Newsticker
Streit über Corona-Impfstoff: EU-Krisentreffen mit Astrazeneca findet nun doch statt
  1. Startseite
  2. Lokales (Donauwörth)
  3. Aus dem Harburger Friedhof soll ein Park werden

Harburg

30.09.2020

Aus dem Harburger Friedhof soll ein Park werden

Aus dem alten Teil des Friedhofs in Harburg verschwinden nach und nach die Gräber. Das Gelände soll nun schrittweise in eine Parkanlage umgestaltet werden.   

Plus Der ältere Teil des Gottesackers in Harburg gibt kein schönes Bild ab. Was die Gründe dafür sind und wie die Kommune das Projekt „Friedpark“ angehen will.

Ein Friedhof ist im Idealfall ein naturnaher Ort der Begegnung und der Besinnung. Auf dem älteren Teil des Gottesackers in Harburg herrscht eher triste Atmosphäre. Zwischen den einzelnen Gräbern klaffen große Lücken, manche Grabsteine stehen ziemlich verloren auf einer großen grauen Schotterfläche. Das will der Stadtrat nun ändern.

Aus dem wenig attraktiven Gelände am Hang zwischen Altstadt und B25 soll so etwas wie ein Park werden. Bürgermeister Christoph Schmidt hat im Ausschuss für Stadtentwicklung, Wirtschaft, Tourismus und Umwelt einen ersten Planentwurf vorgelegt. Der entstand nach einem Ortstermin mit Kreislandschaftspfleger Paul Buß. Der schaute sich das Areal an und war laut Schmidt begeistert: „Er sieht dort ein Riesenpotenzial.“

Ganz spezielle Umstände am Friedhof in Harburg

Die Ratsmitglieder beschlossen einstimmig, die Um- und Neugestaltung anzupacken. Der Grund für die geschilderte Situation sind ganz spezielle Umstände in Harburg. Der alte Teil des Friedhofs hat einen lehmigen Untergrund. Der verhindert, dass begrabenen Leichname verwesen.

Deshalb finden in diesem Bereich auch kaum noch Beerdigungen statt. In den noch bestehenden Familiengräbern dürfen nur noch Ehepartner beigesetzt werden. Aktuell kann nach Auskunft von Schmidt die Grabpflege zwar noch verlängert werden, das letzte Grab im alten Friedhof soll aber spätestens bis zum Jahr 2052 verschwunden sein.

Bestattungen finden seit Jahren nach Möglichkeit im neueren Teil des Friedhofs statt. Dort wurden eigens belüftete Grabkammern geschaffen, um eine Verwesung zu ermöglichen.

Die Bestattungskultur in Harburg verändert sich

Gleichzeitig verändert sich auch in Harburg die Bestattungskultur. Nur noch etwa ein Drittel aller Beerdigungen sind Erdbestattungen. Deshalb werden in Zukunft weitere Urnengräber benötigt.

Vor diesem Hintergrund soll nun der alte Friedhof ein neues Gesicht bekommen. Ein erster Entwurf sieht dem Bürgermeister zufolge so aus: Es sollen Bereiche für verschiedene Arten von Urnenbestattungen angelegt werden. Auf dem Areal sollen Baumgruppen gepflanzt werden, um gezielt Sichtachsen zur Burg und über die Stadt hinweg ins Wörnitztal zu schaffen. Zudem wären an bestehenden und an neu gepflanzten Bäumen auch sogenannte Baumbestattungen möglich. Die Fußwege könnten asphaltiert werden. Es soll Sitzgelegenheiten geben, aber auch freie Flächen.

Erste Maßnahmen sollen bald angepackt werden

Dies alles sei eine „Diskussionsgrundlage“, so Christoph Schmidt. Es solle auch nicht alles auf einmal verwirklicht werden. Vielmehr könnte man den „Friedpark“ – so der Arbeitstitel für das Projekt – über Jahre und Jahrzehnte hinweg umgestalten. Dies hätte auch einen finanziellen Vorteil: „Wenn wir das Schritt für Schritt machen, wäre der Aufwand gering.“

Die Mitglieder des Ausschusses zeigten sich von dem Konzept angetan. Wolfgang Stolz betonte, das Areal müsse „absolut barrierefrei“ gestaltet werden. Matthias Schröppel bat darum, die Kirchengemeinden mit einzubeziehen.

Harburger Ratsmitglieder beschließen gleich konkrete Maßnahmen

Die Räte beschlossen auch gleich einhellig ein paar konkrete Maßnahmen. Über den Winter soll die Thujahecke, die durch einen Teil des Friedhofs verläuft, gerodet werden. Außerdem sollen erste Bäume gepflanzt und die große Kiesfläche soll zu einer Rasenfläche werden. Weitere Schritte wären dann: Es könnte festgelegt werden, wo die erste Urnengrabanlage platziert wird. Möglicherweise im Frühjahr können auch die ersten Wege neu angelegt werden.

Lesen Sie auch:

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren