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Konzert

21.11.2011

Zu Ehren von Johann Evangelist Wagner

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2 Bilder
Dieses Gemälde von Anton Bernreiter (1836-1892) wurde erst vor Kurzem entdeckt. Es zeigt den segnenden Christus mit Regens Wagner und drei Dillinger Franziskanerinnen. Im Hintergrund ist die Silhouette der Stadt Dillingen erkennbar.
Bild: Fotos: Pawlu

Veranstaltung mit den „MozartSolisten“ am Samstag, 26. November, in der Studienkirche

Dillingen „Selig der Mensch – Musik und Wort zum 125. Todestag von Regens Johann Evangelist Wagner“ lautet der Titel einer Veranstaltung, bei der am Samstag, 26. November, in der Studienkirche an die Bedeu-tung des Gründers der Regens-Wagner-Institute erinnert wird. Der Cellist Prof. Julius Berger, die Sopranistin Elaine Ortiz Arandes und die „MozartSolisten“ übernehmen die musikalische Begleitung der Gedächtnisfeier.

Geheimnis und Kraft

Julius Berger gilt als international renommierter Cello-Virtuose. Mit seiner Frau Hyun Jung Berger um-rahmt er Worte zu Regens J. E. Wagner und Theresia Haselmayr mit seinem Violoncello. Msgr. Hans Appel, Direktor der Regens-Wagner-Stiftungen, und Provinzoberin Sr. Michaela Speckner lassen in ihren Worten etwas von dem Geheimnis und der Kraft der beiden Gründer-Gestalten aufleuchten.

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Die Augsburger „MozartSolisten“ und die in Puerto Rico geborene Sopranistin Elaine Ortiz-Arandes vom Münchener Staatstheater am Gärtnerplatz runden den Abend mit Luigi Boccherinis „Stabat Mater“ stimmungsvoll ab.

Die Veranstaltung verdeutlicht die segensreichen Auswirkungen einer Einrichtung, die schon früh Hilfen für Menschen mit Behinderung anbot. Zusammen mit Schwester Theresia Haselmayr OSF (1808-1878) gründete Johann Evangelist Wagner, der damalige geistliche Direktor der Dillinger Franziskanerinnen, 1847 in Dillingen eine Anstalt zur Unterrichtung und Erziehung gehörloser Mädchen. Die Einrichtung erwies sich in einer Zeit, in der institutionalisierte Hilfen für Menschen mit Behinderungen noch selten waren, als sehr erfolgreich. Die Zahl der betreuten Gehörlosen wuchs ständig. Die Institute wurden zur Grundlage der Regens-Wagner-Stiftung, die mit ihren Niederlassungen inzwischen zu den größten sozial-karitativen Einrichtungen Süddeutschlands gehört.

„Im Mittelpunkt von Wagners Bemühungen standen stets die Menschen. Fast täglich besuchte er die Kinder in seiner Anstalt, verteilte kleine Geschenke und unterhielt sich mit ihnen …“ Mit diesen Sätzen beschreibt Dr. Karl Pörnbacher in der Publikation „Die Kirchen von Regens Wagner in Dillingen“ (2007) den Geist der christlich definierten Humanität, von der die Arbeit in den Regens-Wagner-Instituten bis heute geprägt ist. „Ohne Johann Evangelist Wagner“, so betont der Autor, „gäbe es weder die Taubstummenanstalt, wie sie früher hieß, noch die Christkönigskirche“, deren Schätze in dem illustrierten Kirchenführer gewürdigt werden.

Zum 125. Mal jährte sich der Todestag Johann Evangelist Wagners am 10. Oktober 2011. Der Gründer der Regens-Wagner-Institute wurde 1807 in Dattenhausen geboren, studierte Theologie an der Universität München und an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Dillingen, wurde 1833 zum Priester geweiht und erhielt 1842 eine Professur in Dillingen.

Einrichtung für Gehörlose

1863 wurde er Regens des Dillinger Priesterseminars. Nachdem er zusammen mit Oberin Sr. Maria Theresia Haselmayr die „Taubstummenanstalt“ in Dillingen eröffnet hatte, gründete er bis zu seinem Tode im Jahre 1886 weitere Einrichtungen für Gehörlose in den Diözesen Augsburg, Eichstätt und Bamberg. Johann Evangelist Wagner hat seine Visionen von der tätigen Hilfe für Menschen mit Behinderung gegen mancherlei Widerstände konsequent verfolgt. Schließlich fand sein Werk Anerkennung. König Ludwig II. verlieh ihm 1878 das „Ritterkreuz des hl. Michael 1. Klasse“ und 1883 das „Ehrenkreuz des Ludwigordens“.

Zeitgenossen beschreiben ihn als einen Menschen, der selbst bei höchsten Arbeitsbelastungen seinen Gesprächspartnern mit Freundlichkeit begegnete. Sein Charisma erklärt zu einem entscheidenden Teil seine Fähigkeit, Pläne zu verwirklichen. Die Größe seines Werks und die Ausstrahlung seiner Persönlichkeit waren Anlass für den damaligen Diözesanbischof Dr. Viktor Josef Dammertz OSB, im Jahre 2001 die Seligsprechung Johann Evangelist Wagners zu beantragen. Die „Posi-tio“ verwies auf die unerklärliche Heilung einer Schwerstkranken, der am Grab von Regens Wagner ihre Gesundheit zurückgegeben wurde. Doch die Ärztekommission bei der Kongregation für Selig- und Heilig-sprechungsverfahren kam am 26. November 2009 zu dem Ergebnis, dass es sich bei dieser Heilung nicht um ein Wunder gehandelt hat.

Überraschende Genesung

Am 6. Mai 2010 eröffnete Weihbi-schof Josef Grünwald in Dillingen ein neues Erhebungsverfahren über ein mögliches Wunder. Auch dies-mal wurde ein sogenanntes „Hei-lungswunder“ geprüft. Es handelt sich um die Heilung einer an Tuber-kulose erkrankten Frau, die ihre überraschende Genesung der Für-sprache von Regens Wagner zu-schrieb. Das Ergebnis der Untersu-chung wurde an die Kongregation für Selig- und Heiligsprechungsver-fahren des Vatikans in Rom über-sandt. Bischof Dr. Konrad Zdarsa, Protektor der Regens-Wagner-Stiftungen, versiegelte in Dillingen die Unterlagen und überreichte sie an Dr. Andrea Ambrosi, der als Postulator das Seligsprechungsverfahren in Rom begleitet.

In der Studienkirche, in der am Samstag an den Todestag Johann Evangelist Wagners vor 125 Jahren erinnert wird, hat Regens Wagner viele Jahrzehnte hindurch Gottes-dienste gefeiert. Die Veranstaltung „Selig der Mensch …“ beginnt um 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.

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