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Aktion

17.06.2019

Wie Bayern aufblühen will

Am Standort Lauingen übergab der Traktorenhersteller Same Deutz-Fahr an den Bauernverband einen Schlepper für die Aktion „Bayern blüht auf“. Von links: Landrat Leo Schrell, Klaus Schöber (Vertriebsleiter Nord), Stefan Haselmayr (Vertriebsleiter Süd), Rainer Morgenstern (Sprecher der Geschäftsführung), Bezirksbäuerin Christiane Ade, BBV-Bezirkspräsident Alfred Enderle, Kreisbäuerin Annett Jung, Kreisobmann Klaus Beyrer und BBV-Kreisgeschäftsführer Eugen Bayer.
Bild: Ammich

Ein Traktor aus dem Lauinger Schlepperwerk tourt jetzt durch den Freistaat. Er soll zeigen, was Bauern für den Artenschutz tun – auch bei uns im Landkreis Dillingen

Am SDF-Traktoren-Werk in Lauingen hat der Bayerische Bauernverband den Startschuss zur Schleppertour „Bayern blüht auf“ gegeben. Ein gesponsertes Fahrzeug wird in den kommenden Monaten verschiedene Landkreise in den sieben Regierungsbezirken des Freistaats ansteuern und öffentlichkeitswirksam auf den Einsatz der Bauern beim Artenschutz aufmerksam machen. Erste Station des Schleppers war ein Blühpatenschaftsfeld bei Schabringen.

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SDF-Geschäftsführer Rainer Morgenstern sprach bei der Übergabe des Schleppers davon, dass die bayerische Landwirtschaft eine hohe Innovationskraft habe, die auch der Traktorenhersteller nutzen wolle. BBV-Bezirkspräsident Alfred Enderle dankte dem Unternehmen laut Pressemitteilung für die Unterstützung des Blühpatenschaftsprojekts des Bauernverbands. Die Hauptaufgabe der Landwirtschaft bleibe immer noch die Produktion von Nahrungsmitteln. Das gelte es, der Bevölkerung klar zu machen, was wiederum noch viel Überzeugungsarbeit bei Handel und Verbrauchern bedürfe. Nach der Übergabe der Fahrzeugschlüssel an Bezirksbäuerin Christiane Ade und BBV-Bezirkspräsident Enderle machte sich der Schlepper auf den Weg zum Blühpatenschaftsfeld des Schabringer Ortsobmanns Paul Schmid. Für die 3200 Quadratmeter große Fläche hat er 25 Blühpaten geworben. Ausgesät wurde auf dem Acker die „Veitshöchheimer Bienenweide“, eine Mischung aus rund 50 verschiedenen Blühpflanzenarten. „Das Blühfeld kommt bei der Bevölkerung gut an“, versicherte Schmid. Den Anstoß zu seiner Einrichtung habe das Volksbegehren zur Artenvielfalt gegeben, erklärte der Ortsobmann. Allerdings sei jetzt eine gute Portion Regen nötig, damit die Pflänzchen nicht vertrocknen.

Paul Seitz, Zweiter Bürgermeister der Gemeinde Wittislingen, freute sich, dass es in seiner Gemeinde Blühpatenschaftsfelder gibt. Natürlich sei die Kommune mit dabei, wenn es, beispielsweise durch das Anlegen von Blühstreifen, um die Förderung der Artenvielfalt geht. Das heiße aber nicht, dass der einzelne Gartenbesitzer damit aus seiner Pflicht entlassen wäre.

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Wie Kreisbäuerin Annett Jung hervorhob, säen die Landwirte schon seit vielen Jahren Blühstreifen an. Daraus sei mittlerweile ein „Hype“ entstanden, aus dem die Idee zu den Blühpatenschaften hervorging. Kreisobmann Klaus Beyrer sprach klare Worte mit Blick auf einen zunehmenden „Öko-Populismus“ in Deutschland. „Wenn die Landwirte nicht schon immer nachhaltig gewirtschaftet hätten, gäbe es schon lange keine Landwirtschaft mehr.“ Blühflächen seien schön und gut, aber sie sollten auf passenden Standorten wie rekultivierten Kiesgruben oder Straßenrändern angelegt werden, so Beyrer. BBV-Kreisgeschäftsführer Eugen Bayer wies auf das Einkaufsverhalten der Verbraucher und die Artenvielfalt hin: „Je mehr der Öko-Markt wächst, desto mehr wird er auch von den Landwirten bedient.“

Der Schabringer Landwirt und Imker Michael Braun kritisierte das Kaufverhalten der Bevölkerung. Diese greife im Supermarkt zum billigeren Honig aus China anstatt beim regionalen Imker einzukaufen und damit in der eigenen Heimat einen Beitrag zur „Rettung der Bienen“ zu leisten. Der evangelische Stadtpfarrer Manuel Kleiner gab dem Schlepper und dem Projekt „Bayern blüht auf“ den Segen Gottes mit auf den Weg. (pm)

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