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11.07.2019

„Das Handwerk hat viel zu bieten“

Die Kreishandwerkerschaft Nordschwaben hat neu gewählt. Auf dem Bild: (von links) Hans-Peter Rauch, Präsident der Handwerkskammer Schwaben, Geschäftsführer Alban Faußner, Werner Rauch, Joachim Sigg, Harald Münzinger, Werner Luther, Franz Motz, Stefan Stricker, Rudolf Kratochvil und Christian Graf.
Bild: Brigitte Bunk

Bei der Mitgliederversammlung der Kreishandwerkerschaft Nordschwaben kommen die Erfolge, aber auch die Schwierigkeiten der Branche zur Sprache. Außerdem gibt es Neuwahlen

Werner Luther bleibt nordschwäbischer Kreishandwerksmeister. Sein Stellvertreter ist künftig Joachim Sigg aus Nördlingen, stellvertretender Obermeister der Elektroinnung. Das ist das Ergebnis der Neuwahlen auf der Mitgliederversammlung der Kreishandwerkerschaft Nordschwaben.

Sigg dankte im Haus des Handwerks in Dillingen seinem Vorgänger Ulrich Reitenberger aus dem Laugnaer Ortsteil Asbach. Als dieser Luther seine Anerkennung aussprach, sagte er: „Du bist das Sprachrohr des Handwerks, das den Mittelstand unseres Landes darstellt.“ Luther wiederum betonte: „Allein kann ich nichts machen, nur mit euch.“ Er verabschiedete Reitenberger, der von 2009 bis 2014 Vorstandsmitglied der Kreishandwerkerschaft war und ihm als Stellvertreter seit 2014 viele Termine abgenommen habe. Auch der Neubau des Hauses des Handwerks wäre ohne seinen Einsatz nicht so, wie er ist. Nachdem für den Posten kein Kandidat aus dem Dillinger Landkreis gefunden werden konnte, änderten die Stimmberechtigten im Vorfeld die Satzung der Kreishandwerkerschaft Nordschwaben, die besagte, dass Amtsinhaber und Stellvertreter jeweils aus dem anderen Landkreis kommen müssten.

Hans-Peter Rauch, Präsident der Handwerkskammer Schwaben, betonte, dass die Region mit zwei Vertretern – Werner Luther und Gerhard Feldmeier – schwabenweit ein starkes Gewicht habe. Rauch berichtete von einem Gespräch mit dem bayerischen Bildungs- und dem Wirtschaftsminister, in dem er deutlich gemacht habe, wie wichtig es sei, dass die Berufsorientierung auch in den Gymnasien verpflichtend sei, damit sie auch ins Handwerk schnuppern können. Außerdem habe er darauf gedrängt, dass die Meisterbildung genauso kostenlos sein müsse wie ein Studium. Worüber er sich freut: „Wir sind kurz davor, in vielen Berufen wieder die Meisterpflicht einzuführen.“

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Was den Handwerkern das Leben allerdings schwer mache, seien Vorschriften und Kontrollwerte, die immer weiter steigen. Rauch: „Wir wissen bald nicht mehr, wie wir sie erfüllen sollen.“ Außerdem koste das viel Geld. Dillingens Stellvertretender Landrat Alfred Schneid bat die Handwerker, aktiv beim Prozess der Meinungsbildung mitzuwirken, denn: „Sie sind Vorbilder, Sie engagieren sich neben der Familie und dem Betrieb auch noch ehrenamtlich.“ Sein Amtskollege Reinhold Bittner aus dem Donau-Ries-Kreis bat sie, ihre Berufskollegen dazu zu animieren, sich bei den Wahlen zur Verfügung zu stellen: „Wir brauchen Leute in den Gremien, die Ahnung haben.“

Bei der Versammlung blickte Luther auch auf das Jahr zurück, mit erfolgreichen Aktionen, die weitergeführt werden: mit der Ausbildungsmesse „Fit for Job“ in Höchstädt, dem Entdeckerbus oder der Aktion „Pro Duale Ausbildung“, bei der die Handwerker ihre Arbeit den Drittklässlern an 33 Grundschulen im Kreis Donau-Ries vorstellen. Initiator Erwin Taglieber verfolgt das Ziel: „Wir möchten die Lehrer als Multiplikatoren gewinnen, damit ein anderes Bild über das Handwerk in der Gesellschaft entsteht.“ Dabei gehe es um die Verdienstmöglichkeiten ebenso wie berufliche Aufstiegschancen. Diese Aktion auch im Kreis Dillingen einzuführen, wäre eines der Ziele. Denn, wie Alexander Gumpp erklärte: „Wir brauchen uns nicht verstecken, das Handwerk hat viel zu bieten.“ (pm)

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