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Kabarett

13.11.2017

Wohnzimmer-Atmosphäre in Holzheim

Die Panitz-Brüder alias die Mehlprimeln bei ihrem Auftritt in der „Alten Mühle“ in Holzheim.
Bild: Harald Paul

Die Mehlprimeln verzaubern bei Merlot und Kellerbier in der „Alten Mühle“

Unplugged vor pro Abend etwa 30 Zuhörern zeigten die Brüder Reiner und Dietmar Panitz, bekannt als die „Mehlprimeln“, am Freitag- und Samstagabend in der damit jeweils ausverkauften Alten Mühle Holzheim ihre musikalische Vielfalt – gepaart mit Witz, Charme und einer gesunden Portion Kritik am smartphonegesteuerten Zeitgeist. Punkt 20 Uhr wurde am Freitag mit den Liedern von Carl Michael Bellman gestartet, „dies sind wirklich außergewöhnliche Lieder, geprägt von Leichtsinn und Zechlust“, so Reiner Panitz „ … und das passt einfach zu uns“, ergänzte sein Bruder Dietmar verschmitzt. So ging es dann auch ums Zechen, Weiberei und all die schönen Dinge des Lebens. „Lasst uns singen und schenket ein – wir müssen feiern“, so das Motto von Bellmans Leben und demzufolge auch dieses Konzerts. „Dieser Abend ist wieder etwas ganz besonderes“ sagte Christiane Henzler, die „Macherin“ der Alten Mühle. „Schauen Sie mal, wie harmonisch die Gäste hier zusammensitzen. Es ist fast schon ein familiäres Miteinander.“ Genau dadurch unterscheide sich die Location „Alte Mühle“ von einer Konzerthalle und diese Stimmung sei bei den Musikern und bei den Gästen deutlich zu spüren. Leise flackert das Feuer des Schwedenofens zu den auflockernden Gedichten der Panitzbrüder. Immer nach der Devise „Den Kopf gelehrt, aber nicht zu leer.“

Atemberaubend aus dem Stegreif die spanische Gitarre von Rainer Panitz, ein Flamencostück als „Prelude“ sozusagen. „Klasse!“, ertönte es aus dem Publikum. Mit Applaus wurde zu recht nicht gespart. Die Zuhörer genossen sichtlich das Konzert. Nicht zu vergessen das „Hackbrett“. Ein sympathischer harmonischer Klang, der das Publikum erneut fesselte. „Das Hackbrett“, so Reiner Panitz, „klingt auch noch gut wenn man mal daneben schlägt.“

Ulrike Pittrow und Herwig Gailer sind extra aus Friedberg bzw. Kissing angereist und waren zum dritten Mal bei den Mehlprimeln. „Ich bin immer wieder erstaunt über das musikalische Können der beiden Panitzbrüder, es passt einfach stimmlich zusammen. Außerdem regen die Bellman-Werke meine Fantasie an, man fühlt sich in eine andere Zeit hineinversetzt“, so Pittrow. Als die 30-saitige Harfe zum Einsatz kam, schien etwas mit der Tonstimmung nicht zu harmonieren. Beide Musiker stimmten ihre Instrumente nach und lachten ins Publikum: „Für Holzheim tuts des scha.“ Nach zwei Stunden wunderbarer Unterhaltung und zwei Zugaben ging das Konzert mit mehrminütigem Applaus zu Ende.

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