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Dillingen

16.04.2019

Wissen Sie, was ein sprechender "Kakadei" ist?

Zum Tag der Stimme haben wir mit einem Bauchredner gesprochen. Mit seinem vorlauten Vogel Ferdinand, der „Kakadei“, tritt der Leipheimer am Liebsten auf.
Bild: Tanja Ferrari

Zum Welttag der Stimme hat Sven Larch mit uns über sein Talent gesprochen und erklärt, woher die Töne wirklich kommen – und zwar nicht aus dem Bauch.

Schreien, weinen, lachen, sprechen. Die Stimme ist eines der wichtigsten Instrumente unseres Körpers. Wie einfach wir damit unseren Gedanken Form verleihen, gerät oftmals in Vergessenheit. Auch ohne Stimme ist Kommunikation zwar möglich, doch das ist deutlich schwerer. Gibt man das Wort Stimme bei Google ein, erfährt man: Sie ist ein richtiges Phänomen. Wie bei einer Gitarre, hat auch der menschliche Körper Saiten, die zur Klangerzeugung eingesetzt werden. Um einen Ton entstehen zu lassen, müssen die Stimmbänder erst angespannt werden, damit sie, ähnlich wie bei einer Gitarrensaite, schwingen können.

Der Trick mit den Lippen

Sven Larchs Stimme ist besonders vielseitig. Er braucht dazu nicht einmal seine Lippen zu bewegen. Er ist Bauchredner. Warum das Sprechen mit einer Puppe als Bauchreden bezeichnet wird, kann der 54-Jährige gar nicht richtig erklären. Denn, er sagt: „Der Ton wird über die Stimmbänder erzeugt und im Bauch gibt es davon keine.“ Der Mythos stamme aus früheren Zeiten, wo die Leute noch nicht verstanden hätten, wie der Trick mit den Lippen funktioniere, erklärt der Bauchredner. Worte sprechen, ohne dabei den Mund zu bewegen – gar nicht so einfach. Doch wie auch beim Singen, sagt Larch, dass der Schlüssel in der Zwerchfellatmung liege. “ Die Atemtechnik ist wichtig, denn ein Bauchredner braucht Luft für zwei – für sich und seine Puppe“, sagt er und lacht. Larch braucht seine Luft für Ferdinand – ein „Kakadei“. Eine Mischung aus Papagei und Kakadu. Das behauptet zumindest das freche gelb-blaue Stofftier, das den Leip-heimer Künstler bei seinen Auftritten begleitet. Das Duo tritt unter anderem im Legoland auf.

Auch Auftritte im Legoland Günzburg

Der 54-Jährige hat viel Luft und beherrscht das Bauchreden seit mehr als zehn Jahren. Ähnlich wie beim normalen Sprechen könne man ganz normal Höhe oder Tiefe der Stimme beeinflussen. Schon als Kind habe ihn das fasziniert, erzählt er. In der Kindershow „Kliby und Caroline“ sah er zum ersten mal einen Bauchredner. Weil das Reden ohne die Lippen zu bewegen allerdings gar nicht so einfach ist, konzentrierte sich der damals Siebenjährige stattdessen auf die Zauberei. Immer wieder kam er allerdings auf die Puppen und das Bauchreden zurück. „Ich habe mir Bücher gekauft, doch die Technik dahinter einfach nicht verstanden“, erinnert er sich. Als er 2007 zum ersten Mal im Schwaben Park bei Kaiserbach auftritt, überlegte er sich auch das Bauchreden in seine Zaubershow einzubinden. Von Oktober bis März habe er anschließend geprobt. Er sagt: „Übung macht den Meister, das gilt auch für das Bauchreden.“ Seit zehn Jahren trete er nun schon mit seinen Puppen auf.

Wisst ihr was ein "Kakadei" ist? Wir auch nicht, aber seit uns Bauchredner Sven Larch in unserer Redaktion besucht hat, sind wir bestens informiert. In unserem lustigen Video erfahrt ihr mehr. Hier geht's zum Artikel: www.azol.de/54074916

Gepostet von Donau Zeitung am Montag, 15. April 2019


Besonders in seinen Vogel Ferdinand hat sich der 54-Jährige verliebt. Mittlerweile gibt es ihn allerdings schon in der vierten Generation. Spätestens nach 1000 Auftritten, sei die Puppe kaputt, sagt Larch. „Ich kaufe aber immer wieder denselben Vogel nach“, erzählt er und muss schmunzeln. Besonders die Charakterfindung für eine Puppe sei nicht immer ganz einfach. Wenn man keinen Bezug finden würde, sei das schwierig. „Man weiß dann auch einfach nicht, mit welcher Stimme die Figur dann sprechen soll oder was sie überhaupt erleben könnte“, sagt der Bauchredner.

Wenn er eine neue Nummer mit seinem Vogel einstudiere, dann daure das in der Regel bis zu drei Monate. Beim Schreiben des Textes, achte er darauf, dass keine schwierigen Wörter darin vorkämen, erzählt der Bauchredner. Während man Vokale sehr leicht aussprechen könne, ohne dabei die Lippen zu bewegen, seien die Buchstaben M, N, B und P besondere Herausforderungen, so der Bauchredner. Doch auch dafür gibt es einen Trick. Er sagt: „Das B spreche ich in der Regel wie ein softes G.“ Die Zuschauer würden das im Wort eingebunden gar nicht bemerken. Beim Bauchreden käme es vor allem auf die Illusion an. Auch wenn viele das nicht wüssten, die Lippen müssten beim Sprechen für die Puppe geöffnet sein, so der Experte. „Die Zähne sollten allerdings aufeinander sein, sonst sieht man wie die Zunge arbeitet“, sagt er. Auch Dialekte sind so kein Problem für den Bauchredner. Seine Puppe Heidi ist beispielsweise ein Dinosaurier, der im schwäbischen Dialekt spricht. „Sie ist das schlauste Dino-Kind Deutschlands“, sagt Larch. Und, wie Heidi selbst betont, auch das Einzige.

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