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Mobilität

14.07.2020

Auf die Gleise gesetzt

Grundsätzlich soll die Strecke der Hesselbergbahn in einem guten Zustand sein. Ausnahmen sind laut Bayernbahn einige Bahnübergänge.

Bei den Grünen geht es weiter um die Zukunft der Hesselbergbahn. Es braucht mehr politischen Druck aus der Region

Nach Jahren des Stillstands wird inzwischen wieder über die Reaktivierung der Hesselbergbahn zwischen Nördlingen und Wassertrüdingen recht eifrig diskutiert. Anlass ist neben der grundsätzlichen Debatte über eine Verbesserung der Mobilität in den ländlichen Regionen eine neue Potenzialanalyse des Verkehrsverbundes Großraum Nürnberg (VGN). Diese hat bis 2030 eine durchschnittliche Fahrgastauslastung von 1020 Personenkilometern pro Kilometer Betriebslänge ergeben. Damit wäre eine Grundvoraussetzung für die Bestellung von Zugverkehren durch den Freistaat Bayern erfüllt.

Um das Thema zu vertiefen und weitere Schritte auszuloten, hatte am Montagmorgen die Grünen-Landtagsabgeordnete Eva Lettenbauer zu einem Fachgespräch an den Nördlinger Bahnhof eingeladen. Neben politischen Vertretern war auch Andreas Braun von der Bayern-Bahn dabei. Einig war sich die Runde, dass noch viele Klippen umschifft werden müssen, um die Bahnlinie wiederzubeleben.

Der Mobilitätsexperte der Grünen-Landtagsfraktion, Markus Büchler, sieht derzeit eine gewisse Bewegung der Bayerischen Staatsregierung hin zu einer klimafreundlichen Mobilität verbunden mit einer Aufwertung der ländlichen Regionen. Folglich müsste sich der Staat fortan finanziell mehr um die Reaktivierung von stillgelegten Bahnlinien auf dem flachen Land bemühen, meinte Büchler. Optimistisch stimme ihn die Zustimmung der CSU/Freie-Wähler-Vertreter im Verkehrsausschuss des Bayerischen Landtags zu einem Grünen-Antrag. Darin werde von der Staatsregierung eine Kofinanzierung von Investitionen privater Eisenbahnunternehmen zur Ertüchtigung der Infrastruktur stillgelegter Bahnlinien aus Landesmitteln gefordert.

Auf die Gleise gesetzt

Positiv zu werten sei zudem, dass nach der Novellierung des Gemeinde-Verkehrsfinanzierungsgesetzes (GVFG) aus diesem Topf Finanzmittel für die Reaktivierung von Bahnstrecken abgerufen werden könnten.

Andreas Braun wiederholte gestern seine grundsätzliche Bereitschaft, bei passenden Voraussetzungen die Strecke Nördlingen-Wassertrüdingen für den Personenverkehr zu betreiben und vorher die Infrastruktur der Strecke entsprechend zu ertüchtigen. Braun bezifferte die Kosten auf bis zu zwei Millionen Euro. Äußerungen, wonach dies bis zu 15 Millionen Euro verschlingen würde, nannte er „erfunden“.

Insgesamt sei die Strecke in einem ordentlichen Zustand, weil sein Unternehmen sich stetig darum kümmere. Ein Problem stellten allerdings die Bahnübergänge im Bereich Oettingen dar. Zum einen der an der Staatsstraße Richtung Megesheim/Wemding, zum anderen der von der B466 nach Hainsfarth.

Letzteren will die Bayern-Bahn auflösen – gegen den massiven Widerstand der Gemeinde Hainsfarth. Der Übergang Richtung Megesheim müsse mit den entsprechenden Signalanlagen ausgerüstet werden. Mit dem Staatlichen Bauamt Augsburg führe er derzeit Gespräche um eine Gesamtlösung für diesen Abschnitt, so Braun.

Einig waren sich die Gesprächsteilnehmer in einem: In erster Linie müsse politischer Druck aus der Region kommen, um die Reaktivierung der Hesselbergbahn voranzubringen. Als einen Schritt in diese Richtung sieht Eva Lettenbauer den Beschluss des Wirtschaftsausschusses des Donau-Rieser Kreistags, die neue Potenzialanalyse mit der BEG abzustimmen und die weiteren Schritte auszuloten.

Unterstützt wird die Reaktivierung des Hesselbergbahn auch von den beiden Bürgermeistern Thomas Heydecker (Oettingen) und Timo Böllmann (Möttingen). Der Nördlinger Grünen-Stadtrat Wolfgang Goschenhofer sieht ein großes Potenzial für die Hesselbergbahn durch die Erweiterung der Firma Varta in Nördlingen.

Timm Kretschmar vom Fahrgastverband Pro Bahn hält es im Falle einer Wiederaufnahme des Bahnverkehrs für wichtig, entsprechende Umsteigemöglichkeiten auf die Riesbahn in Nördlingen zu schaffen.

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