verband. Der Tenor Christian Zenker verstand es, mit Präzision und strahlender Höhe homogen die Melodien auszubreiten. Instrumental führte der Bassist Jinuk Kim seine kraftvolle Stimme.

So ereignete sich ein stimmlicher und instrumentaler Lobpreis, der in seiner Klarheit, Schönheit, Klangwirkung und Interpretation die Zuhörer bewegte und zu großem Beifall animierte. Stadtpfarrer Raffaele De Blasi hatte die zahlreichen Besucher auf das kirchenmusikalische Erlebnis eingestimmt und die Direktoren der beteiligten Gymnasien aus Dillingen, Franz Haider, und Ulm, Klaus-Michael Zinnecker, begrüßt.

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