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12.07.2010

Von der Zusam an den Mkomazi River

Jessica Wink aus Unterschöneberg arbeitet ab Ende August ein Jahr lang freiwillig in einem Waisenhaus in Südafrika. Foto: Helene Weinold-Leipold
Bild: Helene Weinold-Leipold

Unterschöneberg Fünf Wochen lang war Südafrika als Austragungsort der Fußballweltmeisterschaft in aller Munde. Wenn die Sportler und Fans längst wieder heimischen Boden unter den Füßen haben, geht für Jessica das Abenteuer Südafrika erst los: Die 22-jährige Arzthelferin aus dem Altenmünsterer Ortsteil Unterschöneberg arbeitet ab Ende August ein Jahr lang ehrenamtlich im Übergangswaisenhaus Simphiwe in Richmond, einer Kleinstadt am Mkomazi River in der Provinz KwaZulu-Natal zwischen Durban und Pietermaritzburg.

Afrika war schon immer ihr Traum

"Afrika ist seit jeher ein Traum für mich", sagt die junge Frau: "Die Menschen dort, die Kultur - all das finde ich sehr interessant." Dass sie einige Zeit im Ausland leben und arbeiten wollte, stand für Jessica Wink seit Langem fest, und Afrika war ihr Wunschziel. Ob sie dort auch eine Stelle als freiwillige Helferin bekommen würde, war nicht von Anfang an klar. Seit Januar bemüht sie sich über "Weltwärts", den entwicklungspolitischen Freiwilligendienst des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, um einen Platz in einem der zahlreichen Projekte in aller Welt, hat Bewerbungen geschrieben, Auswahlverfahren durchlaufen und an Vorbereitungsseminaren teilgenommen.

Dass sie nun nicht nur nach Afrika verschickt wird, sondern auch noch mit Kindern arbeiten darf, freut Jessica besonders, denn gerade dieses Projekt der Organisation "Internationaler Bund Volunteers' Abroad Programs" (IB) sei unter den jungen Freiwilligen besonders begehrt gewesen, erzählt sie: "Vermutlich hat bei der Auswahl eine Rolle gespielt, dass ich als Arzthelferin in einer Kinder- und Jugendarztpraxis Erfahrung im Umgang mit Kindern habe."

Von der Zusam an den Mkomazi River

In Afrika wird sie zusammen mit drei anderen Freiwilligen aus Deutschland dem Team des Waisenhauses zur Hand gehen. Sie wird Babys und Kleinkinder, die ohne Eltern aufwachsen oder zu Hause vernachlässigt werden, betreuen, sie waschen und anziehen, ihnen beim Essen helfen und mit ihnen spielen. Dass manche der Kinder HIV-infiziert sind, bereitet Jessica keine Sorge: "Ich weiß, dass ich vorsichtig sein muss, aber ich werde auf keinen Fall ein Kind zurückstoßen, nur weil es Aids hat."

Ihr ist es wichtig, eine ganz andere Welt kennenzulernen als das beschauliche Unterschöneberg und dort zu helfen, wo es dringend nötig ist: "Ich denke, dass ich in Afrika auch für mich selber sehr viel lerne." Bis zum Abflug gibt es noch viel zu erledigen, denn die Zusage für Südafrika kam erst vor knapp drei Wochen. Jetzt stehen letzte Impfungen an, ein günstiges Konto für das monatliche Taschengeld von 100 Euro muss eingerichtet und das Visum beantragt werden.

Neben ihrer täglichen Arbeit in der Arztpraxis frischt Jessica Wink außerdem ihre Englischkenntnisse auf und wirbt unter Verwandten, Freunden und Bekannten um Spenden für ihr Projekt, denn der IB übernimmt zwar die Kosten für 25 Seminartage zu Vor- und Nachbereitung, Versicherungen, Flug, Unterkunft und Verpflegung, erwartet aber als gemeinnützige Organisation einen hohen Eigenbeitrag der freiwilligen Helfer.

Arbeitsstelle schon gekündigt

Darüber, was nach dem Jahr in Afrika kommt, hat sich Jessica Wink noch keine Gedanken gemacht. Ihre Arbeitsstelle hat sie gekündigt und dafür Respekt von Chef und Kolleginnen geerntet. Und im Herbst 2011, so hofft sie, wird sie wohl wieder eine Stelle finden: "Schließlich habe ich eine abgeschlossene Ausbildung, Berufserfahrung - und dann auch noch die Erfahrung aus einem Jahr in Afrika."

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