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Einsatz

19.11.2019

B2-Raser hat auch die Wegekreuze beschädigt

Dieses Feldkreuz hat der 37-Jährige nahe Nordheim beschädigt.
Foto: wwi

Mit 220 Stundenkilometer rast ein Mann aus dem Raum Donauwörth über die B2 und kann erst auf der A8 gestoppt werden. Der 37-Jährige ist bereits anderweitig aufgefallen.

Der Vorfall erinnert an die unglaublichen Szenen, die sich am Wochenende in München zugetragen haben: Ein Autofahrer raste nachts durch die Landeshauptstadt und erfasste auf einer Fußgängerampel eine Gruppe Jugendlicher. Das bezahlte ein 14-Jähriger mit seinem Leben – eine Tragödie. Zu der hätte es am Sonntag auch in der Region kommen können.

Lesen Sie hierzu auch: 14-Jähriger stirbt bei Raser-Unfall: Polizei weist Hetzjagdvorwurf zurück

Ein Mann aus dem Raum Donauwörth raste am späten Nachmittag auf der B2 in Richtung Augsburg. Einem Beamten der Donauwörther Verkehrspolizei-Inspektion, der mit einer Zivilstreife unterwegs war, fiel auf Höhe Asbach-Bäumenheim der PS-starke Audi Q5 auf. Der Beamte heftete sich an die Fersen des Fahrers und versuchte diesen zum Anhalten zu bewegen. Doch der 37-Jährige reagierte nicht.

Zwei Rote Ampeln überfahren

Stattdessen gab er Gas – mit mehr als 220 Stundenkilometern raste er laut Polizei auf der B2 in Richtung Augsburg. An der Gersthofer Abfahrt zur Bahnhofstraße verringerte der Mann die Geschwindigkeit, verließ die B2 und bog in Richtung Hirblingen ab. Er überfuhr zwei rote Ampeln an der Brücke und am Hery-Park. Fußgänger befanden sich in diesem Augenblick nicht auf der Straße. Laut Polizei mussten aber andere Autofahrer stark abbremsen, um einen Unfall zu verhindern.

Als der 37-Jährige den Kreisverkehr am Ortsende von Gersthofen verlassen hatten, versuchten mehrere Polizeistreifen den Audi auf der freien Strecke zu stoppen. Sie mussten jedoch abbrechen, da der Fahrer ohne Rücksicht auf Verluste einen Zusammenstoß in Kauf nahm. Anschließend steuerte er die Anschlussstelle Neusäß an, um auf die A8 zu kommen. Auf der Autobahn gab er wieder Gas. Kurz vor der Ausfahrt Adelsried war dann Schluss: Mehrere Polizeifahrzeuge versperrten dem 37-Jährigen den Weg, Streifen dahinter keilten den Audi ein und nahmen dem Fahrer so jede weitere Fluchtmöglichkeit. Der 37-Jährige wurde festgenommen. Laut Polizei hatte er einen verwirrten Eindruck gemacht. Er wurde in ein Bezirkskrankenhaus gebracht und soll in den kommenden Tagen befragt werden.

Alkohol war offenbar nicht im Spiel

Warum hat er sich ins Auto gesetzt und war ohne Rücksicht gerast und hat dabei andere Verkehrsteilnehmer durch seine Fahrweise gefährdet? Alkohol war offenbar nicht im Spiel, teilte die Polizei am Montag auf Nachfrage mit. Der Führerschein des 37-Jährigen wurde noch an Ort und Stelle beschlagnahmt.

Mann beschädigt ein halbes Dutzend Wegekreuze

Vieles deutet darauf hin, dass der Nordschwabe psychisch krank ist. Bei dem Raser handelt es sich nach Informationen unserer Zeitung um den Mann, der bereits vor rund einem Monat für Aufsehen und Aufregung gesorgt hat. Mitte Oktober tourte er durch den südlichen Donau-Ries-Kreis und den nördlichen Landkreis Augsburg und beschädigte mehr als ein halbes Dutzend Wegekreuze mit Christusfiguren.

Er benutzte teilweise eine Motorsäge oder riss und schlug einfach Teile ab oder beschmierte sie mit Farbe. Der Polizei wurden Fälle in Marxheim – dort waren zufällig mehrere Personen anwesend und konnten Schlimmeres verhindern – und Altisheim sowie bei Lechsend, Zirgesheim, Nordheim und Ellgau bekannt. Bereits damals hieß es, der Mann habe möglicherweise psychische Probleme. Er kam auch in eine Klinik, wurde offenbar aber zwischenzeitlich wieder aus dieser entlassen.

Die Polizeiinspektion Gersthofen bittet andere Verkehrsteilnehmer, die der 37-jährige bei seiner Fahrt gefährdete, sich zu melden. Die Telefonnummer der Dienststelle lautet 0821/323-1810.

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