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Landkreis Dillingen
14.11.2022

Wie wichtig Recycling von Baustoffen für den Klimaschutz ist

Matthias Fisel leitet den Geschäftsbereich Baustoffrecycling, die Maschine neben ihm ist ein sogenannter Brecher, der die Teile zermalmt und zu kleinen Körnern verarbeitet.
Foto: Günter Stauch

Recycling beim Bau liegt im Trend, auch im Landkreis Dillingen. Warum die Kiesbranche hier dennoch mehr als genug zu tun hat und mancher Häuslebauer Vorbehalte pflegt.

Am eher beschaulichen Flecken "Hühnerwörth" südlich von Dillingen wurde die ursprüngliche Donau einst wie so an vielen anderen Stellen kerzengerade ausgerichtet. Über einer Anhöhe zieht ein Milan seine Kreise, der Blick von dort reicht weit hinein ins Dillinger Land. Dort liegen über hundert kleine wie große Weiher, weshalb die Gegend um Donau und Zusam von der einheimischen Touristik-Werbung gern als idyllisches "Seen-Land" gepriesen wird. Der Grund dafür ist jedoch alles andere als ein Badevergnügen, sondern der immense Kiesabbau seit vielen Jahrzehnten.

Heute wird eher selten noch eines der groß angelegten Entnahmewerke für Kies, Sand und Schotter eröffnet, weil sich Behörden dagegen aussprechen oder der zunehmende Widerstand der Bürgerinnen und Bürger beim Umweltschutz dies verhindert. Es könnte dort auch noch wegen etwas anderem ruhiger werden: die seit Jahren gesteigerte Wiederverwertung des Baustoffes für Einfamilienhäuser, Industrie und Gewerbehallen sowie Straßen, Brücken, Sportplätze und Kanäle.

In der Bauschuttanlage lagern nur mineralische Baustoffreste wie Mauersteine, Ziegelbruch, Fliesen, Keramik und Porzellan.
Foto: Günter Stauch

Das Potenzial für dieses Recycling fällt ziemlich groß aus. Vier Fraunhofer-Institute sehen Deutschland mit seinem bundesweiten Gesamtbestand an Bauwerken von etwa 100 Milliarden Tonnen sogar als bedeutendes Rohstofflager, dessen Bestandteile nach Nutzungsende über eine gezielte Verwertung wieder dem Stoffkreislauf zugeführt werden könnten. "Bauschutt ist kein Abfall, sondern ein wichtiger Rohstoff", heißt es mittlerweile im Bauzweig. "Baustoffrecycling ist aktiver Klima- und Umweltschutz", betont ein ums andere Mal Stefan Schmidmeyer, Geschäftsführer beim Verband Baustoff Recycling Bayern in München. Seine Mitgliedsbetriebe würden mithelfen, den jährlich allein in Bayern anfallenden Bauschutt, Bodenaushub, Gleisschotter und Straßenaufbruch von insgesamt 53 Millionen Tonnen buchstäblich abzubauen. Und zwar nachhaltig.

Ganz ohne natürliches Material wird es nicht gehen

Ein bestes Beispiel dafür ist mit dem Namen Matthias Fisel verbunden, 25 Jahre alt und eigentlich ein ausgebildeter Schreiner. Doch als Prokurist verantwortet er, der schon als kleines Kind immer eine Aufgabe bei dem bekannten Unternehmen mit 140 Mitarbeitern und 70 Fahrzeugen übernehmen wollte, das Baustoff-Recycling. Der Experte für Wiederverwertung steht auf dem Hügel der 30.000 Quadratmeter großen Anlage. Neben Fisel, dessen Großvater hier schon zu Werke ging, rattert der sogenannte Brecher: Eine monströse, rund 32 Tonnen schwere und fast eine Dreiviertelmillion Euro teure Zerkleinerungsanlage, die alle ankommenden Baureste in kleinste Steine zerbricht.

Auf der Bauschuttanlage in Hühnerwörth bei Dillingen südlich der Donau lagert tonnenweise Bauschutt.
Foto: Günter Stauch

Dort kommen pro Tag rund 1500 Tonnen dieses Materials, das Fisel und seine Branchenkollegen niemals als Schutt oder Müll bezeichnen würden, gewissermaßen unter die Räder: Drei 30-Tonnen-Bagger für 100.000 Euro und ein etwa 20 Tonnen schwerer Radlader durchpflügen ebenfalls pausenlos die Erd- und Sandstoffe. Hier lagern nur mineralische Stoffe, also Mauersteine, Ziegelbruch, Fliesen, Keramik und Marmor mit Porzellan. Mit Blick auf die Kies-Abbauindustrie im Landkreis, die von dem einst aus den Alpen herangeschwemmtem Geröll mit seinen fein geschliffenen Körnern profitiert, ist sich Matthias Fisel bewusst: "Ganz ohne das natürliche Material wird es auch bei zunehmenden Recycling in der Zukunft kaum gehen." Schließlich kennt er den jährlichen Bedarf an mineralischen Baustoffen von rund 150 Millionen Tonnen allein in Bayern.

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Die Stadt Dillingen verwendet bereits Recyclingmaterial beim Bau

Von dort gab es eher skeptische Kommentare und Kritik, als Fisel 2007 mit dem Recycling vor Ort begann. "Wir wollten aber niemand verdrängen oder ersetzen, sondern sehen unseren Beitrag vielmehr als Streckung der natürlichen Ressourcen", unterstreicht Fisel, der auch um die immer noch auftretenden Vorbehalte bei Architekten, Baufirmen oder Kommunen weiß. Branchenkennern zufolge pflegt mancher Häuslebauer gern seine Vorbehalte gegenüber den recycelten Baumaterialien und möchte etwa kein "Haus aus Abfall" aufgestellt wissen.

Gut, dass es da Mitstreiter wie Jan Koenen gibt, den Pressesprecher der Stadt Dillingen: "Nachhaltiges Bauen und damit auch die umsichtige Nutzung von 'Grauer Energie', wie man heute sagt, ist uns ein wichtiges Anliegen." Und Günter Urban, Stadtbaumeister mit der Zusatzqualifikation "Koordinator für nachhaltiges Planen und Bauen", betont: "Die Stadt Dillingen verwendet heute möglichst bei allen Maßnahmen, bei denen der Baugrund verbessert werden muss, solches Recyclingmaterial – vorausgesetzt, die Grundwasserverhältnisse erlauben es an dieser Stelle." Jüngst habe man etwa bei der Erschließung des Gewerbegebiets in der Siemensstraße mit aufbereitetem Altbeton gearbeitet.

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