1. Startseite
  2. Lokales (Donauwörth)
  3. Ankerzentrum: Wurde doppelt kassiert?

19.11.2019

Ankerzentrum: Wurde doppelt kassiert?

Staatsanwaltschaft und Verteidigung gehen in Berufung

Mitte Oktober hat das Nördlinger Schöffengericht einen 48-Jährigen zu einer Haftstrafe von zweieinhalb Jahren verurteilt. Der Chef des Sicherheitsdienstes, der Jahre lang im Ankerzentrum nach dem Rechten sah, soll sein Personal doppelt abgerechnet haben. Die Sicherheitsfirma betrieb der Berufssoldat im Nebenerwerb. Der entstandene Schaden liegt bei rund 91000 Euro. Sowohl die Verteidigung als auch die Staatsanwaltschaft gehen nun gegen das Urteil in Berufung.

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

Dieser Inhalt ist älter als 30 Tage und steht daher nur Abonnenten mit einem Plus+ Abo zur Verfügung.
Jetzt ab 0,99 € testen

Der Nördlinger Jurist Florian Engert ist der Verteidiger des Mannes. Er hält das Urteil des Nördlinger Amtsgerichts für überzogen. Sein Mandant habe nicht betrogen, das habe er auch im Prozess bis zum Schluss betont. Engert plädierte für einen Freispruch.

Eine nähere Ausführung der Berufung der Staatsanwaltschaft liegt noch nicht vor, teilt die sachbearbeitende Staatsanwältin mit. Das Landgericht Augsburg wird sich somit künftig mit dem Fall beschäftigen.

Die Sicherheitsfirma aus dem Landkreis Donau-Ries beschäftigte bis zu 18 Mitarbeiter pro Zwölf-Stunden-Schicht. Während der Nachtschichten verließen ab März 2016 ein oder zwei Mitarbeiter regelmäßig für rund drei Stunden die Unterkunft, um gewerbliche Räume in Donauwörth und der weiteren Umgebung zu kontrollieren. Die Inhaber der Räume waren ebenfalls Kunden der Sicherheitsfirma. Die Arbeit der Mitarbeiter wurde gleichzeitig der Regierung von Schwaben in Rechnung gestellt, weshalb der 48-Jährige angeklagt wurde. Er sagte im Prozess: „Ich hatte niemals die Absicht zu betrügen.“ Ihm sei die Firma über den Kopf gewachsen. (mit wwi)

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren