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Jahresrückblick

24.12.2019

2019: Das war im Landkreis wichtig

Eine gescheiterte Sparkassenfusion, Schulen für Afrika und das Ende des Ankerzentrums.

  • Wirtschaft: Die Idee der Sparkasse Nordschwaben scheitert

Die Idee einer landkreisweiten Sparkasse ist gescheitert. Nördlingens Oberbürgermeister Hermann Faul hatte bereits Ende 2018 bekannt gegeben, dass die Sparkasse Nördlingen mit der Stadt- und Kreissparkasse Dillingen in Fusionsverhandlungen eintreten wolle.

Die Sparkassen Dillingen und Nördlingen fusionieren und bilden künftig die Sparkasse Dillingen-Nördlingen. Außen vor ist bei diesem Zusammenschluss die Sparkasse Donauwörth.

Wie indessen Armin Neudert, Verwaltungsratsvorsitzender und Oberbürgermeister Donauwörths, erklärte, sei man übereingekommen, keinerlei weitere Fusionsgespräche zu verfolgen. Das gelte auch für einen Zusammenschluss auf Nordschwaben-Ebene: Für Donauwörth komme eine Hauptniederlassung in Dillingen nicht infrage.

Man befürchtete, dass langfristig gesehen der Personalbestand und die Fachkompetenz in Donauwörth leiden. Andere Beispiele von Fusionen hätten gezeigt, dass am Ende dort, wo die Hauptniederlassung sitze, auch der Großteil der Mitarbeiter gebündelt werde. Die Bankinstitute aus Dillingen und Nördlingen fusionierten derweil im Juli zu einem neuen Geldhaus, Donauwörth bleibt eigenständig.

2019: Das war im Landkreis wichtig
  • Ankerzentrum: Die Einrichtung auf dem Schellenberg ist Geschichte

Donauwörth Wohl kaum ein anderes Thema brachte die Stadt Donauwörth so oft in die überregionalen Schlagzeilen wie das Ankerzentrum für Asylbewerber. Ab dem Sommer 2018 war es eines der ersten dieser Art – obgleich die vormalige Alfred-Delp-Kaserne seit 2015 als Erstaufnahme für Asylbewerber genutzt worden war. Zum Ende dieses Jahres ist nun endgültig Schluss.

Betriebsleiterin Alexandra Reinhardt und Einrichtungsleiter Frank Kurtenbach schließen die Türen am 20. Dezember endgültig.

Zwischen 150 und 200 Asylsuchende waren bis zuletzt in der Einrichtung auf dem Donauwörther Schellenberg untergebracht. Zu Hochzeiten im Sommer 2019 waren es noch 850 gewesen, die durchschnittliche Belegungszahl lag seit Sommer 2018 zwischen 600 und 700 Personen, die vor allem aus Afrika und aus der Türkei kamen.

Negative Schlagzeilen machte die Einrichtung aufgrund mehrerer Zwischenfälle, bei denen der Sicherheitsdienst und die Polizei eingreifen mussten. Vor allem ging es dabei um gewaltsame Übergriffe wegen anstehender Verlegungen in andere Gebäude oder anberaumte Abschiebungen, aber auch wegen Streitereien. Mitarbeiter betonten dabei, dass diese Übergriffe auch der räumlichen Enge sowie mangelnder Perspektiven geschuldet seien. In den Ankereinrichtungen sind sämtliche in ein Asylverfahren involvierte Behörden vor Ort, die Verfahren sollen so schneller abgewickelt werden.

Donauwörth war das zentrale Ankerzentrum in Bayerisch-Schwaben. Die behördliche Zentrale wird nun nach Augsburg verlegt, die Asylbewerber werden an Außenstellen in ganz Schwaben verlegt. Das Areal soll fortan Siedlungsfläche des Delp-Quartiers werden.

  • Bauprojekte: Millionen für neue Schulbauten

Es ist eines der größten Bauprojekte des Landkreises – der Neubau am Schulzentrum Rain. Die Bauarbeiten in Rain seien im Zeitplan, wie Joachim Aurnhammer vom Hochbauamt am Landratsamt Donau-Ries Ende Oktober zusammenfasste. Am ersten Baukörper wurden im Spätherbst die Fenster eingebaut. Danach folgten Fluchtbalkone und Fassade. Die Containerschule auf dem Volksfestplatz wurde baulich fertiggestellt, die Elektro- und Sanitärinstallationen schlossen sich an. Die Realschule wird momentan so vorbereitet, dass die Gebäudeteile, die abgebrochen werden, ab Januar 2020 geräumt werden können. Bis zu 60 Millionen Euro soll das Projekt kosten. Die Summe teilen sich der Kreis Donau-Ries und der Mittelschulverband Rain.

So sah ein früherer Entwurf des Architekturbüros Obel und Partner aus. Inzwischen schlagen die Architekten zwar weiter Lamellen als Fassadengestaltung des Schulzentrums vor, aber in unterschiedlicher Farbigkeit und verschieden großen Abständen.
Bild: Foto: Obel und Partner

Es ist derweil nicht die einzige Großbaustelle in dem vom Landkreis verantworteten Schulbereich: Am Theodor-Heuss-Gymnasium in Nördlingen (Kosten: rund 30 Millionen Euro) wird ebenso gebaut wie an der Anton-Jaumann-Realschule in Wemding (Kostenschätzung: 13 Millionen Euro).

Und trotzdem will der Landkreis jetzt ein weiteres großes Bauprojekt stemmen: die Sanierung des Gymnasiums Donauwörth. Schon im kommenden Jahr sollen die Bauarbeiten beginnen, sechs Bauabschnitte wird es wohl geben. Insgesamt sind für die Sanierung des Gymnasiums 25 Millionen Euro veranschlagt.

  • Landkreis-Politik: Mehr Nachhaltigkeit für den Landkreis und die Welt

Gegenüber all dem, was beispielsweise Hunderte Mitarbeiter im Landratsamt in Donauwörth täglich an wichtigen Themen bearbeiten müssen, kann hier nur eine kleine Übersicht darüber gebracht werden, was „sonst noch“ geschah im Landkreis Donau-Ries:

Afrika-Projekt Im Rahmen des vom Landkreis koordinierten Entwicklungshilfe-Projektes „1000 Schulen für Afrika“ sind aktuell 94 Schulen mithilfe privater Spenden gebaut und 2,75 Millionen Euro an Spenden gesammelt worden.

Zehn Schulen will der Landkreis Donau-Ries in Afrika errichten und so einen Beitrag zur Entwicklungshilfe leisten. Das Bild zeigt Landrat Stefan Rößle in Namibia.
Bild: Rößle

Nachhaltigkeit Der Landkreis Donau-Ries will das Thema ganz oben auf die Agenda setzen. Als erster Schritt soll im Landratsamt analysiert werden, wo Handlungsbedarf besteht. Es gebe Projekte, so Landrat Stefan Rößle (CSU), die durchaus bereits jetzt vorbildlich seien, zum Beispiel das Dorfladennetzwerk. In Sachen Naturschutz ist eine Aktion für die Anpflanzung von 100 000 neuen Bäumen im Kreis geplant – es soll eine freiwillige Aktion mit Vereinen, Waldbesitzern, Förstern und Bürgern werden.

Wälder Die Trockenheit macht den Wäldern zu schaffen. Bei den Staatsforsten setzt man fortan stärker auf Mischwälder. (dz)

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