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Donau-Ries

07.04.2016

Die Band Hassliebe hat sich aufgelöst - still und leise

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Hassliebe auf Tour: Als Vorband von In Extremo begeisterte die Band aus dem Donau-Ries-Kreis 2013 das Publikum in ausverkauften Hallen. Nun hat sich die Gruppe aufgelöst.
Bild: Wolfgang Widemann

Zehn Jahre war sie das Aushängeschild in Sachen Rockmusik aus dem Landkreis Donau-Ries: Die Band Hassliebe. Die Gruppe erlebte manche Höhepunkte. Doch der Traum scheiterte.

Die Band Hassliebe war über zehn Jahre hinweg so etwas wie ein Aushängeschild der Rockmusik im Donau-Ries-Kreis. Keine andere Band hat einen derartigen Aufwand betrieben, um irgendwann den großen Durchbruch zu schaffen. Der blieb zwar aus, doch die Gruppe machte sich bei Hardrock-und Heavy-Metal-Fans überregional einen Namen. Nun hat sich Hassliebe still, heimlich, leise von der Bühne verabschiedet. Bereits im Oktober 2015 beschlossen die Musiker, die Band aufzulösen.

Es passierte spät nachts auf der Rückfahrt von einem Festival in Oldenburg (Niedersachsen). „Wir haben auf der Heimfahrt im Bus diskutiert und festgestellt: So bringt es nichts mehr“, schildert der Kaisheimer Matthias Münch, der seit 2012 als Sänger aktiv war und sich auch um die Öffentlichkeitsarbeit kümmerte. Das Aus sei „im gegenseitigen Einverständnis“ erfolgt, schrieb Manuel „Kurt“ Gläser wenig später in einem sozialen Netzwerk. Der Gitarrist war der musikalische Kopf der Gruppe. Er komponierte alle Songs und schrieb die Texte dazu.

Bereits kurz nach ihrer Gründung sorgte Hassliebe 2006 für Aufsehen. Schon allein wegen einer ungewöhnlichen Kombination: Die Jungs trugen bayerische Lederhosen und hatten einen eigenen musikalischen Stil: deutsche Texte, auch in Mundart, manchmal melodiös, aber oft hart und laut. Neben Gläser vorne an der Bühne: Sänger und Bassist Daniel Frisch (Großsorheim, später Unterbuch) Rastamähne, gute Stimme, positive Ausstrahlung.

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Experten bescheinigten der Band großes Potenzial. 

Die Musiker gewannen bald einige Wettbewerbe, traten in Bierzelten der Region, aber auch in München auf – und wurden vom Publikum gefeiert. Zu den auswärtigen Auftritten reisten die Fans oft in einem Bus mit.

Die Band wollte keinen schnellen Erfolg, sondern sich systematisch nach oben arbeiten. 2008 gelang der Gruppe ein Coup: Jon Caffery, der bis dahin praktisch alle Alben der Toten Hosen produziert hatte, nahm sich der Nachwuchsmusiker an. Und es ging weiter nach oben. 2009 unterschrieben sie einen ersten Plattenvertrag, gewannen einen Bandwettbewerb der Augsburger Allgemeinen und durften deshalb beim „Wiley Open Air“ in Neu-Ulm als Einheizer mitmachen. Top-Band des Festivals waren die Toten Hosen. Wenig später knüpfte Hassliebe Kontakt zu Joachim Masannek, Jugendbuchautor und Schöpfer der „Wilden Kerle“. Die Band lieferte ihm ein Lied für ein Projekt.

Vorband von „In Extremo“ 

2010 ging Hassliebe mit dem Album „Niemandsland“ auf Deutschland-Tour. Ende 2011 folgte ein großer personeller Wechsel: Daniel Frisch hörte aus persönlichen Gründen auf. Einen Nachfolger fand die Gruppe in der näheren Umgebung: Matthias Münch. Er fügte sich – was kaum jemand erwartet hatte – nahtlos ein. Auch der Harburger Schlagzeuger Klaus Müller hörte auf. Die Lederhosen waren fortan tabu, auch die Mundart-Texte. Mit dem Album „Sklave der Neuzeit“ ging es 2013 auf eine Tour als Vorband von In Extremo. Die Hallen waren voll, Hassliebe sorgte für prächtige Stimmung. Wirtschaftlicher Erfolg stellte sich noch lange nicht ein. Wie in solchen Fällen üblich, musste die Gruppe dafür sogar bezahlen.

2015, nachdem man sich „im Guten“ von Manager Caffery getrennt hatte, sei dann viel Negatives passiert“, schildern Münch und Gläser. Es habe interne Meinungsverschiedenheiten über die musikalische Ausrichtung gegeben. Die Aufnahmen für ein neues Album waren bereits weit fortgeschritten, als es auch hier Schwierigkeiten gab. „Der lange Atem geht dir halt irgendwann aus, wenn du das Gefühl hast, immer wieder neu anfangen zu müssen“, fasste „Kurt“ Gläser zusammen. Der will weiter Musik machen: „Ich habe viele neue Lieder geschrieben und Ideen gesammelt.“

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