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Mertingen

31.08.2020

Bürgermeister Veit Meggle fühlt sich in Mertingen angekommen

Bürgermeister Veit Meggle vor der „Römergruppe“, die den neu gestalteten Platz am alten Rathaus in Mertingen ziert. Der Rathauschef hat sich in seinen ersten 100 Amtstagen gut in der Gemeinde eingewöhnt.
Bild: Barbara Würmseher

Plus Der neue Bürgermeister Veit Meggle hat in Mertingen die ersten 100 Tage hinter sich.  Er ist fasziniert von der Fülle an Aufgaben.

Für Veit Meggle war es „ein Riesensprung ins kalte Wasser“: Der Wechsel vom Geschäftsführer des Wirtschaftsförderverbands im Landkreis zum Gemeindebürgermeister in Mertingen hat den Diplom-Geografen erst einmal mit einer Fülle von gänzlich neuen Aufgaben überrollt. „Aber ich habe das Gefühl, ich schwimme mich frei“, sagt der 50-Jährige im Rückblick auf die ersten 100 Tage seines Amts – sichtlich energiegeladen. Zumal eines ganz klar für ihn feststeht: „Diese Aufgabe macht definitiv Spaß!“

Es reizt ihn, die Vielzahl an Aufgaben als Herausforderung anzunehmen: „Jeden Tag kommt ein neues Thema auf mich zu. Kein Vorgang auf meinem Schreibtisch gleicht dem anderen. Da stecken alle Belange des täglichen Lebens drin“, schildert Meggle, fasziniert vom Spektrum dessen, womit er sich befassen darf.

Die ersten 100 Tage hat der neue Rathauschef vor allem mit viel Kennenlernen verbracht: mit dem Kennenlernen neuer Bereiche in Kommunalpolitik und Verwaltung, dem Kennenlernen neuer Menschen, aber auch der Begegnung mit bereits Bekannten aus der neuen Warte des Bürgermeisters heraus.

Der Bürgermeister sagt, er sei mehr Gestalter als Verwalter

Sein Alltag ist seit 1. Mai „definitiv anders geworden“, stellt er fest. Schon vorher hatte er keinen Job, der von morgens 9 Uhr bis abends 17 Uhr zu erledigen war. Immer schon, so sagt Meggle, sei er mehr Gestalter als Verwalter gewesen. Doch jetzt dauern die Tage länger, und die Woche endet nicht Freitagmittag. „Wenn am Freitagnachmittag Ruhe im Rathaus einkehrt, ist für mich noch lange nicht Feierabend. Und im Normalfall bin ich auch an den Wochenenden mal im Rathaus oder nehme mir Arbeit mit nach Hause.“

Die Familie bringt Verständnis dafür auf. Ehefrau Andrea und die beiden Töchter wussten in etwa, was auf sie alle zukommen würde. Ohnehin sind die Mädchen im jungen Erwachsenenalter, sodass sie sich zunehmend abnabeln. „Sechs Jahre früher hätte das Bürgermeisteramt noch nicht in meine Lebenssituation gepasst“, stellt Veit Meggle fest. „Jetzt klappt das viel besser.“

Bürgermeister besucht nur zwei Generalversammlungen in drei Monaten

Freilich ist der normale Berufsalltag noch gar nicht eingetreten. Die vielen Repräsentationspflichten eines Gemeindechefs – bei Festen und Versammlungen, bei Vereinen und anderen Gruppierungen etwa – tauchen derzeit coronabedingt im Terminkalender gar nicht auf. „Diese Form der Gemeinschaft und des Miteinanders fehlt momentan, was ich bedauere. In den ersten drei Monaten war ich lediglich bei zwei Generalversammlungen“, erzählt der Bürgermeister. „Auf der anderen Seite gewinne ich dadurch Zeit für meine Einarbeitung.“

Einschränkungen verspürt Veit Meggle bei seinem großen Hobby, der Musik. Der Posaunist im Blechbläser-Ensemble imBRASSivo, im Musikverein Mertingen und Sänger im Kirchenchor Riedlingen muss hier – nicht nur wegen Covid 19 – kürzertreten, wie er merkt. „Das wird später sicher noch ein Prozess werden, sich die Zeit fürs Musizieren wieder freizuschaufeln“, vermutet er.

Wenn Veit Meggle aus dem Westfenster seines Amtszimmers schaut, fällt sein Blick auf den neu gestalteten Platz vor dem alten Rathaus. Mit Grünbereichen, Wiesenblumen, einem Brunnen in der Mitte und Sitzbänken an der Skulptur „Römergruppe“ ist hier ein attraktiver Punkt gelungen, dessen Entstehung er in der Endphase mitbegleitet.

Veit Meggle will einen Platz in Mertingen neu konzipieren

Wenn er an laufende und zukünftige Projekte denkt, dann fallen ihm unter anderem der Zehentplatz ein, den es ebenfalls neu zu konzipieren gilt, ein Retentionsbereich für das Starkregenproblem in Heißesheim, die Suche nach einer Fläche für das 100000-Bäume-Programm des Landrats, Bauland- und Gewerbeflächenentwicklung, die Liegenschaften Mertingens und so manches mehr. Daran arbeitet er – unter anderem – mit dem neuen Gemeinderat aktuell.

Insgesamt fühlt sich Veit Meggle in Mertingen angekommen und angenommen. „Ich bin dankbar“, sagt er, „als Auswärtiger aus Donauwörth so akzeptiert zu werden.“ Warum das so ist? Seine Mitarbeiterin im Vorzimmer hat eine Erklärung für diese Akzeptanz: „Unser Bürgermeister“, so äußert sie schmunzelnd ihre Überzeugung, „ist ein Sechser im Lotto mit Zusatzzahl.“

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