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Fußball
02.06.2021

2:4 gegen ein halbes Nationalteam

Nach dem packenden Spiel in Sportfreundschaft vereint: die niederländischen Kicker von Fortuna Geelen und der FC Gundelfingen.
Foto: Flemisch/Repro Hödl

Historie: Vor 65 Jahren berichtete die Donau-Zeitung von einem Schlagerspiel des FC Gundelfingen – das aber inzwischen weitgehend in Vergessenheit geraten ist.

Erst zwei Jahre zuvor hatte Deutschland mit dem Gewinn des Fußball-Weltmeistertitels 1954 den Sprung zurück in die internationale Sportgemeinschaft geschafft – nach dem verlorenen Zweiten Weltkrieg mit all seiner Gräuel. Sportvergleiche über die nationalen Grenzen hinaus war noch etwas ganz Besonderes. So erregte vor fast 65 Jahren auch das Freundschaftsspiel der nordschwäbischen Amateurkicker vom FC Gundelfingen gegen die Profis des niederländischen Erstligisten Fortuna ’54 Geleen große Aufmerksamkeit.

Während andere „historische“ Partien immer mal wieder aus dem Archiv gekramt werden, ist dieser „schwäbisch-holländische“ Vergleich freilich inzwischen weitgehend in Vergessenheit geraten. Zeit also, um einmal wieder an die fetzige Partie vom 17. August 1956 zu erinnern.

3000 Zuschauer auf Gundelfinger Waldsportplatz

Vor 3000 Zuschauern auf dem Waldsportplatz – das Schwabenstadion war noch nicht errichtet – lieferten die Gastgeber den mit fünf aktuellen Nationalspielern aufgelaufenen Gästen einen packenden Kampf. 2:2 hieß es zur Pause, nach 90 Minuten stand eine ehrenvolle 2:4-Niederlage des FCG. Die beiden Heimtreffer markierten Gundelfingens Halbrechter Max Lohner sen. und einer von drei Gastspielern im FCG-Team, dem Coburger Amateurnationalspieler Manfred Schneider, der aus Dillingen stammte. Die Platzherren wurden außerdem verstärkt durch einen Heidenheimer und einen Günzburger.

Vier der fünf Geleen-Nationalspieler waren erst wenige Monate zuvor beim 2:1-Sieg der Niederländer gegen die Bundesrepublik Deutschland vor 65000 Zuschauern im Düsseldorfer Rheinstadion aufgelaufen. Die Gundelfinger hatten mit einem 1:1-Remis gegen die TSG 1846 Ulm bewiesen, dass sie schon damals zu den besten Teams Schwabens gehörten.

Kameradschaftsabend in der Gartner-Halle

Abgerundet wurde das Ereignis durch einen gemeinsamen Kameradschaftsabend in der festlich geschmückten Gartner-Halle. FCG-Ehrenpräsident Hermann Gartner begrüßte dazu zahlreiche Ehrengäste aus Politik und Sport, unter anderem Dillingens Landrat Dr. Martin Schwaiger und Fußball-Bezirksspielleiter Toni Kuster (Schretzheim). Fabrikant Gartner hatte mit seinen Kontakten auch wesentlich zum Zustandekommen des Spiels beigetragen, zu dem die Gäste unentgeltlich angetreten waren. Dirigent der Gundelfinger Stadtkapelle, die den Marsch „Alte Kameraden“ schmetterte, war Bürgermeister Anton Walter. „Ein dreifaches Hoch auf das liebe Nachbarland, das Königreich Holland, und die von der Stadtkapelle intonierte und von den holländischen Gäste mitgesungene holländische Nationalhymne schlossen die Festrede des Ehrenpräsidenten ab“, schrieb die Heimatzeitung damals in einem überschwänglichen Nachbericht.

Fortuna Geleen gewann übrigens 1957 den niederländischen Pokal, fusionierte 1968 mit dem Verein Sittardia zu Fortuna Sittard und kickt aktuell in der niederländischen Ehrendivision. Einziger deutscher Trainer war dort 1991/92 Georg Keßler, von 1997 bis 2000 coachte der auch hierzulande bekannte Bert von Marwijk das Team. Sittard und Geleen bilden heute eine gemeinsame Gemeinde mit rund 38000 Einwohnern, die an der deutschen Grenze nahe Aachen gelegen ist.

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