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Donauwörth:

12.07.2019

Autos im Ankerzentrum demoliert: Asylbewerber sitzt in U-Haft

Der 19-Jährige, der im Ankerzentrum Donauwörth Autos demolierte, sitzt in Untersuchungshaft.
Bild: Manuel Wenzel

Der 19-Jährige, der im Ankerzentrum Donauwörth Autos im Wert von 50.000 Euro demolierte, sitzt seit Freitagvormittag in Untersuchungshaft. Aber: Wer zahlt den Schaden?

Der 19-jährige Nigerianer, der am Mittwoch im Ankerzentrum ein Dutzend Mitarbeiterautos mit einem dicken Holzscheit demoliert und dabei einen Gesamtschaden von etwa 50.000 Euro angerichtet hat, sitzt mittlerweile in Untersuchungshaft. Der junge Mann wurde am Freitagvormittag dem Ermittlungsrichter beim Amtsgericht Augsburg vorgeführt, der den von der Staatsanwaltschaft beantragten Haftbefehl wegen zwölffacher Sachbeschädigung erließ und in Vollzug setzte.

Asylbewerber schlug Front- und Heckscheiben ein

Der Westafrikaner, dessen Asylantrag vor längerer Zeit abgelehnt worden war, hatte sich am Mittwoch unbefugterweise Zugang zum Ankerzentrum in der ehemaligen Alfred-Delp-Kaserne verschafft. Dort machte er sich bei seinem Ausraster laut Regierung von Schwaben ausnahmslos an allen Autos, die vor dem Bürogebäude der Zentralen Ausländerbehörde geparkt waren, zu schaffen. Er schlug Front- und Heckscheiben ein, dafür kletterte er bei einigen Autos auch auf die Motorhaube.

Der Mann war unmittelbar nach der Tat vom Sicherheitsdienst und der Polizei widerstandslos festgenommen worden. Danach wurde er in die Psychiatrie in Donauwörth gebracht. Nachdem bekannt geworden war, dass er dort aus ärztlicher Sicht nicht weiter bleiben muss, beantragte die Staatsanwaltschaft den Haftbefehl und der Mann kam vorläufig in Polizeiarrest.

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Autos müssen abgeschleppt werden

Fast alle der beschädigten Pkw mussten abgeschleppt werden, heißt es weiter von der Regierung. Den betroffenen Mitarbeitern wurde nach dem Vorfall freigestellt, ihren Dienst zu beenden – was diese auch taten. Bis zum Mittag verließen die Angestellten das Gelände. Vorher musste freilich geklärt werden, wie die Personen überhaupt nach Hause kommen. Manche fuhren nach Auskunft der Regierung zum Teil direkt bei den Abschleppfahrzeugen mit. „Wer keine Fahrgelegenheit hatte, wurde nach Hause gebracht.“

Bleibt die Frage, wer für die entstandenen Schäden aufkommt. „Wer Leidtragender ist und eine Kfz-Vollkasko abgeschlossen hat, ist auf der sicheren Seite“, sagt hierzu Karl Aumiller, Sprecher des Bezirksverbandes Augsburg im Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BKV). Die Versicherung übernehme – gegebenenfalls nach Abzug der Selbstbeteiligung – die Kosten für neue Scheiben. Sorgen über höhere Beiträge brauchen sich die Betroffenen nicht zu machen, so Aumiller. „Lassen allerdings die Halter auch beschädigte Motorhauben reparieren, müssen die Versicherten mit einer Rückstufung ihrer Schadensfreiheitsklasse rechnen.“

Ohne Kasko gibt es kein Geld

Bei Kunden mit Teilkasko-Policen übernehmen dem Experten zufolge die Versicherungen nach Abzug einer Selbstbeteiligung in der Regel die Kosten für neue Autoscheiben, ebenfalls ohne Rückstufung. Kosten für demolierte Motorhauben tragen Teilkasko-Versicherungen nicht.

Wer keine Kasko-Versicherungen hat, dürfte ganz leer ausgehen. In diesem Fall bleibe nur der gerichtliche Klageweg. „Aber es ist fraglich, ob man selbst bei einem erstrittenen Rechtstitel jemals überhaupt das Geld bekommt, weil der Nigerianer nur ein Duldungsstatus hat und bald abgeschoben werden soll“, so Aumiller. Da die Beschädigungen jedoch in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Dienst stehen, prüft die Regierung von Schwaben derzeit, ob und wie die Schäden ersetzt werden können, die nicht durch die Fahrzeugversicherung abgedeckt sind.

Für eine zügige Abwicklung sollten Betroffene auf jeden Fall Fotos von den Schäden machen. Bis zu einer Schadensmeldung von etwa 1000 Euro reichen den meisten Versicherungen Fotos aus, sagt der BKV-Bezirkssprecher. Bei höheren Schäden kann die Versicherung zur Beurteilung einen Beauftragten schicken.

Auch das Abschleppen könnte für manche der Autobesitzer finanzielle Folgen haben, sagt Karl Aumiller. Denn die Kosten dafür würden nur von der Versicherung getragen, wenn man einen zusätzlichen Kfz-Schutzbrief abgeschlossen hat oder Mitglied eines Automobil-Clubs ist.

Lesen Sie dazu auch: Ankerzentrum: Warum rastete ein Asylbewerber in Donauwörth aus?

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Die Diskussion ist geschlossen.

12.07.2019

Falls die Versicherung den Schaden reguliert, wird sie den Verursacher regresspflichtig machen.
Sollte dieser kein Geld haben, wird der Staat einspringen müssen. Die Allgemeinheit zahlt in jedem
Fall die Zeche.

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13.07.2019

>> Sollte dieser kein Geld haben, wird der Staat einspringen müssen. <<

Es gibt keine Rechtsgrundlage für eine Schadensübernahme durch den Staat.

Das hatten wir ja schon bei Radunfällen von Asylbewerbern gegen Autos - wenn keine Haftpflichtversicherung vorhanden ist, bleibt der Schaden am Auto beim Autobesitzer hängen.

https://www.augsburger-allgemeine.de/landsberg/Landsbergerin-bleibt-nach-Unfall-mit-Fluechtling-auf-Schaden-sitzen-id36331097.html

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