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Gundelfingen

25.05.2019

Wie die Friedhöfe in Gundelfingen schöner werden sollen

Der Friedhof in Gundelfingen soll, ebenso wie die Ruhestätten in Echenbrunn und Peterswörth, umgestaltet werden. Vor allem eine Begrünung sei wichtig, um die derzeitige „Steinwüste“ aufzulösen, so der Planer Tobias Weiher vom gleichnamigen Büro für Friedhofsplanung.
Bild: Andreas Schopf (Archiv)

Die Ruhestätten in Gundelfingen werden umgestaltet. Nun erläutert der Planer, was in den kommenden Jahren passieren soll. Auch die Bürger sollen Ideen äußern.

Die Stadt Gundelfingen will ihre Friedhöfe modernisieren und umgestalten. Dazu hat die Verwaltung das Projekt „Friedhöfe 2050“ angestoßen. Um das Thema professionell anzugehen, wurden Experten ins Boot geholt – die Friedhofsplaner Weiher aus Freiburg. Geschäftsführer Tobias Weiher stellte in der jüngsten Sitzung des Stadtrates am Donnerstagabend den aktuellen Stand der Planungen vor – in diesem Fall nur für den Friedhof in Gundelfingen. Von den Rückmeldungen für die dort geplanten Umgestaltungen sollen auch die Ruhestätten in den Stadtteilen Echenbrunn und Peterswörth profitieren, wo es ebenfalls Neugestaltungen geben soll.

Gundelfingen: Veränderungen am Friedhof sind auch mittelfristig möglich

Zunächst erklärte Weiher, warum das Projekt das Jahr 2050 und damit einen Zeitpunkt in weiter Zukunft anpeilt. Veränderungen seien nur möglich, wenn Flächen auf dem Friedhof frei seien. Würde derzeit jemand ein Grab buchen, sei dieses wohl die nächsten 15 bis 20 Jahre belegt. Handele es sich um eine Partnergrabstätte, könne es sein, dass der Ehepartner des Toten nach zehn Jahren ebenfalls stirbt und in das Grab kommt. Elementare Veränderungen seien im Friedhofswesen deshalb eine langfristige Angelegenheit, so Weiher. Bürger, die die Laufzeit ihrer Gräber verlängern wollen, können dies jedoch jederzeit tun. Sie sollen sich keine Gedanken darüber machen, dass sie die Umgestaltung der Ruhestätte eventuell verzögern könnten. Durch gezielte Belegungssteuerung könne die Stadt die verwendeten Gräber in die Planungen mit einbeziehen.

Weiher machte deutlich, dass man aber nicht Jahrzehnte warten muss, bis sich auf dem Gundelfinger Friedhof etwas tut. Er führte auf, welche Änderungen bereits bis 2020 beziehungsweise bis 2030 möglich sind. Ein großes Thema soll die Begrünung werden, die momentan größtenteils fehlt. Derzeit gleiche der Friedhof einer „Steinwüste“, so Weiher.

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Direkt umsetzbar sei eine Begrünung entlang der Aussegnungshalle sowie in Zwischenräumen der Ruhestätte. Damit soll nicht nur die Aufenthaltsqualität erhöht werden, sondern die Fläche auch aufgeteilt und damit Schutzräume für Angehörige geschaffen werden. „Momentan stehen Trauernde dort wie auf dem Präsentierteller.“ Außerdem sollen pflegefreie Grabangebote, sowohl für Urnen als auch Sargbestattungen, geschaffen werden. In diesem Fall würden sich Benutzer die Kosten für einen Gärtner teilen. Außerdem soll laut Weiher die „herausragende“ Natur-Situation mit der vorbeifließenden Brenz besser zur Geltung kommen. Kurzfristig möglich sind Zugänge zur Brenz sowie ein Übergangs- beziehungsweise Eingangsbereich mit Bänken oder einem Fahrradständer.

Was wird aus den Grabplatten?

Ein großes Thema in Gundelfingen, auch auf Bürgerversammlungen, sind die Grabplatten. Durch Senkungen in den Boden sei das Darüberlaufen gefährlich, berichtet Weiher. Seine kurzfristige Lösung: Die Platten zu den Wegen hin sollen verschwinden und entweder durch einen Schotterrasen oder durch eine Wegedecke mit organischem Bindemittel ersetzt werden. Die Platten zwischen den Gräbern sollen bestehen bleiben.

Eine Planung, zu der sich sowohl Michael Wohlhüter als auch Georg Wiedenmann (beide CSU) kritisch äußerten. Wohlhüter sprach von der Verkehrssicherungspflicht gegenüber den Benutzern, Wiedenmann betonte, dass er von der Idee „nicht 100-prozentig begeistert“ sei. Weiher betonte, dass es sich um eine Übergangslösung handele und man „irgendwann anfangen“ müsse. Zu den kurzfristigen Maßnahmen könnten außerdem die Verlegung des Containerstandortes und der Garagen vor die Tore des Friedhofs, eine Machbarkeitsstudie für die Sanierung der Friedhofsmauer sowie eine Sanierung der Toiletten in der Aussegnungshalle sowie die Aufwertung der dortigen Räumlichkeiten sein.

Bis 2030 können laut Weiher das Bestattungsangebot vorangetrieben, die Begrünung weiter verbessert sowie der Haupteingang neu gestaltet sein. Besuchern sollen dann Begegnungsorte zur Verfügung stehen, ökologische Angebote könnten etwa in Form eines Insektenhotels geschaffen werden. Bis 2050 soll der Friedhof eine klare und angenehme Baumstruktur sowie einen Gräserbereich als Übergang zum Schnellepark aufweisen. Laut Weiher sollen außerdem Ruhezonen und Rückzugsorte entstehen.

Eine Infoveranstaltung für die Gundelfinger Bürger

Vera Schweizer (SPD) regte gegenüber den Planern an, eventuell neue Wasserstellen nicht zu weit weg von den Gräbern entstehen zu lassen. Georg Wiedenmann erkundigte sich, ob man alte Familiengräber nun Stück für Stück verdrängen müsse, um die Umgestaltung voranzutreiben. Weiher verneinte dies und betonte, dass große Familien- oder Ehrengräber in neue Bereiche integriert werden könnten.

Auch die Bürger sollen in die Planungen involviert werden. Auf einer Informationsveranstaltung am Mittwoch, 5. Juni, um 18.30 Uhr in der Brenzhalle sollen die Planungen der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Bürger haben schließlich auch die Möglichkeit, ihre Ideen zu äußern und in das Projekt miteinfließen zu lassen.

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