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06.09.2010

Dem schwedischen Heer auf dem Fuße folgen

Dem schwedischen Heer auf dem Fuße folgen
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Schon am Start, dem Breitwang bei Bopfingen, wird man belohnt mit diesem Panoramablick über Heide, Wald, Ruine Flochberg und Rieskrater hinweg. Fotos: Hummel

Donauwörth Es gibt etliche Rad- und Wanderwege, welche die landschaftliche Schönheit des Geoparks Ries erschließen; aber kaum einer erschließt die Geschichte so gut wie der erst heuer angelegte Schwedenweg. Er folgt 18 Kilometer lang dem Schicksalsweg der schwedischen Armee 1634 von ihrem Lager auf dem Bopfinger Breitwang bis zur fatalen Schlacht auf dem Albuch.

Kalkbuchtenwälder

Schon der Start, die Breitwang-Hochebene südlich von Bopfingen nahe der Straße nach Neresheim, bietet ein herrliches Naturerlebnis - den Ausblick über die Heide, Wald und die Burgruine Flochberg hinweg auf Nördlingen und die Riesebene bis zum gegenüberliegenden Rand. Die anschließende Wanderung nach Dehlingen führt durch herrliche Kalkbuchenwälder, streckenweise auf einer alten Römerstraße, deren Einfassungen zum Teil noch erkennbar sind.

Hier zeugt die Ulrichskapelle vom "Wunder von Dehlingen": Aus einer Quelle floss ungenießbares Wasser, als der später heiliggesprochene St. Ulrich ein Stück Holz hinein warf und damit das Wasser für immer reinigte.

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In Dehlingen vollführte das 25 000 Mann starke schwedische Heer seinerzeit sein Täuschungsmanöver: Bis hierher sah die Trup- penbewegung nämlich wie ein Abzug nach Süden aus. Aber jetzt schwenkte das Heer gen Osten, um durch die Wälder unbemerkt zum Überfall auf das Lager der Kaiserlichen zwischen Albuch und Nördlingen zu ziehen. Auf fünf Schautafeln am Wegesrand wird das Heer mit seiner Ausrüstung, Bewaffnung, Marsch- und Schlachtordnung reich illustriert dargestellt und auch die Hintergründe des Krieges sind interessant erläutert.

Der Wanderer oder Radfahrer folgt den Kürassieren, Schanzbauern, Musketieren, Kanonieren, Pikenieren, Fußsoldaten und Trosswagen über Diebessteig und Ohrengipfel bis hinüber zur Alten Bürg, wo sich ein wunderbarer Panoramablick über Maienbachtal, Riegelberg, Ofnethöhlen und römischem Gutshof auftut. In der Waldgaststätte Alte Bürg oder in der idyllischen Thalmühle bei Ederheim bietet sich eine wohlverdiente Rast an, bevor es zum Ziel geht: dem Albuch, wo die Schweden in der Schlacht am 6. August 1634 trotz ihres gelungenen Überraschungsangriffes vernichtend geschlagen wurden.

Marsch von sechs Stunden

Die Wanderung entlang des gesamten Weges ist in sechs Stunden zu bewältigen; am Wegesrand befinden sich jedoch neun Parkplätze, anhand derer man auch Teilstrecken erkunden kann. Ein Prospekt mit genauem Wegeverlauf ist unter anderem bei der Tourist-Information Nördlingen oder im Geopark-Infozentrum beim Rieskratermuseum erhältlich. (hum)

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