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Protest

07.10.2011

Behördenfunk: Jetzt machen die Bürger mobil

In Wemding hat sich eine Interessengemeinschaft gegen den geplanten Standort im Lommersheimer Forst formiert

Wemding Die Wemdinger wollen sich nicht mit den Plänen des Freistaats abfinden, im Lommersheimer Forst etwa 500 Meter südöstlich der Stadt einen 40 bis 50 Meter hohen Sendemast für den geplanten neuen digitalen Behördenfunk hochzuziehen. Nachdem sich bereits der Stadtrat gegen das Projekt an diesem Standort ausgesprochen hatte, hat sich bei einer Bürgerversammlung nun auch eine Interessengemeinschaft (IG) formiert.

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„Wir sehen den Standort extrem kritisch“, erklärt IG-Sprecher Markus Ruider gegenüber unserer Zeitung. An dem Vorhaben gebe es einiges auszusetzen. So befürchten viele Wemdinger – über 700 haben sich in eine Protest-Unterschriftenliste eingetragen – gesundheitliche Beeinträchtigungen durch die Sendeanlage, die dem Vernehmen nach ein Gebiet von rund 120 Quadratkilometern abdecken soll. Ruider verweist auf Experten, die den Behördenfunk in der vorgesehenen Form für schädlich halten. Demnach müssten beispielsweise Rettungskräfte das Funkgerät ausschalten, bevor sie sich einem Verletzten nähern. Zudem sei fraglich, ob die Technik überhaupt funktioniere.

„Man muss die Leute aufklären“, fordert der IG-Sprecher. Ihn stört, mit welcher Ignoranz über die Bedenken und Proteste der Bürger hinweggegangen werde. Wie berichtet, hatte ein Sprecher aus dem Innenministerium vor einigen Wochen bei einem Treffen in Wemding zugesagt, es würden alternative Standorte zum Lommersheimer Forst geprüft. Kürzlich teilte die zuständige Stelle aus München lapidar mit, dass doch keine Alternative infrage komme.

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Wie Ruider moniert auch Bürgermeister Dr. Martin Drexler, dass der Mast zu nahe am Wohngebiet liege und außerdem das Landschaftsbild beeinträchtigen würde. Weiter verweisen die Wemdinger auf den erst in diesem Jahr eröffneten und auch mit staatlichen Geldern finanzierten Walderlebnispfad im Staatsforst der direkt um den Mast führen würde.

Gespräche und Aktionen

Die Interessengemeinschaft will nun mit dem schwäbischen Regierungspräsidenten Karl Michael Scheufele – dessen Amt in Augsburg ist Genehmigungsbehörde für den Mast – sowie mit dem bayerischen Innenstaatssekretär Gerhard Eck Gespräche führen und ihr Anliegen vorbringen. Die IG plant auch Informationsveranstaltungen in der Region und will sich Ruider zufolge mit umliegenden Initiativen kurzschließen. Näheres will die IG in der kommenden Woche festlegen.

Bei der Versammlung in Wemding waren bereits Vertreter aus anderen Kommunen anwesend, die gegen geplante Sendeanlagen-Standorte für den Behördenfunk protestieren. Widerstand regt sich – wie gemeldet – unter anderem in Rain (eigener Bericht).

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