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Landkreis Donau-Ries

26.02.2021

Corona: Erste Entspannung in den Seniorenheimen

Impfung, Coronatest und Hygieneregeln – mit diesem Dreiklang scheint es jetzt möglich zu sein, die Bewohner und Mitarbeitern in den Pflegeheimen in der Region effektiver vor einer Infektion zu schützen.
Foto: Widemann

Plus Die Altenheime müssen vor Corona besonders geschützt werden. Wie geht es in den Einrichtungen im Donau-Ries-Kreis aktuell? Eine Bestandsaufnahme.

Auf den Internetseiten sieht nichts nach Corona aus: Freundliche Pfleger umarmen freundliche Senioren. Ohne Mundschutz, eben so, wie man es von früher kennt. Das Layout der Websites der hiesigen Altenheime wurden oft so belassen, wie es „vor Corona“ war – jener Zäsur, die die Heime teils so heftig erwischte. Doch nach einem harten Lockdown im Frühjahr, Erleichterungen und in der Folge erneuten strikten Beschränkungen im Winter soll es jetzt so normal wie möglich zugehen in den Einrichtungen. So, wie es eben die Pandemie zulässt. Eine große Rolle spielen hierbei die Tests. Hier ein Überblick über die Einrichtungen in der Region.

Glimpflich davongekommen in der Pandemie ist bislang das Bürgerspital in Donauwörth. Die traditionsreiche Einrichtung im Herzen der Stadt registrierte erst einen einzelnen Corona-Fall. Der konnte aber rasch aufgeklärt werden, es gab keine langen Infektionsketten.

Erst ein Corona-Fall im Bürgerspital Donauwörth

Einrichtungsleiterin Claudia Riedelsheimer erklärt: „Wir haben das Glück, dass wir drei Leitungskräfte im Haus haben, die Pflegefachkräfte sind. Diese wurden in der Notaufnahme der Donau-Ries-Klinik vom Oberarzt auf die Schnelltests eingewiesen und geschult. Somit testen wir alle Mitarbeiter, Besucher, Therapeuten, Ärzte, Seelsorger selbst.“ Getestet werde das Personal dreimal wöchentlich. In Notfällen teste man auch „auf Abruf“ am Wochenende, etwa wenn Bewohner mit Symptomen gemeldet werden oder Mitarbeiter nach längerer Abwesenheit wieder im Dienst sind.

Diensttuende von außen, etwa Seelsorger und Therapeuten, dürfen auf die Wohnbereiche mit der entsprechenden persönlichen Schutzausrüstung sowie einem negativen Coronatest. Die aktuelle Besuchsregelung ist, gemäß der entsprechenden Bayerischen Verordnung, dass jeder Bewohner höchstens einen Besucher pro Tag empfangen darf. Dafür wurden im Taufersaal, einem großen Veranstaltungsraum, eigens Besuchsecken vorbereitet, mit dementsprechendem Abstand und Trennwänden. Die Besucher müssen sich im Vorfeld telefonisch in den Wohnbereichen anmelden, der Besuch ist auf eine halbe Stunde begrenzt.

Besucher brauchen FFP2-Maske und negativen Corona-Test

Besucher werden, wie Riedelsheimer weiter erklärt, nur zugelassen, wenn sie eine FFP2-Maske tragen und einem aktuellen negativen Coronatest vorweisen können: „Da die Schnelltests 48 Stunden gültig sind, können auch Besucher am Wochenende die Testergebnisse vom Freitag nutzen.“ Die Leiterin fügt hinzu: „Bei den Besuchsregeln ist uns wichtig, dass trotz der Rahmenbedingungen – Abstand, begrenzte Zeit, Testung, Maske – weiterhin Kontakt zu Angehörigen möglich ist.“

Insgesamt habe man bis zum Anfang der laufenden Woche rund 2000 Testungen im Haus durchgeführt. „Wir konnten aufgrund der Schnelltests auch in einem Fall eine Covid-19-Infektion feststellen und entsprechend schnell reagieren, sodass wir keine Covid-Infektionskette im Haus hatten.“

Der Tests pro Woche im AWO-Heim in Mertingen

Ähnlich sind die Regelungen im Seniorenheim der Arbeiterwohlfahrt (AWO) in Mertingen. Einrichtungsleiter Stefan Hintermayr hat ein Besucherzentrum im Foyer eingerichtet – wobei er dazu rät, sich mit den Senioren im Außenbereich zu treffen, wenn es das Wetter zulässt. Ausnahmen seien, wie andernorts auch, Besuche auf den Wohnbereichen bei Palliativbewohnern. Die dreimaligen Tests pro Woche „müssten reichen“, sagt Hintermayr – aber klar, wenn es mehr Öffnungen im Alltagsleben der Menschen gäbe, würde freilich die Möglichkeit bestehen, dass Mitarbeiter sich nach Dienstschluss noch in einem Lokal oder Biergarten träfen.

Andererseits seien die Mehrheit der Mitarbeiter sowie fast alle Bewohner geimpft. Ein obligatorischer Test des Personals täglich vor Schichtbeginn brächte zwar personelle Herausforderungen mit sich, irgendwie würde man es aber stemmen, so Hintermayr. Indes betont der Leiter einen Vorzug der viel gescholtenen Corona-App: Bei den PCR-Tests, die in Mertingen immer mittwochs genommen werden, erschienen die Ergebnisse über die App mittlerweile sehr schnell auf dem Smartphone.

gKU plant Schnelltest der Mitarbeiter vor dem Dienstantritt

Das Personal der kreiseigenen Seniorenheime in Rain, Monheim, Wemding und Nördlingen wird nach Angaben des gemeinsamen Kommunalunternehmens (gKU) dreimal wöchentlich getestet. Bei einer durchgängigen Fünftagewoche also an jedem zweiten Tag. Das soll sich jedoch bald ändern: Wie das gKU auf Nachfrage mitteilt, ist geplant, dass regelmäßige Schnelltests täglich vor dem jeweiligen Dienstantritt jedes Mitarbeiters in den Seniorenheimen durchgeführt werden – „zeitnah“ solle die Umsetzung geschehen, heißt es.

Und warum noch nicht ab sofort? „Wir wollen diese wichtige Infektionsschutzmaßnahme nachhaltig umsetzen. Das erfordert in unseren Häusern mit verschiedenen Schichtmodellen und Arbeitsbereichen eine sorgfältige Vorbereitung. Auch müssen zusätzliche Mitarbeiter geschult werden“, so die Stellungnahme der kreiseigenen Heime. Auch in den Heimen gelten für externe Dienstleister und Angehörige die erwähnten Regelungen.

Im BRK-Heim in Donauwörth gab es schon einen größeren Ausbruch

Im Seniorenheim des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) am Mangoldfelsen in Donauwörth hatte man zuletzt mit einem größeren Ausbruch zu kämpfen. Hier wird das Personal zwischen Montag und Sonntag dreimal getestet, wenn dieses auch mindestens an drei Tagen anwesend ist.

„Aufgrund unseres Hygienekonzepts können wir nur eine begrenzte Anzahl von Besuchern gleichzeitig aufnehmen, dies erfolgt im Vorfeld über eine Terminvergabe. Besucher werden von uns mit einem Schnelltest getestet“ erklärt BRK-Kreisgeschäftsführer Arthur Lettenbauer. Ehrenamtlichen Helfer des Roten Kreuzes unterstützen das Personal bei der Durchführung der Tests.

Im Ellen-Märker-Haus in Harburg ist man erleichtert

Das Ellen-Märker-Haus der Diakonie in Harburg wurde im Frühjahr vom Coronavirus hart getroffen, mehrere Bewohner starben. Pflegedienstleiter Michael Kupke ist erleichtert darüber, dass sich die Lage spürbar entspannt habe und es auch über Tests und Impfungen inzwischen spürbar mehr Sicherheit gebe. Und er ist froh, dass grundsätzlich Zugang zu den Heimen möglich sei – „externe“ Dienste wie Seelsorge und Therapeuten dürfen in Anspruch genommen werden, auch (getestete) Friseure dürften ab 1. März wieder ins Haus.

Jeden Mitarbeiter täglich vor Dienstantritt zu testen würde indes personell nicht zu stemmen sein, sagt Kupke. Er habe vor Weihnachten 2000 Schnelltests bestellt, von denen in der Zwischenzeit schon wieder ein beträchtlicher Teil verbraucht sei. Die Bewohner und das Personal seien fast alle geimpft, außer jene, die nicht wollen. Somit mache er sich auch keine großen Sorgen vor auftretenden Mutationen.

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