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Höchstädt

19.05.2020

Wie geht die Höchstädter Berufsschule mit Corona um?

Maria Haslinger, Annalena Weber, Luca Sauter (von links) besuchen die Klasse 12B1 der Berufsschule Höchstädt und sind angehende Baumschulgärtner.
Bild: Gerhard Weiß

Azubis aus ganz Bayern besuchen die Höchstädter Berufsschule. Viele Maßnahmen müssen umgesetzt werden.

Die aktuelle Situation und die neuen Probleme in der Welt sind auch in den Baumschulen deutlich spürbar. Die vielen Schutzmaßnahmen brachten einige Veränderungen mit sich. Davon berichtet Gerhard Weiß, Leiter der Höchstädter Berufsschule und angehende Baumschulgärtner. In den Ausbildungsbetrieben war Abstandhalten, Mundschutz tragen und Hygiene an der Tagesordnung. Manche Anforderung war in der Praxis nur schlecht umsetzbar, etwa wenn schwere Lasten von zwei Personen getragen werden mussten. „Über zu wenig Arbeit können wir uns in dieser außergewöhnlichen Zeit nicht beklagen. Im Gegenteil: Durch das Verkaufsverbot in unseren Baumschulen ab 21. März mussten wir kreativ werden. Unzählige Baustellen mit neuen Pflanzungen, Baumpflegen und Rasenarbeiten, sowie Pflanzenlieferungen an Privatkunden sorgten für Ersatz“, erzählen angehende Baumschulgärtner in einer Mitteilung der Schule.

An der Berufsschule Höchstädt hat sich einiges geändert

Auch an der Berufsschule selbst hat sich einiges geändert. Hinter dem anstehenden zweiwöchigen Schulblock und der Gesellenprüfung im Sommer stand zunächst ein großes Fragezeichen. Keiner wusste so richtig, wie, wann, oder ob überhaupt beides stattfinden wird. Während der unterrichtsfreien Zeit wurden die Kollegen mit Unterrichtsmaterial versorgt, sodass die Schule nicht ganz in Vergessenheit geriet. „Dies war jedoch nicht so einfach, da wir den ganzen Tag im Betrieb waren und erst am Abend zum Bearbeiten der Unterrichtsunterlagen kamen“, erklären die Schüler. Nach dem Beschluss, dass Abschlussklassen wieder an die Schulen dürfen, ging es am 27. April wieder los. In der Schule angekommen, mussten sowohl Schüler als auch Lehrer mit Mundschutz, Händedesinfektion und Einzeltischen in den Klassenzimmern den Schulalltag bewältigen. Je Klassenzimmer dürfen nur bis zu 15 Schüler unterrichtet werden. Auch im Praxisunterricht sollten diese Regeln eingehalten werden.

Spezielle Schutzmaßnahmen

Da in der staatlichen Berufsschule in Höchstädt Schüler aus ganz Bayern von den gartenbaulichen Berufen zusammenkommen, muss ein Großteil der Schüler im anliegenden Schülerheim untergebracht werden. Dort gelten spezielle Schutzmaßnahmen und Hygienevorschriften. Zusätzlich werden sie in Einzelzimmern untergebracht, deshalb können statt der etwa 200 Schüler nur noch 100 Schüler Platz haben.

Die einzelnen Mahlzeiten wie Frühstück, Mittagessen und Abendessen werden in festgelegtem Schichtbetrieb durchgeführt. Gegessen wird nur an Einzeltischen. Es dürfen immer nur 30 Schüler in den Speisesaal. Das Schülerheimpersonal ist sehr bemüht, das Essen schmeckt, so Weiß „hervorragend“.

Jeder hat mehr Zeit zum Lernen

Schwierig sei für die Azubis, dass sie die Zeit nach der Schule nicht mit ihren Freunden verbringen dürfen. Über die letzten drei Jahre seien da viele tolle Freundschaften entstanden. Gemeinsame Tätigkeiten in größeren Gruppen sind aktuell nicht möglich. Da helfe positiv zu denken: Jetzt hat jeder mehr Zeit zum Lernen und kann sich auf die bevorstehenden Prüfungen vorbereiten. „Wir versuchen aus dieser Zeit das Beste zu machen und hoffen, dass bald wieder Normalität in der Arbeit, Schule und im Privatleben einkehrt und wir alle gemeinsam gut durch diese verrückte Zeit kommen“, sagen die Azubis. (pm)

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