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Landkreis Dillingen

28.02.2020

Nach der Winterpause: Wertinger Kicker will fast 20 Kilo abspecken

Nicht alle Fußballer stellen gerne auf die Waage. Vor allem nach einer langen Winterpause könnte diese Werte anzeigen, die zum Nachdenken Anlass geben.
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Nicht alle Fußballer stellen gerne auf die Waage. Vor allem nach einer langen Winterpause könnte diese Werte anzeigen, die zum Nachdenken Anlass geben.
Bild: G. Herdin

Plus Nach einer Winterpause fällt es nicht allen Kickern leicht, sich für das Training neu zu begeistern. Vor allem dann, wenn die Pfunde mehr geworden sind. Aber einer will von 101 auf 84 Kilo.

Ihr Gewicht hat sie nie daran gehindert, Tore zu schießen. Ob Bremens „Kugelblitz“ Ailton oder Bayern Münchens „Kleines dickes Müller“ – sie waren von ihren Gegenspielern nur schwer zu stoppen. Auf die Waage sind die beiden Bundesliga-Goalgetter, so sagt man, nie gerne gestiegen. Gleiches gilt freilich auch für Nicolas Korselt.

Vollblutstürmer speckt ab

Der inzwischen 33-Jährige schnürte seine Fußballstiefel für den FC Gundelfingen , die SSV Höchstädt , den TSV Gersthofen. Jetzt kickt er beim TSV Wertingen II in der Kreisklasse. Sein aktuelles Gewicht schätzt Korselt auf 101 Kilogramm. Viel zu viel, um beim ersten Punktspiel am 29. März beim FC Pfaffenhofen-Untere Zusam in bester Form zu sein. „Ich werde bis dahin auf 84 Kilogramm abspecken“, sagt der Vollblutstürmer den überflüssigen Pfunden einmal mehr den Kampf an.

Nicolas Korselt.
Bild: FuPA

Im Advent, über Weihnachten , Neujahr und in den Wochen danach genießt Korselt seit vielen Jahren die schwäbische Küche und gönnt sich neben gut belegtem Salamibroten am Abend auch so manches Feierabendbier. „Ich bin schon ein Genussmensch“, gesteht der Wertinger. Doch damit ist für ihn seit Faschingsende Schluss. Seitdem ist Korselt wieder voll auf Fußball fixiert, hängt sich voll im Training rein und isst allenfalls noch die Hälfte. Um einigermaßen fit zu werden, wird er im März zwei Wochen lang nur vegane Kost zu sich nehmen. Die Wintervorbereitung sei angesichts seines sprunghaften Gewichts mitunter schon etwas stressig, Motivationsprobleme habe er aber deshalb nicht. Korselt : „Dafür macht mir der Fußball noch immer zu viel Spaß.“

Nach der Winterpause: Wertinger Kicker will fast 20 Kilo abspecken

"Hausaufgaben" in Kicklingen

Seit zwei Wochen befinden sich nach derr langen Winterpause auch die Kreisliga-Kicker des SV Kicklingen-Fristingen wieder im Training. Auf das Gewicht seiner Schützlinge schaut Coach Peter Piak während der Vorbereitung mit einem halben Auge durchaus. „Es sind nur wenige Spieler, die ein paar Kilo zu viel auf den Rippen haben“, ist der 47-Jährige zufrieden mit den Hausaufgaben, welche er seinen Mannen im Januar und Februar mit auf dem Weg gegeben hat. Piak hat ihnen eine Lauf-Challenge auferlegt, bei der pro Monat zwischen 80 und 100 Kilometer freiwillig zurückgelegt werden mussten. „Viele sind für sich alleine gelaufen“, betont Piak, der per Screenshot die Aufzeichnungen seiner Spieler erhalten und ausgewertet hat. Da bei der Lauf-Challenge zwei Gruppen gebildet wurden, bei der am Ende das schwächere Team die Gewinnermannschaft zum Pizzaessen einladen muss, wurde der Ehrgeiz unter den Spielern zusätzlich geweckt. Piak: „Manche sind weit mehr gelaufen, als sie mussten.“

Dass die Winter-Vorbereitung nach fast drei Monaten Pause nicht allen Akteuren leicht fällt, das hat Piak auch bei seinen vorigen Trainer-Stationen in Schretzheim , Wertingen , Meitingen , Höchstädt , Gundelfingen und Pfaffenhofen erlebt. Nicht nur manches lästige Kilo nerve die Spieler, auch Nebel, Regen, Schnee und Frost seien keine Motivationshilfen. Schlechtes Wetter begleite laut Piak aber nicht nur die Fußballer, sondern die Menschen allgemein. „Wer steht denn gerne auf, wenn es draußen noch Nacht ist und betreibt Feierabendsport, wenn es schon wieder dunkel geworden ist?“, stellt sich der Kicklinger Coach eine berechtigte Frage.

Mit sogenannten „Schönwetterspielern“ hat es in seiner langen Karriere als Spieler und Trainer zwischendurch auch Thomas Mödinger zu tun gehabt. Zuletzt war „Hugo“, wie Mödinger von seinen Kumpels genannt wird, als Coach bei der SG Lutzingen aktiv. Am meisten hat es ihn in den letzten Jahren geärgert, wenn Spieler relativ kurzfristig per Whatsapp die Teilnahme an der Übungseinheit abgesagt haben. Als Ausreden wird oft ein Schnupfen oder ein Husten genannt. Viele Absagen würden heutzutage erst 30 Minuten vor dem Trainingsstart erfolgen. „Das hat es früher nicht gegeben“, erinnert sich der 47-Jährige an seine eigene aktive Zeit als Spieler. Was die Teilnahme an der Vorbereitung nach der Winterpause im Vergleich zum Trainingsbeginn im Sommer anbelangt, sieht Mödinger kaum einen Unterschied: In der schönen Jahreszeit melden sich die Spieler immer mehr urlaubsbedingt ab, andere vergnügen sich an einem Sommer-Wochenende bei einem Rockfestival oder anderen Partys mit ihren Freunden.

"Schönwetterspieler"

Als langjähriger Trainer und Funktionär kennt sich Max Mordstein vom FC Pfaffenhofen-Untere Zusam bestens in der Amateurfußballszene aus. Die „Schönwetterspieler“ spielen nach seiner Ansicht meistens in den Reservemannschaften. Die Übergewichtigen habe es früher durchaus gegeben, und auch heutzutage gebe es Typen, die schneller zunehmen als andere. „Der eine schaut sich ein Schnitzel mit Pommes nur an, und schon geht sein Gewicht nach oben, der andere isst zweimal Ochs am Spiel und nimmt dabei sogar noch etwas ab“, lächelt Mordstein bei seiner überspitzten Darstellung. In der aktuellen Mannschaft des FC PUZ hat er in diesem Winter noch keinen Akteur ausgemacht, der ungern ins Training kommt. Viel hänge davon ab, wie man eine Übungseinheit gestalte, betont Mordstein. Das Wichtigste sei für ihn dabei der Spaßfaktor. Und der sei aktuell beim FC PUZ sehr hoch. Sich im Training bisweilen zu plagen, das gehöre freilich auch dazu, um gut zu sein. Doch das funktioniere nicht immer. Selbst bei Profis nicht, wie Mordstein über einen guten Bekannten, Ex-Bundesligaspieler Jürgen Haller ( Blau-Weiß 90 Berlin ), urteilt: „Er war manchmal halt einfach eine faule Socke“, schmunzelt der 67-Jährige.

Ex-Torjäger in Wertingen

Selbst bei Eis und Schnee hatte Helmut Gumpp in seiner aktiven Zeit als Spieler nie Probleme, sich fürs Wintertraining zu motivieren. „Wir haben uns auch ohne Coach zusammengetan und gebolzt“, denkt der heute 63-Jährige an die 70er- und 80er-Jahre zurück. Nach seiner aktiven Zeit trainierte der ehemalige Torjäger des TSV Wertingen unter anderem den TSV Unterthürheim und TSV Herbertshofen. Dabei hat er festgestellt, dass sich bei immer mehr jungen Kickern die Prioritäten im Laufe der Jahre verändert haben. Da stehe in der Freizeit längst nicht mehr der Fußball an erster Stelle, sondern die Freundin, die Kumpels und so manche Festivität. Früher, so Gumpp , sei man nach einer Spielversammlung mitunter bis zwei Uhr nachts im Sportheim gesessen, heutzutage scharren die Spieler nach dem Duschen schon mit den Hufen, damit sie schnell wieder weg sein können.

Ach ja, bei all den gemütlichen Stunden nach einem Training oder einem Spiel, bei dem so manches Glas geleert und der Hunger gestillt wurden, hat Helmut Gumpp selten Gewichtsprobleme bekommen. Auch wenige Monate vor dem Eintritt in den beruflichen Ruhestand will er sportliche Aktivitäten nicht missen. Statt Fußball spielt er Tennis oder setzt sich aufs Fahrrad , um immer wieder die Gegend rund um Wertingen zu erkunden.

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