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Donau-Ries

11.12.2020

Corona: Wird im Donau-Ries-Kreis ab dem 5. Januar geimpft?

In diesem Flachdachbau im Donauwörther Gewerbegebiet wird in wenigen Wochen eines von zwei Impfzentren im Landkreis seinen Betrieb aufnehmen. 
Bild: Barbara Wild

Plus Bis zum 15. Dezember soll in Nördlingen und Donauwörth alles vorbereitet sein, um zu impfen. Die Örtlichkeiten stehen. Doch es sind noch viele Fragen offen.

Es ist kaum vorstellbar, dass in der Nürnberger Straße in Nördlingen und der Joseph-Gänsler-Straße in Donauwörth ein Stück weit der Anfang vom Ende der Corona-Pandemie stattfinden soll. Kein Schild, kein Hinweis verrät bisher, dass hier eines von zwei Corona-Impfzentren im Landkreis Donau-Ries entsteht. Zwischen Reifenhändler und Elektronikdienstleister in einem schmucklosen Flachdachbau also sollen die ersten Dosen des Impfstoffes gespritzt werden. Risikogruppen und medizinisches Personal, heißt es, seien zunächst zu versorgen, doch die genauen Reihenfolgen sind noch alles andere als klar. Am 15. Dezember, so war die Vorgabe des Freistaates Bayern, sollten die Impfzentren landesweit funktionstüchtig aufgebaut sein. Doch dieses Datum ist längst nur noch ein fiktiver Stichtag. Denn bis zum kommenden Dienstag wird kein Impfstoff den Landkreis erreichen.

Was ging, hat die Koordinierungsgruppe um deren Leiterin Sandra Langner, Abteilungsleiterin für Gesundheit, Verbraucherschutz und öffentliche Sicherheit und damit auch Vorgesetzte des Gesundheitsamtes, organisiert. Für die Zweckbauten in Donauwörth und Nördlingen wurden Mietverträge abgeschlossen.

Die Büroeinrichtung steht schon im Donauwörther Impfzentrum

Die notwendige Büroeinrichtung ist eingetroffen und bereits in den Räumen aufgebaut. Computerbildschirme stehen auf den Tischen, Stühle für Wartende sind aufgestellt. Es scheint zumindest an Ort und Stelle die Grundlage dafür bereitet, dass mit der Impfung begonnen werden kann.

An der Nürnberger Straße soll das Impfzentrum in Nördlingen untergebracht werden.
Bild: Jan-luc Treumann

Doch die Details sind weitgehend ungeklärt, wie das Landratsamt auf Nachfrage der Redaktion offenbart. „Die Planungen sind noch nicht abgeschlossen. Da sich die Vorgaben des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege kurzfristig ändern können, sind leider noch keine konkreteren Antworten möglich“, schreibt Langner auf die Anfrage der Redaktion. Auch die weiteren Fragen zum geplanten Ablauf vor Ort oder welche Ärzte für das Impfen eingesetzt werden beantwortet sie mit den gleichen Worten.

Startet der Donau-Ries-Kreis am 5. Januar mit den Impfungen?

Während im Nachbarlandkreis Augsburg öffentlich vom 27. Dezember als Tag der ersten Impfstofflieferung gesprochen wird, ist diese Frage im Landkreis Donau-Ries offiziell unbeantwortet. Dennoch geht man intern wohl vom 4. Januar aus. Am 5. Januar könnte demnach mit dem Impfen begonnen werden.

Der Impfstoff des Mainzer Unternehmens Biontech und des Pharmakonzerns Pfizer wird wohl der erste verfügbare sein. Dieser muss bei minus 70 Grad gelagert und nach Auslieferung innerhalb von drei bis fünf Tagen verabreicht werden. In 1000er-Dosen wird das Serum geliefert, was wiederum die Zahl der täglich zu impfenden Personen erklärt.

300 Personen sollen pro Tag im Donau-Ries-Kreis geimpft werden

300 ist das erklärte Ziel im Landkreis pro Tag. Allerdings könnten zu einem späteren Zeitpunkt bis zu drei verschiedene Impfstoffe geliefert werden. Das würde nicht nur den Beratungsaufwand deutlich steigern, sondern auch organisatorische Auswirkungen haben. Denn unterschiedliche Impfstoffe haben unterschiedliche Fristen für die zweite Dosis. Das einzusteuern und gleichzeitig sicherzustellen, dass kein Impfstoff verfällt, stellt die Behörde vor eine enorme Herausforderung.

Zumal klar zu sein schient, dass das vom Freistaat versprochene EDV-System bis zum 15. Dezember wohl nicht zur Verfügung steht. Aus München kam wohl die Bitte, dass auch vor Ort nach Lösungen gesucht werden sollte.

Ärzte aus den Krankenhäusern arbeiten in den beiden Impfzentren

Die Impfzentren in Donauwörth und Nördlingen werden laut gKU-Vorstand Jürgen Busse komplett mit Ärzten aus den Krankenhäusern betrieben. Das medizinische Fachpersonal wirbt das BRK an. Etwa 20 niedergelassene Ärzte haben sich laut dem ärztlichen Koordinator im Landkreis, Sebastian Völkl, bereit erklärt, für mobile Impfteams zur Verfügung zu stehen. Diese sollen dann in erster Linie in Seniorenheimen tätig werden. Hier könnten sie zusammen mit eigenem medizinischen Fachpersonal eingesetzt werden und somit auch die Frage der Haftung lösen. Die Sorge der Niedergelassenen war es nämlich, in den Impfzentren mit unbekannten Assistenten zu arbeiten, aber trotzdem die Haftung bei Impfproblemen zu übernehmen. Ob Ärzte aus dem Pool der Bereitschaftsärzte des KVB im Landkreis einspringen, ist noch offen.

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