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13.12.2008

Aufzüge im Bahnhof kosten mindestens 3,2 Millionen Euro

Donauwörth (wwi) - 26 Stufen runter, 26 Stufen rauf - die Bahnsteige zu den Gleisen 2 bis 7 im Donauwörther Bahnhof sind für manche Reisende nur schwerlich zu erreichen. Seit geraumer Zeit bemühen sich Kommunalpolitiker und Bürger, die Zustände zu verbessern und für einen barrierefreien Zugang zu sorgen. Eine entsprechende Modernisierung des Bahnhofs mit dem Einbau von Liften würde zwischen 3,2 und 4,7 Millionen Euro kosten. Das hat nun die Bahnhofsagentur - eine Tochterfirma der Deutschen Bahn AG - im Auftrag der Stadt errechnet. Die hofft, dass das Projekt von 2010 an verwirklicht werden kann.

Rund 50 000 Euro Honorar bezahlt die Kommune für die Pläne. "Wir treten in eine gewisse Vorleistung, um die Bahn zu überzeugen, dass wir das Thema ganz, ganz ernst nehmen", erklärte Oberbürgermeister Armin Neudert in einer Sitzung des Planungsausschusses des Stadtrats. Der OB berichtete, dass sich viele Orte in Deutschland einen barrierefreien Bahnhof wünschen. Beispielsweise in Treuchtlingen und in Günzburg baute die Bahn in jüngster Vergangenheit solche Aufzüge ein.

"Wir sehen auch für Donauwörth eine echte Realisierungschance", so Neudert. Die Agentur habe verschiedene Varianten ausgearbeitet, wie der Bahnhof umgestaltet werden könnte. Man müsse nun alle Hebel in Bewegung setzen, in ein entsprechendes Investitionsprogramm der Bahn in Bayern zu kommen. Ein solches starte voraussichtlich wieder 2010.

Sollte Donauwörth dieses Ziel erreichen, ist laut Stadtbaumeister Kay Wannick pro Bahnsteig - davon gibt es in der Großen Kreisstadt drei - mit einer Bauzeit von einem Jahr zu rechnen. Im besten Fall könnte die Maßnahme also 2013 beendet sein.

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Ein Nebeneffekt der Bemühungen ist Wannick zufolge, dass die Bahn jetzt auch klären will, welche Gleise auf dem weitläufigen Gelände, auf dem sich auch der einstige Güterbahnhof befindet, überhaupt erhalten bleiben sollen. Dies sei für ein zweites mögliches Projekt von Bedeutung: die Verlängerung der Personenunterführung von Gleis 7 bis zur Industriestraße. Auf diese Weise könnten Eurocopter-Beschäftigte von den Zügen zu Fuß auf direktem Weg in die Firma gelangen.

Der Haken: Die Bahnhofsagentur schätzt die Kosten hier auf rund sieben (!) Millionen Euro. Würden einige Gleise im Güterbahnhof-Bereich abgebaut, könnte sich die reine Bausumme auf 3,5 Millionen Euro reduzieren. Jedoch sei darin beispielsweise der Abbau der Gleise und der Oberleitungen nicht enthalten. "So könnte die günstigste, weil kürzeste Variante gleich teuer wie die längste werden", so Wannick.

OB Neudert sprach angesichts dieser Tatsachen bei der Unterführung von einer "langfristigen Überlegung". Die Stadträte aller Fraktionen und Gruppierungen sahen dies ähnlich. Gleichzeitig stimmten die Räte den Planungen für den barrierefreien Ausbau der Bahnsteige einhellig zu. Dieser sei unbedingt nötig, hieß es.

Bereits im kommenden Jahr könnte der Bau eines neuen WC am Bahnhof verwirklicht werden. Das bisherige Gebäude ist bekanntlich seit einem Brand geschlossen. Als Notlösung stellte die Stadt - die Bahn ist laut Gesetz nicht dazu verpflichtet, im Bahnhof Toiletten zur Verfügung zu stellen - zwei mobile WC auf. Wenn es der Haushalt der Kommune hergibt, soll 2009 an gleicher Stelle ein Neubau erstellt werden, sagte Stadtbaumeister Wannick. Investor wäre die Stadt, das Grundstück gehöre aber weiter der Bahn.

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