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Landkreis Dillingen

20.02.2021

Die Skifahrer im Landkreis sehnen sich nach Schnee und Berge

Sehnsuchtsort verschneite Bergwelt, hier das Gebiet Ofterschwang: Die Skifahrer aus dem Landkreis Dillingen müssen in diesem Corona-Winter bislang auf ihren Pistenspaß verzichten. Kurse und Ausfahrten sind abgesagt, weil keine Lifte betrieben werden dürfen.
Bild: Lienert

Plus Den Skivereinen im Landkreis Dillingen macht Corona weiterhin einen dicken Strich durch die Rechnung. Kurse und Ausfahrten fallen aus, aber die Mitglieder halten ihren Klubs die Treue.

Dieser Corona-Winter bedeutet für alle Bürger eine harte Geduldsprobe. Auch für die Skifahrer aus dem Landkreis Dillingen. Snowboarden und Carven im Pulverschnee, Pistenspaß, Einkehrschwünge oder Skigymnastik – Fehlanzeige! Wegen der Lockdown-Verlängerung haben die Skivereine die Reißleine gezogen und sagen ihre Aktivitäten abgesagt. Skikurse und Ausfahren fallen aus. Obwohl eine Rückkehr auf die Pisten zumindest in dieser Saison eher unwahrscheinlich erscheint, wollen die Klubs ihre Mitglieder aber dennoch bei Laune halten.

Die bayerischen Pisten bleiben leer

Es ist überall das Gleiche: Absage, Absage, Absage. In diesem Winter bleiben die bayerischen Pisten bislang leer. In Bayern haben alle Freizeiteinrichtungen für die Dauer des aktuellen Lockdowns geschlossen. Das betrifft auch die Bergbahnen und Lifte. Und Wintersport in Österreich ist aufgrund der Einreisebestimmungen ebenfalls keine echte Option. Außer Tourengehen oder Schneeschuh-Wandern: Die Ski- und Snowboardfahrer müssen auf ihre lieb gewonnenes Hobby im Schnee verzichten. Ob zum Ende des Winters vielleicht doch noch genussvolle Schwünge am Hang möglich sind, erscheint mit Blick auf die Corona-Politik der Bayerischen Staatregierung unwahrscheinlich.

Der Skiclub Dillingen ist mit fast 1000 Mitgliedern der größte Wintersportverein im Landkreis. Zweiter Vorsitzender Markus Röhrer und Ulrich Steidle hatten dort im Sommer gemeinsam ein Programm zusammengestellt, dass sowohl Ein- wie Mehrtagesfahrten, Skikurse, Bodyfit und noch einiges mehr beinhaltet. All diese Veranstaltungen sind dem Virus bzw. den daraus resultierenden politischen Entscheidungen zum Opfer gefallen.

Zwiespältige Gefühle beim SC Dillingen

„Unser Programm hätte dem der Vorjahre in nichts nachgestanden“, stellt Steidle mit Bedauern fest. Zwiespältig sind seine Gefühle bei der Frage, ob die Lifte diesen Winter noch öffnen sollten: „Auf der einen Seite hoffen wir, unserem Hobby noch nachgehen zu können. Uns ist jedoch klar, dass die Gesundheit aller im Vordergrund steht. Es ist derzeit schwer vorstellbar, mit einem voll besetzten Bus in ein Skigebiet zu reisen, während Bildungs- und Betreuungseinrichtungen zu sind.“ Grundsätzlich möchte der SC Dillingen aber „sobald wie möglich wieder Skikurse mit motivierten Teilnehmern abhalten“. Als Lichtblick aus Vereinssicht merkt Ulrich Steidle an: „Ein signifikanter Mitgliederschwund ist nicht zu verzeichnen. Wir danken allen Mitglieder, die uns trotz der schwierigen Situation die Treue halten.“

Gundelfingen plant keine Skifahrten

Eduard Niederwieser ist seit 1978 Stellvertreter des Abteilungsleiters bei der Skigemeinschaft Gundelfingen mit ihren 150 Mitgliedern und sagt: „Auch bei uns sind alle Skikurse und Fahrten dem Coronavirus zum Opfer gefallen. Die Skigymnastik haben wir schon Mitte Oktober eingestellt, da ja auch die Sporthallen ihre Tore schließen mussten.“ Selbst wenn die Lifte wieder geöffnet wären, hätten die Gundelfinger Wintersportler keine Fahrten geplant, „da die Durchführung unter Beachtung der Corona-Hygienevorschriften zu umständlich ist“, so Niederwieser.

Die 900 Mitglieder der Wintersportfreunde Tapfheim schauen ebenfalls in die „Röhre“ – sehen Skifahrer auf gut hergerichteten Pisten bestenfalls bei den Übertragungen der Weltcup-Rennen im TV. Jürgen Schlund ist seit 2003 WSF-Vorsitzender und vertritt die Auffassung: „Es ist nicht die Zeit, an Freizeitspaß und Veranstaltungen zu denken, während der Großteil der Bevölkerung unter Beschränkungen leidet. Ich denke da an Familien, Kitas und Schulen, vor allem die Mütter, welche hier die Hauptlast zu tragen haben.“ Es wäre moralisch nicht vertretbar, in dieser Lage Wintersport-Spaß weiter oben auf der Wunschliste für Lockdown-Lockerungen anzusetzen. „Auch die Gastronomie und der Handel leiden“, sagt Schlund mit Blick auf die Pandemie.

WSF Tapfheim streichen Programm

Zu normalen Zeiten organisieren die Wintersportfreunde etliche Ausfahrten in die Berge, etwa zwei Tage „Gletscher“ oder ein viertägiges Racingcamp im November. Für gewöhnlich bietet der Verein auch vier Tage Skikurse im Januar, drei Tagesfahrten und alle vier Jahre für zehn Tage Skifahren in Kanada an. Diese Aktivitäten wurden alle bereits im Herbst gestrichen. Das Programm für Februar und März ist inzwischen ebenfalls storniert.

„Wir haben cirka fünf Prozent Mitgliederschwund zu verzeichnen, weil die Skikurse und Tagesfahrten weggefallen sind. Allerdings konzentrieren wir uns jetzt auf das Frühjahr und hoffen, dass wir unseren Mitgliedern dann wieder eine Perspektive bieten können“, sagt Jürgen Schlund. Geplanter Beginn für den „Lauf 10“ ist der April. Dann soll binnen zehn Wochen etwas für die Gesundheit und Fitness getan werden. Die Teilnehmer trainieren nach detailliert ausgearbeiteten, individualisierten Trainingsplänen der TU München für einen Zehnkilometerlauf. Angesprochen werden mit der Aktion Leute jeden Alters, die wieder mit dem Sport anfangen möchten, wenn der Frühling kommt. Zusätzlich soll ab April das Mountainbike-Training wieder starten. „Die WSF Tapfheim wollen auch einen MB-Bikepark bauen. Im Juli ist zudem Wasserskifahren in Gundelfingen geplant“, nennt Schlund sportliche Perspektiven.

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