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Landkreis

09.01.2019

Bauland im Landkreis Donau-Ries ist heiß begehrt

Angefangen hat alles mit Modellen bei den Bürgerwerkstätten – derzeit ist das vormalige Kasernengebiet auf dem Donauwörther Schellenberg das größte Areal für Siedlungsgrundstücke in der Region rund um Donauwörth.
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Angefangen hat alles mit Modellen bei den Bürgerwerkstätten – derzeit ist das vormalige Kasernengebiet auf dem Donauwörther Schellenberg das größte Areal für Siedlungsgrundstücke in der Region rund um Donauwörth.
Bild: Thomas Hilgendorf

Auch wenn die Preise in einigen Gebieten in der Region schon recht hoch sind, im Bundesvergleich sind die Grundstückspreise nach wie vor moderat.

Baugrund in München erben, ist wie ein Sechser im Lotto: 2.533 Euro kostete dort der Quadratmeter Bauland zuletzt im Schnitt. Für diesen Betrag müssten im Kreis Donau-Ries 42,9 Quadratmeter Besitzer oder Besitzerin wechseln. Im Schnitt zahlten Käufer nach den Meldungen ans Finanzamt hier rund 59 Euro pro Quadratmeter Bauland. Das ist Platz 270 in der bundesweiten Baulandpreis-Bundesliga, unter 403 ausgewerteten kreisfreien Städten und Landkreisen (wobei gilt, je weiter hinten, desto niedriger der Quadratmeter-Preis). Am günstigsten kommen Bauherren derzeit im Kreis Elbe-Elster (Brandenburg) an Baugrund: Für 10 Euro ist der Quadratmeter im Schnitt zu haben. Der bundesweite Schnitt liegt bei 131 Euro (Vorjahr: 119 Euro). Tendenz weiter steigend.

„Baureifes Land“ ist am teuersten

Es geht aber auch noch ein bisschen teurer: In der statistischen Erfassung wird Bauland nochmals in ‘baureifes Land’, ‘Rohbauland’ und ‘sonstiges Bauland’, das beispielsweise als Freifläche genutzt wird, untergliedert. Die Untergruppe ‘baureifes Land’, ist die teuerste Form, denn das besagt, dass der Bagger sofort rollen kann, weil die notwendige Erschließung vorhanden ist.

Wesentlich günstiger ist Rohbauland, da es sich hier um Grundstücke handelt, die erst in absehbarer Zeit erschlossen werden sollen.  Deswegen unterscheiden sich auch die beiden Durchschnittswerte, die die Statistiker für den Kreis Donau-Ries angeben: Bauland kostete 2017 im Kreis Donau-Ries im Schnitt rund 59 Euro (Vorjahr: 48 Euro), baureifes Land kam sogar auf rund 86 Euro (Vorjahr: 65 Euro). Diese durchschnittlichen Kaufwerte errechnen sich dabei aus tatsächlichen Grundstücksgeschäften, sind also keine Werte, die Gutachterausschüsse ermitteln. Basis der Berechnung sind die Daten, die zur Berechnung der Grunderwerbsteuer ans Finanzamt gemeldet werden. Das kennt damit die echten Verkaufswerte auf Euro und Cent (vorausgesetzt, es wechselt kein Schwarzgeld den Besitzer). Diese Verkaufswerte werden zur Erfassung in der Kaufwerte-Statistik weiter gemeldet.

2017 wurden im Kreis Donau-Ries 507 Baugrundstücke verkauft

Damit wissen wir, dass 2017 in Bayern exakt 19.828 baureife Grundstücke verkauft wurden. Dazu kamen 3.729 Verkaufsfälle mit Bauerwartungsland, macht zusammen 23.557 Käufe und Verkäufe. Der Kreis Donau-Ries hat daran seinen Anteil: Insgesamt 507 Baugrundstücke wurden hier verkauft, darunter 434 baureife Grundstücke. Bei diesen kostete der Quadratmeter wie schon gesagt im Schnitt 86,04 Euro. Das waren 21,29 Euro (oder 32,9 Prozent) mehr als im Jahr davor.

Daraus ergab sich als Umsatz für Grundstücksgeschäfte mit baureifen oder bebauten Grundstücken 34,42 Millionen Euro (Vorjahr: 24,59 Millionen Euro). Andere verkaufte Baulandarten sorgten 2017 für 73 Geschäfte mit einem Umsatzvolumen von 11,62 Millionen Euro (Vorjahr: 54/6,85 Millionen Euro). Im Bund läpperten sich die Baulandverkäufe auf insgesamt 16,69 Milliarden Euro (davon baureifes Land 14,08 Milliarden Euro).

Bauen oder Landbanking?

Bleibt noch eine Frage, bei der die Statistik die Antwort aber mangels Erfassung schuldig bleibt. Was macht der Käufer mit dem Bauland? Bauen oder Landbanking? Landbanking heißt, auf wachsende Baulandpreise zu setzen statt das Geld zu Niedrigzinsen auf die Bank zu tragen. Bei der derzeitigen Nachfrage ein sicheres Geschäft. Vor allem, wenn die Warnung vor dem ‘’Flächenfraß’’ die Ausweisung von Baugebieten hemmt. Hohe Preise sorgen dann vor allem für kleine Gärten - und damit auch für allenfalls kleine ökologische Nischen für Pflanzen und Tiere. Da wird’s dann beispielsweise eng für bienenfreundliche Blumenpracht und die Kinder spielen auf der Straße. Teja Banzhaf (teb). / Zeitungsdienst Südwest (zds).

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