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Wertingen

19.11.2019

Wertinger Nacht war „das Beste, was möglich war“

„Feuer und Flamme“, unter diesem Motto hatte Wertingens Wirtschaftsvereinigung zu Kultur – im Bild die „Brandstifter“ – Genuss und gemütlichem Einkaufserlebnis eingeladen. Der Regen veränderte so manches. 
Bild: Andreas Dengler

Als Hauptorganisator der Wertinger Nacht hatte Alexander Bischof auf ein riesiges Event hingearbeitet. Mit einem weinenden und einem lachenden Auge blickt er am Ende auf das Ergebnis.

Nicht nur pünktlich mit Beginn der Wertinger Nacht fing es am Freitagabend an zu regnen. „Pünktlich mit dem Ende hat es auch aufgehört“, musste Alexander Bischof staunend feststellen. Der 51-jährige Rechtsanwalt leitet seit einigen Jahren das Organisationsteam der Wertinger Wirtschaftsvereinigung für die „lange“ Nacht. 250 bis 300 Arbeitsstunden hatte er dieses Jahr erneut ehrenamtlich dafür aufgewendet, setzte sich dem Motto „Feuer und Flamme“ entsprechend engagiert für einen reibungslosen Ablauf und ein feuriges Programm ein. Am Montag danach fasst er zusammen: „Für das Wetter war es das Beste, was wir erwarten konnten.“

Definitiv weniger Besucher dieses Jahr

Konkret heißt das, dass dieses Jahr definitiv weniger Besucher kamen als im vergangenen Jahr. Dabei hatten die Organisatoren auf die „größte Wertinger Nacht, die wir je hatten“, hingearbeitet. Sowohl von den teilnehmenden Geschäftsleuten als auch von den Essensständen und kulturellen Angeboten hatte man laut Bischof im Vergleich zu 2018 nochmals zugelegt und gewaltig die Werbetrommel gerührt.

Zum zwölften Mal fand die Wertinger Nacht in diesem Jahr statt. Angefangen hatte einst alles mit einem gemütlichen Einkaufsabend bei Kerzenschein, an dem Menschen die etwas verlängerten Ladenöffnungszeiten und die heimelige Atmosphäre für erste Weihnachtseinkäufe nutzten. Nach und nach wuchsen die Anzahl der teilnehmenden Geschäfte und der Wunsch, die Nacht weiter auszubauen. Ein kulturelles Angebot ermöglicht mittlerweile Öffnungszeiten bis 23 Uhr und eine Attraktivität, die Besucher weit über Wertingens Stadtgrenzen hinaus anzieht. Mit einem speziellen Motto hat sich die Zusamstadt vor ein paar Jahren zudem von allen anderen langen Lichternächten in der Umgebung abgehoben. Glücksspiel, Märchen, Frankreich standen im Mittelpunkt.

Wertinger Nacht war „das Beste, was möglich war“

Feuerkünstler in Wertingen unterwegs

Geschäfts- und Standinhaber, Vereine und Künstler richteten ihre Angebote danach aus. „Mittlerweile hat sich das so etabliert, dass die Besucher auch etwas erwarten“, sagt Bischof. Und selbst am Freitag konnten sie etwas erleben. Eben das Beste, was angesichts des Wetters möglich war. Von den vorgesehenen zehn Auftritten der beteiligten Feuerkünstler – der jungen „Brandstifter“ aus Wertingen und einer Profikünstlerin aus Erfurt – konnte nur eine einzige Vorführung auf einer der beiden eigens aufgestellten Bühnen stattfinden. Anschließend zeigten sie ihre Feuerkünste ebenerdig – der Bühnenboden war schlichtwegs zu glitschig. Und auch im Programm mussten sie große Abstriche machen, das Feuer ging einfach zu schnell aus. „Doch dort wo sie waren, sammelte sich immer eine große Menschentraube an Leuten, die interessiert zuschauten“, freut sich Bischof.

Glaskunst im Wertinger Schloss

Während der 51-Jährige den ganzen Abend kreuz und quer in der Stadt unterwegs war, beteiligte sich seine Mitorganisatorin Claudia Reining-Hopp selbst aktiv am Programm. Im Schloss zeigte sie, wie wichtig das Feuer zur Fertigung von Glaskunst ist und begegnete dabei vielen interessierten Besuchern. „Ich war wirklich verblüfft, wie viele Menschen sich bei einem solchen Sauwetter auf den Weg in Wertingens Innenstadt gemacht haben“, sagt sie. Alexander Bischof blickt „mit einem weinenden und einem lachenden Auge“ zurück auf den Freitagabend: „Immerhin sind viele Leute trotz des Regens gekommen, und die drängten nicht nur in die kulturellen Veranstaltungen im Trocknen, sondern auch in die Geschäfte.“

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