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Dillingen

15.08.2019

Wucher: Handwerker muss ins Gefängnis

Eine Familie in Buttenwiesen rief wegen einer Rohrverstopfung einen Klempner. Der verlangte für eine Viertelstunde Arbeit 650 Euro.
Bild: Ralf Hirschberger, dpa (Symbol)

Ein Klempner verlangt in Buttenwiesen 650 Euro für eine Viertelstunde Arbeit. Und das war kein Einzelfall.

Dass Handwerker-Notdienste nicht gerade billig sind, ist bekannt. Doch ein aktueller Prozess am Dillinger Amtsgericht zeigt: Kunden müssen sich nicht alles gefallen lassen. Konkret geht es um einen Fall aus dem Oktober 2018 in Buttenwiesen. Eine Familie hatte Probleme wegen einer Rohrverstopfung. Im ganzen Haus seien die Fäkalien förmlich übergesprudelt, teilt das Amtsgericht mit. Um der Lage schnell Herr zu werden, riefen die Betroffenen einen Klempner-Notdienst.

Aus "Wucher" wurde "gewerbsmäßiger Wucher"

Es kam ein Mann, der aus Nordrhein-Westfalen stammt. Er half der Familie und arbeitete eine Viertelstunde an dem Problem. Dafür verlangte der Handwerker die stolze Summe von 650 Euro. Wegen „Wucher“ musste sich der Mann (geboren 1993) nun vor dem Dillinger Amtsgericht verantworten.

Im Strafbefehl hätte ihm sein Handeln noch 60 Tagessätze zu je 40 Euro Geldstrafe gekostet. Doch im Prozess entwickelte sich aus dem Vorwurf „Wucher“ ein „gewerbsmäßiger Wucher“. Der Angeklagte berichtete laut Amtsgericht, dass er in den eineinhalb Jahren, in denen er dieser Tätigkeit nachging, mehrere solcher Rechnungen in dieser Höhe ausgestellt hatte. Er habe deswegen auch viele Verfahren führen müssen. Das Dillinger Amtsgericht verurteilte den Mann wegen gewerbsmäßigen Wuchers zu einer Freiheitsstrafe von acht Monaten ohne Bewährung. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. (ands, pm)

Lesen Sie dazu auch: Was tun, wenn der Schlüssel-Notdienst 2000 Euro will?  

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