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Fußball

07.07.2020

FC Heidenheim verpasst den Aufstieg: Schimmers Frust und Aufschrei

„In den Entscheidungsgremien ist sehr viel fußballerischer und wirtschaftlicher Sachverstand vorhanden.“Den ganzen Frust über seine vergebene Torchance schrie der Wertinger Stefan Schimmer in Diensten des 1. FC Heidenheim in der 47. Minute heraus. Der Edeljoker kam zu Beginn der zweiten Halbzeit auf den Platz.
Bild: Tom Weller/dpa

Plus Der Edeljoker des 1. FC Heidenheim hatte im Bundesliga-Relegationsspiel gegen Werder Bremen die große Chance zum Ausgleich. Trotz des Scheiterns ist eine ganze Region stolz auf das Erreichte des Zweitligadritten.

Als Stefan Schimmer zu Beginn der zweiten Halbzeit im Relegationsspiel zur Fußball-Bundesliga zwischen dem 1. FC Heidenheim und dem SV Werder Bremen auf den Platz kam, ging plötzlich ein Ruck durch die Mannschaft des Gastgebers. Diese lag zur Pause mit 0:1 im Hintertreffen. Der Angreifer, der aus Wertingen stammt und der einige Jahre beim FC Gundelfingen in der Landesliga spielte, sollte es gemeinsam mit dem ebenfalls eingewechselten David Otto richten. Und beide Joker hatten gleich bei ihren ersten Szenen jeweils den Ausgleich auf dem Fuß.

Als Stefan Schimmer in der 47. Minute in guter Position den Ball mit der Innenseite knapp über den Kasten von Werder-Torhüter Jiri Pavlenka schoss, schrie er sich den ganzen Frust von der Seele. Der 26-Jährige belebte zweifelsohne das Angriffsspiel des Tabellendritten aus Liga zwei, doch mit dem erhofften Traum vom Aufstieg in die Beletage des deutschen Fußballs wurde es nichts. Nach packenden 98 Minuten stand es 2:2, aufgrund der geschossenen Auswärtstore – das Hinspiel endete 0:0 – konnten sich die Bremer in der Bundesliga halten.

Norman Theuerkauf wurde zum Pechvogel des 1. FC Heidenheim

Zum Pechvogel beim 1. FC Heidenheim avancierte Norman Theuerkauf mit seinem unglücklichen Eigentor in der dritten Minute und seinem leichtfertig verlorenen Zweikampf in der Nachspielzeit gegen Fin Bartels. Dieser legte den Ball quer zu Ludwig Augustinsson, der zum 1:2 vollendete.

Zwar kamen die Gastgeber mit der letzten Aktion durch einen verwandelten Foulelfmeter von Kleindienst noch zum 2:2 – tröstlich war dieser Treffer für die Kicker von der Ostalb freilich nicht mehr. Nach dem Schlusspfiff sagte Kapitän Marc Schnatterer vor laufender Kamera: „Was am meisten wehtut: Wir haben kein Spiel verloren und haben es trotzdem nicht geschafft. Das ist brutal.“

Auch Dillingens Landrat Leo Schrell fieberte mit den Heidenheimer mit

Mit den Heidenheimern fieberte am Montagabend auch Dillingens Landrat Leo Schrell. Er informierte sich in der zweiten Halbzeit ständig über das Internet über das Geschehen. „Leider hat das bittere Eigentor das Spiel aus Heidenheimer Sicht negativ beeinflusst“, analysierte gestern der Landkreischef das Ergebnis.

Dennoch habe der FCH, so Schrell, eine beeindruckende Leistung gezeigt. Was in Heidenheim in den vergangenen Jahren aufgebaut wurde, das beeindruckt den Fußball-Fan Leo Schrell schon länger: „In den Entscheidungsgremien ist sehr viel fußballerischer und wirtschaftlicher Sachverstand vorhanden“, stellt er den FCH-Verantwortlichen ein tolles Zeugnis aus. Und dass mit Trainer Frank Schmidt der dienstälteste Trainer im deutschen Profifußball in Bachhagel im Landkreis Dillingen wohnt, hat Leo Schrell veranlasst, ihn zu bitten, einen persönlichen Autorenbeitrag für das neue Landkreisbuch zu schreiben.

Auch der Vorsitzende schwäbischen Fußballer drückte dem 1. FC Heidenheim die Daumen

Umsonst hat auch der Vorsitzende der schwäbischen Fußballer, Johann Wagner, dem 1. FC Heidenheim in den Relegationsspielen gegen Bremen die Daumen gedrückt. Er hatte so sehr gehofft, dass es der Underdog schafft. Schließlich liege Heidenheim gerade einmal 50 Kilometer von seinem Heimatort Zusamaltheim entfernt. Wie Leo Schrell bescheinigt Wagner den verantwortlichen Personen beim FCH eine „hervorragende Arbeit“ in den vergangenen Jahren. Dass es in der kommenden Saison kein Erstligaderby zwischen Heidenheim und dem FC Augsburg gibt, bedauert er sehr. Wobei er zugeben muss, dass er in diesen beiden Spielen als Bezirksvorsitzender Schwabens dann doch eher auf der Seite der Augsburger gewesen wäre.

1. FC Heidenheim: Kevin Müller – Busch (78. Multhaupt), Mainka, Theuerkauf, Föhrenbach – Griesbeck – Schnatterer (46. Otto), Leipertz (68. T. Mohr), Dorsch (68. Sessa) – Kleindienst, Thomalla (46. Schimmer)

Werder Bremen: Pavlenka – Gebre Selassie, Veljkovic (68. Langkamp), Friedl, Augustinsson – Vogt – M. Eggestein, Klaassen – Osako (68. Bartels) – Sargent (88. Groß), Rashica (80. Füllkrug)

Schiedsrichter: Dr. Felix Brych (München)

Tore: 0:1 Theuerkauf (3./Eigentor), 1:1 Kleindienst (85.), 1:2 Augustinsson (90.+4), 2:2 Kleindienst (90.+8/Foulelfmeter)

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