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Donauwörth

17.07.2020

Der Oberbürgermeister setzt auf mehr Kommunikation

Seit 78 Tagen ist Jürgen Sorré neuer Chef im Rathaus Donauwörth. Er habe sich eingearbeitet, sagt er. Es gebe viel zu tun.
Bild: Helmut Bissinger

Plus Jürgen Sorré ist seit 78 Tagen Oberbürgermeister der Stadt Donauwörth. Die Erwartungen an ihn sind hoch. Vor allem, wenn es um die Arbeit der Verwaltung geht.

Ja, es sind wirklich noch keine 100 Tage, die Jürgen Sorré im Amt des Oberbürgermeisters der Großen Kreisstadt tätig ist. Aber warum eigentlich warten, bis 100 Tage vorbei sind, um eine erste Bilanz zu ziehen? Und nachdem schon 78 Tage verstrichen sind und die Premiere des ersten Pressegesprächs mit der versammelten lokalen Presse anstand, war es eine gute Gelegenheit für eine Rückschau. Bei Kaffee und Butterbreze zeigte er sich offen gegenüber allen Fragen, die die Medienschaffenden in petto hatten.

Jürgen Sorré ist "ins kalte Wasser gesprungen"

Und so verriet er, dass er wirklich „ins kalte Wasser gesprungen“ sei, wie man so schön sagt. Zwischen seinem letzten Arbeitstag in der Sparkasse und dem ersten im Rathaus hätten keine zwölf Stunden gelegen. „Ich bin am 30. April um 14.30 Uhr aus der Sparkasse Donauwörth rausgegangen, und am nächsten Morgen hat mir Armin Neudert die Amtskette umgehängt.“ Was dann folgte, konnte niemand ahnen. Denn die Pandemie hat die klassische Vorstellung von Amtsantritt mit Feierstunde und vielen Terminen in den ersten Wochen zunichtegemacht.

Erste große Maßnahme des OB war die Verhängung der Haushaltssperre

Es gab keine Veranstaltungen, stattdessen die verordnete Zwangspause der Gesellschaft, Wirtschaft und des politischen Lebens. Seine erste Maßnahme, die in der Öffentlichkeit wahrgenommen wurde, war die Verhängung der Haushaltssperre. Die war, wie er selbst heute sagt, „ein richtiger Schritt, aber im Alltag schwierig umzusetzen“. Doch die Corona-Pause hatte auch Vorteile. „Sie gab mir Zeit, tiefe Einblicke und einen umfänglichen Überblick zu erhalten, sodass ich jetzt auf Augenhöhe mitsprechen kann.“ Projekte, interne Themen im Rathaus, städtische Betriebe und Einrichtungen und das gegenseitige Kennenlernen der Mitarbeiter war möglich.

Als es dann wieder möglich war, ging er auf Tour: Bauhof, Feuerwehr, Polizei. Er besuchte Airbus Helicopters, traf sich mehrfach mit Landrat Stefan Rößle, tauschte sich mit dem Bundestagsabgeordneten Ulrich Lange aus und sucht regelmäßig den Kontakt mit dem Nördlinger OB David Wittner. „Wir sind uns einig, dass wir viele Themen nur im Zusammenschluss erfolgreich bearbeiten können. Eine gesunde Konkurrenz wird es aber sicher weiter geben“, so Sorré.

Das ist neu im Donauwörther Rathaus

Vor allem aber verschaffte er sich einen Überblick, wie die Verwaltung im Rathaus arbeitet. Im Wahlkampf wurde er schließlich immer wieder darauf angesprochen, wie er denn die Behörde Rathaus „wieder in den Griff“ bekommen möchte. „Das ist gar nicht nötig“, sagt Sorré. „Wie es wirklich ist, kann man ja auch nur wissen, wenn man auf dem Sessel des OB sitzt“, sagt er. Und jetzt wisse er, dass es vor allem an Kommunikation, Abstimmung und Priorisierung der Projekte gehapert habe. Das sei die Ursache für das eher schlechte Image der Verwaltung gewesen. Deshalb gibt es jetzt wöchentliche Einzeltreffen mit den Amtsleitern, bei denen sich Sorré einen Überblick verschafft. Zudem trifft sich die Führungsriege auch zusammen einmal pro Woche in der Amtsleiterrunde, die es auch bisher schon gab.

Auch die Sitzungen des Stadtrates und der Ausschüsse werden nicht nur intensiv vorbereitet – es gibt dafür jeweils zwei Arbeitstreffen –, sondern zukünftig auch nachbereitet. „Es muss klar sein, wer sich um was kümmert, damit keine Anfrage der Räte vergessen wird.“

Neu sind auch sogenannte Projektstandsrunden, bei denen der Stand der aktuell laufenden Projekte wie beispielsweise die Arbeiten im Freibad, die Baustelle an der Gebrüder-Röls-Schule und die Planungen zum Alfred-Delp-Qaurtier besprochen werden. Ein Controlling für die einzelnen Baustellen soll Zeitplan und Budget im Blick haben. „In der Verwaltung arbeiten sehr gute und motivierte Leute“, betont der neue OB, der zugleich Vorgesetzter der insgesamt 350 Mitarbeiter aller städtischen Einrichtungen ist. „Aber es gilt, den Überblick zu behalten und die Vielzahl an Themen im Blick zu behalten.“

Mitarbeiter ziehen gut mit

Er habe erlebt, dass die Mitarbeiter gut mitziehen und regelrecht auf eine neue Führung gewartet hätten. „Die Leute sind motiviert“, so sein Fazit. Zudem sei klar, dass offene Stellen nachbesetzt werden und auch bald die Leitung des Bauamtes wieder besetzt ist. Der aktuell noch kommissarische Leiter Bernd Fischer wird dann alle notwendigen Weiterbildungen abgeschlossen haben und die Leitung auch offiziell übernehmen.

„Es macht mir immer noch Spaß“, scherzt Sorré und erntet von den Mitarbeitern Kopfnicken. Scheint so, als habe der neue Chef im Rathaus bisher den richtigen Ton getroffen.

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