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14.04.2015

Wie man Menschen auch online erreicht

Auf der Facebook-Seite des Bürgermeisters Stefan Lenz aus Höchstädt können Bürger direkt Kontakt mit ihm aufnehmen.
Bild: Screenshot

Nicht nur Privatpersonen, auch Unternehmen vernetzen sich mit potenziellen Kunden. Bürgermeister posten ebenfalls

Wenn irgendwo in Höch-städt ein Mülleimer überquillt, bekommt das Bürgermeister Stefan Lenz gleich mit. „Natürlich nutze ich Facebook“, sagt er. Für ihn ist die Social–Media–Plattform ein wichtiges Informations – und Kommunikationsmedium. Und es sei keine Einbahnstraße: Er postet Aktuelles aus dem Stadtgeschehen an seine Online–Pinnwand und die Bürger können ihm private Nachrichten senden.

Seit über einem Jahr ist Lenz bei Facebook angemeldet. Er wollte Menschen erreichen, die er sonst nie erreicht, wie er sagt. In erster Linie nutze er die Plattform geschäftlich. Neben den allgemeinen Gemeindeinformationen, teile er auch Meldungen von örtlichen Unternehmen. So wolle er die Wirtschaft vor Ort unterstützen. „Aber das Geschäftliche vom Privaten zu trennen, ist bei Facebook gar nicht so einfach.“

Er achte genau darauf, dass nur die Daten von ihm veröffentlicht werden, die sowieso schon aus der Zeitung oder aus denn Gemeindeschreiben bekannt seien. Seine Mobilfunknummer, seine private Adresse oder persönliche Angaben zu Frau und Kindern, suche man auf seiner Facebook-Seite vergeblich. Das Publikum für die Beiträge, die er auf seiner Seite veröffentliche, bestimme er jedes Mal neu. Auch bei Freundschaftsanfragen sei er sehr wählerisch, erzählt er. „Wenn ich die Person nicht kenne und diese auch nicht mit einem meiner Freunde befreundet ist, lehne ich den Antrag ab.“ Schlechte Erfahrungen habe er bei Facebook aber noch nicht gemacht.

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Bürgermeister Erhard Friegel aus Holzheim ist seit mehreren Jahren bei Facebook, nutzt es aber vorwiegend privat. Er ist durch seine Kinder dazugekommen und hat sogar einmal ein Seminar besucht, in dem er den richtigen Umgang mit dem Medium gelernt hat, erzählt er. Den Datenschutz nehme er eher locker. Zumindest, was Informationen über seine Person betreffe. Friegel: „Als Bürgermeister ist man sowieso vielfach genannt. Da bin ich nicht so empfindlich.“ Jeden Freundschaftsantrag nehme er aber auch nicht an. Besonders Jugendliche sollen laut Friegel aber darauf achten, was sie auf ihrer Facebook-Seite veröffentlichen. Mit falschem Inhalt können sie sich nicht nur blamieren, sondern auch potenzielle Arbeitgeber abschrecken.

Er selbst nehme die Beobachterrolle ein. Er verfolge die Seiten von Landrat Leo Schrell, Bürgermeister Kunz und die Seiten der Zeitungen. „So komme ich schnell an Informationen“, sagt er. Geschäftlich möchte er Facebook nicht nutzen, weil er keine Vollständigkeit garantieren könne. Für die Zukunft wäre es aber eine Überlegung wert, sagt Friegel.

Die Bäckerei Himmelbäck aus Lauingen ist seit 2012 auf Facebook aktiv. Anders als bei größeren Unternehmen, die ihre Facebook-Seite von externen Medienagenturen verwalten lassen, kümmert sich Sohn Korbinian Lenzer darum. Er sieht das Medium als „Kanal, auf dem man auf Augenhöhe kommunizieren kann“. Er nutze Facebook nicht als Werbeplattform, sondern als einen Rückkanal für die Kunden: „Wir wollen nicht werben, wir wollen kommunizieren“, erklärt er. In der Regel komme auch gute Resonanz von den Kunden zurück.

In Sachen Datenschutz habe man es als Unternehmen im Vergleich zur Privatperson nicht so schwierig, findet Lenzer. Klar gebe es rechtliche Vorgaben, wie ein Impressum. Gerade bei Bildern müssen auch Betriebe gut aufpassen. „Wenn wir Führungen in der Bäckerei machen und diese auf Facebook dokumentieren, fragen wir jeden Anwesenden, ob er mit der Veröffentlichung einverstanden ist“, erzählt er. Aber nicht nur mündlich. Sicher sei es, wenn eine Unterschrift vorliege.

Facebook eröffne auch die Möglichkeit für schlechte Kritik, aber damit müsse man eben richtig umgehen können, sagt Lenzer. Kommentare lösche er nur, wenn jemand beleidigend wird oder der Beitrag gar nichts zur Sache tut.

Schlechte Kommentare waren auch die Angst von Filmcenterleiterin Claudia Mayr in Dillingen. Ihr Kino-Team legte trotzdem eine Seite an. Seitdem nutze sie den Kanal als Kommunikationsmöglichkeit mit den Kinobesuchern. „Wenn ein Kunde etwas auf dem Herzen hat, dann schreibt er mir eben eine private Nachricht“, sagt sie. Schlechte Erfahrungen habe sie noch nicht gemacht. Bilder oder Videos von Veranstaltungen veröffentliche sie aber nicht mehr. Der Aufwand alle Abgebildeten um ihr Einverständnis zu bitten, sei zu groß geworden.

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