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Donauwörth

05.06.2014

Der Schandfleck soll weg

Ein Schild davor gesetzt, ein Zaun, Türen absperren. Und dann rotten die verlassenen Häuser vor sich hin – die Stadt Donauwörth will den maroden Wohnblocks in Bahnhofsnähe ab 2015 mit der Abrissbirne zu Leibe rücken.
Bild: Widemann (Archiv)

In der Nähe des Donauwörther Bahnhofs weichen die maroden Häuser einem modernen Areal aus Läden, Wohnungen und Dienstleistungsbetrieben.

Donauwörth  Ein Schandfleck in der Donauwörther Kernstadt soll in naher Zukunft zum modernen Stadtquartier werden. Nahe des Bahnhofs, zwischen Dillinger Straße auf Höhe Härpferpark und Bahnhofstraße sollen die leer stehenden und und zunehmend verfallenden Wohnblocks weichen und Platz für Neues bieten. Herzstück wird ein Einkaufszentrum mit großen Lebensmittelmarkt.

„Neben dem Kasernengelände ist das ein zweites, großes Areal in der Stadt, das wir von Grund auf neu entwickeln können“, sagt Oberbürgermeister Armin Neudert. Aus dem Gebiet, das Stadtrat Bernd Lerch einmal als „die Bronx von Donauwörth“ bezeichnet hat, soll ein komplett neu gestaltetes Quartier werden. „Das Ziel des Areals ist eine Mischung aus Wohnen, Dienstleistung und Einkaufen“, so Neudert.

Dafür hat die Stadtverwaltung über Monate zahlreiche Verhandlungen mit den verschiedenen Grundstückseigentümern geführt und einen siebenstelligen Betrag investiert. Vor allem mit Tochterunternehmen der Deutschen Bahn, aber auch mit Privateigentümern wurden Kaufverträge geschlossen. Der letzte erst am vergangenen Freitag. Somit kann das insgesamt 3,8 Hektar große Grundstück nun neu überplant und an die bereitstehenden Investoren verkauft werden. Zum Vergleich: Das Systemhaus von Airbus Helikopters wurde auf 3,5 Hektar geplant.

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Das Einkaufszentrum wird sich entlang der Dillinger Straße auf insgesamt 7100 Quadratmeter erstrecken. Über einer Parkebene möchte sich im ersten Stock Edeka Südbayern mit einem Lebensmittelmarkt (2700 Quadratmeter) einmieten. Ebenfalls vorgesehen sind kleinerer Einzelhandel wie ein Bäcker, Metzger und weiteres sowie ein Sport- und Schuhgeschäft. „Hier setzen wir um, was uns auch das aktuelle Einzelhandelsgutachten für die Stadt rät und realisieren, was auch für die nähere Innenstadt verträglich ist“, sagt Neudert. Im Lebensmittelbereich habe Donauwörth viele kleinere Angebote und einen sehr großen Markt. Der neue Edeka soll in mittlerer Größe den Kunden etwas bieten. Mit der neuen Investition im Stadtgebiet steht Edeka auch weiterhin zum Supermarkt in der Parkstadt.

Ebenfalls auf dem Gelände plant die Raiffeisen-Volksbank Donauwörth ein neues Verwaltungsgebäude, auch wenn die Zentrale der Genossenschaftsbank weiter im Ried bleiben wird. Zur Bahnhofsseite hin werden zwei neue Wohnhäuser entstehen, die die Investoren teilweise als Wohnen auf Zeit für Pendler anbieten werden. Insgesamt handelt es sich um 44 Wohnungen.

Auch das Parkhaus am Bahnhof möchte die Stadt erweitern. Zu den 269 Parkplätzen sollen weitere 180 kommen. „Das wilde Parken soll hier ein Ende haben“, sagt Neudert. Angebaut werden soll an beiden Seiten das Parkhaus, weil eine Aufstockung statisch nicht möglich ist. Die Fahrradstellplätze wandern auf die andere Seite des Bahnhofgebäudes.

Der Zeitplan sieht vor, dass der Stadtrat in seiner heutigen Sitzung den Planungen soweit zustimmt und die Verwaltung mit dem Bebauungsplan beginnen kann. Dieser soll bis Herbst stehen, sodass 2015 mit dem Abriss der leer stehenden Häuser begonnen werden kann.

Insgesamt erhofft sich Neudert, dass das neue Areal am Bahnhof nicht nur für Donauwörther ein Anziehungspunkt wird. „Das ist für Bürger aus den umliegenden Gemeinden ebenfalls sehr attraktiv.“ Nicht nur der Bahnhof, sondern das ganze Stadtzentrum werde aufgewertet.

Und auch finanziell sei das Projekt für Donauwörth ein Erfolg. „Obwohl wir hier bedeutende Beträge vorgestreckt haben, stimmt am Ende der wirtschaftliche Saldo.“

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