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Vortrag

06.04.2017

Von der Präimplantations-Diagnostik bis zur Sterbehilfe

Weihbischof Anton Losinger sprach in Dillingen über die Fortschritte der Biomedizin und Genetik. Sie werfen ethische Fragen auf. Losinger wies auch auf die Stellungnahmen des Deutschen Ethikrats hin, die im Netz abrufbar sind.
Bild: Hermann Müller

Weihbischof Anton Losinger spricht in Dillingen über Fortschritte der Biomedizin und Genetik. Sie fordern die Gesellschaft zu schwerwiegenden Entscheidungen

Die Fortschritte der Biomedizin und Genetik werfen ethische Fragen auf, die die Gesellschaft und die Politik, aber auch Einzelne zu schwerwiegenden Entscheidungen herausfordern.

Um sich über diese Problematik kundig zu machen, hatte die Fachakademie für Sozialpädagogik den Augsburger Weihbischof Dr. Dr. Anton Losinger als Referenten in die Aula des Bona eingeladen. Als langjähriges Mitglied des nationalen Ethikrates und weiterer Ethik-Kommissionen verfügt er wie kaum ein anderer über die umfassende Kompetenz, den neuesten Stand der wissenschaftlichen Entwicklungen und ethischen Debatten darzulegen und im Gespräch wegweisende Stellungnahmen herauszuarbeiten.

Akademieleiter Werner Eitle verwies einführend darauf, dass seine Studenten selbst eine Liste von Themen zur Erörterung und Diskussion erarbeitet und dem Referenten vorweg übermittelt hatten. Losinger fand aber volles Verständnis dafür, die zeitaufwändige Behandlung der Komplexe „Organspende/Hirntod“ und „Tierethik“ auszuklammern und sich in einem „Schnelldurchlauf“ mit folgenden Schwerpunkten zu befassen: In-vitro-Fertilisation (IVF), Präimplantations- und Pränataldiagnostik (PID bzw. PND) und schließlich das Problemfeld „Lebensende“.

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Dazu bot er dann auch in höchster (fach)sprachlicher Präzision eine dicht gepackte Fülle von Informationen und Reflexionen, deren Bedeutsamkeit er an vielfältigen konkreten Fällen aus der Lebenspraxis aufzeigte.

Um einige zu nennen: die außerkörperliche Zeugung von Embryonen, möglicherweise auch durch totipotente Stammzellen und eventuell von homosexuellen Partnern stammendes Erbgut; das Klonen; die Leihmutterschaft; das Einfrieren von Eizellen, um sie erst zu einem späteren Wunschtermin befruchten zu können; die „Verwerfung“ (schönfärberisch für Tötung) überzähliger und/oder „nicht optimaler“ Embryonen.

Das Lebensende betreffend klärte der Referent die gravierenden Unterschiede zwischen aktiver und indirekter Sterbehilfe, also zwischen gezielter, beabsichtigter Tötung und einer Lebensverkürzung, die bei einer palliativen Schmerztherapie unter Umständen in Kauf genommen wird. Entschieden wies er die kommerziell – etwa von den Firmen „Dignitas“ oder „Exit“ – betriebene Suizidbeihilfe zurück und setzte ihr die Arbeit der Hospize entgegen, die eine menschenwürdige Begleitung im Sterbeprozess und einen versöhnten Abschied vom Leben ermöglicht. Generell warnte Losinger davor, dass biomedizinisch-genetische Techniken und Maßnahmen allzu leicht in den Dienst finanzieller Interessen gestellt werden können.

Nach dem Vortrag moderierte Kurt Wörrle das Gespräch der angehenden Sozialpädagog(inn)en mit dem Referenten. Es wurde gern genutzt, manche der zuvor angesprochenen Fragestellungen noch zu vertiefen und zu erweitern. Für eine spätere eingehendere Beschäftigung damit gab der Weihbischof den Tipp, sich die gedruckten „Stellungnahmen“ des Ethikrats zu einzelnen Themen kostenlos zu besorgen, beziehungsweise sie aus dem Internet herunterzuladen.

Reicher Applaus zum Abschluss zweier hochinteressanter, gewinnbringender Stunden.

Die Stellungnahmen des Deutschen Ethikrats sind im Netz abrufbar unter

www.ethikrat.org/publikationen.

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