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Bürgerversammlung

24.11.2017

Wie Egau und Riedegau sich künftig kreuzen

Ziertheim baut ein Archiv auf. Fragen stellen die Besucher vor allem zum interkommunalen Bauhof

„Egaukorrektionsgenossenschaft“ – die deutsche Sprache bringt außergewöhnliche Worte hervor. Die Genossenschaft, die sich in den 20er Jahren gründete, wurde bei der Ziertheimer Bürgerversammlung im Dorfhaus des Ortsteiles Reistingen erwähnt. Vor bald 100 Jahren begradigte sie die Egau und schuf die Riedegau. Die liegt tiefer und kreuzt die Egau. Damit das möglich ist, war ein Kreuzungsbau nötig. Der ist nun in die Jahre gekommen. „Es fließt bereits Wasser von der Egau in die Riedegau“, erklärte Peter Schoder vom Wasserwirtschaftsamt Donauwörth, der die Pläne für einen Neubau vorstellt. Eine aufwendige Gründung und temporäre Leitungen sind nötig, damit die beiden Flüsse während der Bauarbeiten nicht zusammenfließen. Um von beiden Seiten an den Fluss zu kommen, werden Baustraßen angelegt. Die Bauarbeiten dauern rund ein Jahr. Für die Kosten – etwa 800000 Euro – muss der Freistaat aufkommen. Ziertheim zahlt nur die Neugestaltung des Einmündungsbereiches Lohgraben, dafür wird eine vierstellige Summe fällig. Claudia Holzapfel fragte: „Wird da etwas angelegt, dass man sich da hinsetzen kann?“ – schließlich handle es sich um eine schöne Stelle. Den Gedanken hatte die Gemeinde auch, erklärte Bürgermeister Thomas Baumann: „Wenn das fertig ist, kommen wir mit unserem Plan.“

Mit einem historischen Foto der Bauarbeiten aus den 20er Jahren gelingt Eugen Zacher die perfekte Überleitung. Zacher baut mit zwei anderen Ehrenamtlichen das Gemeindearchiv auf. Gemeinderatsbeschlussbücher, Ortschroniken, standesamtliche Unterlagen und mehr sollen nun geordnet werden – und abgeschrieben und digitalisiert. In alten Dokumenten wird oft die Sütterlinschrift verwendet. Zacher sagt: „Die heutige Generation kann das mit Sicherheit nicht mehr lesen.“ Insgesamt haben er und seine Mitstreiter schon mehr als 430 Stunden investiert. Baumann lobt den Einsatz und bittet die Bürger: „Wenn bei euch etwas liegt, was wir im Archiv bräuchten: Bringt es dem Eugen bitte vorbei.“ Zacher fertige dann Kopien oder Fotografien an.

In seinem eigenen Vortrag stellt Baumann Pläne für die Sanierung der Friedhöfe im Kernort Ziertheim und in Dattenhausen vor. Mehr Platz für Urnengräber soll es geben, vor allem aber sollen Unebenheiten verschwinden. „Es soll so gestaltet werden, dass sich ältere Personen gut auf dem Friedhof bewegen können“, sagt der Bürgermeister.

In der anschließenden Diskussion geht es vor allem um den geplanten interkommunalen Bauhof mit den Gemeinden Mödingen und Wittislingen. Zahlt das kleine Ziertheim da nicht am Ende mehr? Hubert Wünsch fürchtet gar, „dass die Bewohner hier das alte Glumb aus Wittislingen mitfinanzieren müssen.“ So könne man das nicht sehen, sagt Baumann. Aktuell benötige keine der Gemeinden neue Geräte. Und irgendwann müsse man so oder so investieren. Dass die Bushaltestellen im Winter so schnell wie möglich vom Schnee befreit sind, habe höchste Priorität. Damit, dass dann noch nicht jede Seitenstraße geräumt ist, müsse man leben. Baumann sagt: „Lassen wir den ersten Winter jetzt einmal an uns vorbeigehen. Wir sind ja auch alle lernfähig.“

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