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Wemding

31.01.2021

Die Rheinländerin Iris Drexler ist in Schwaben angekommen

Iris Drexler hat ihr Hobby zum Beruf gemacht, um Menschen gute Gedanken mit auf den Weg zu geben.
Foto: Barbara Würmseher

Plus Iris Drexler ist die Ehefrau des Wemdinger Bürgermeisters. Sie erzählt, warum sie ihre Wahlheimat so liebt und wie sie sich ins öffentliche Leben einbringt.

Sie stehen lächelnd an der Seite ihrer Männer, sind perfekt gestylt in Pumps und Kostüm und repräsentieren als deren Begleitung bei offiziellen Anlässen: First Ladies, die Ehefrauen regierender Staatsmänner. Oft nutzen sie auch die Aufmerksamkeit, die ihnen die Öffentlichkeit schenkt, um den Fokus auf soziale oder gesundheitliche Anliegen zu lenken. Auch in unserem Landkreis gibt es – wenn man so will – First Ladies: jene Ehefrauen nämlich, die unseren führenden Kommunalpolitikern den Rücken gleichermaßen freihalten wie stärken. Doch entsprechen sie dem gängigen Klischee? In dieser Serie wollen wir sie vorstellen. Heute gibt es Antwort auf die Frage: Wer ist Iris Drexler, die Ehefrau des Wemdinger Bürgermeisters?

Wer Iris Drexler in Wemding sucht, tut das im Normalfall nicht unbedingt an der Seite ihres Mannes Martin. Der sitzt im Rathaus im Bürgermeisterzimmer. Allerdings ist die 48-Jährige dann oft – zumindest wenn Corona es zulässt – nur einen Steinwurf von ihm entfernt. Denn ihr schmuckes Lädchen „Artefactum“ liegt gleich um die Ecke. Das ist ihr Refugium, dort entfaltet sie sich mit einer Kunst, die ihre ganz eigene, individuelle Handschrift trägt – und das im wörtlichen Sinne.

Iris Drexler ist gelernte Grafikerin und hat diese Ausbildung mit einer künstlerischen Note versehen. Sie schöpft Büttenpapier nach einer speziellen, einer eigenen Rezeptur, versehen mit Blüten und Kräutern, bildet daraus Karten und versieht sie mit Zitaten und kraftvollen Botschaften. „Das ist mir eine Herzenssache“, sagt sie.

Ihr Dialekt verrät die Herkunft

„Ich muss das machen. Die Künstlerenergie muss raus aus mir und gleichzeitig wünsche ich mir, mit guten Gedanken anderen Kraft zu geben.“ Iris Drexler vermisst es, ihr Lädchen öffnen zu dürfen für die Menschen, die zu ihr kommen. „Ich brauch diese Kontakte und die Leute kommen gern zu mir. Sie fühlen sich wohl und ich spüre oft: Manche kommen als Fremde und gehen als Freunde. Am meisten vermisse ich während der Pandemie die Menschen.“

Mit ihrem Dialekt verrät sich Iris Drexler als gebürtige Rheinländerin. Auch wenn sie sich im Laufe der Jahre so manche bayerische Vokabel angeeignet hat, lässt sich nicht leugnen, dass sie aus Euskirchen kommt, das zwischen Köln und Bonn liegt. Ihre Eltern und ihr Bruder mit Familie leben noch immer dort. Ihre Vorfahren waren durch Generationen Künstler: Töpfer, Kirchenmaler und andere.

Ökologisches Handeln ist Iris Drexler wichtig

Während sie beruflich beim Rheinischen Amt für Bodendenkmalpflege tätig war, in ihrer Funktion beispielsweise Zeichnungen bei Ausgrabungen anfertigte, pflegte sie nebenher immer auch die Gestaltung von Büttenpapier. Upcycling ist ihr dabei auch wichtig: die Verwendung bereits gebrauchter Materialien.

Obwohl ihr Mann Martin Drexler beruflich aus einer ganz anderen Richtung kommt, haben sie sich tatsächlich über ihre beiden so gegensätzlichen Betätigungen kennengelernt. „Das war im Oktober 1992“, erinnert sich Iris Drexler. „Wir erhielten beide einen Bundespreis im Rahmen des 39. Europäischen Wettbewerbs. Ich hatte eine grafische Arbeit erstellt, mein Mann hatte eine Erörterung geschrieben zum Thema ‚Ist die EU hinreichend demokratisch legitimiert?‘.“

Während des viertägigen Aufenthalts in Berlin verliebten sich die beiden ineinander. Er war damals 21 Jahre alt, sie 20. „Zunächst ist mein Mann während seines Studiums ins Rheinland gezogen, später bin ich ihm in seine nordschwäbische Heimat gefolgt. Martin stammt ja aus Eggelstetten.“

Ihr Mann wurde 2008 Bürgermeister in Wemding

Iris Drexler ist lebhaft, charmant, herzlich, kontaktfreudig und lacht gerne. Und da sie das Landleben liebt, ist sie in Wemding auch schnell heimisch geworden, als Martin Drexler 2008 dort erstmals zum Bürgermeister gewählt wurde. Als heute zweifache Mutter eines 18-jährigen Sohnes und einer 13 Jahre alten Tochter ist Iris Drexler auch mit allen Aufgaben einer Hausfrau und Mutter betraut.

„Homeschooling beispielsweise ist für mich in diesen Zeiten genauso aktuell wie für andere.“ Fester Anker im Familienleben ist das gemeinsame Mittagessen. „Dann wird besprochen, was es alles so Neues in der Stadt, in der Schule, im Geschäft gibt. Ich finde es wichtig, dass mein Mann Familie hat. So bekommt er mit, welche Herausforderungen in Kindergarten, Schule und Erziehung bestehen. Ich schärfe auch seinen Blick dafür, welche Bedürfnisse etwa Kleinunternehmen in der Altstadt haben. Die aktuelle Situation der Geschäftsleute in den Innenstädten ist ja sehr schwierig. Ich verstehe mich als Ehefrau eines Bürgermeisters überhaupt nicht als ‚First Lady‘, sondern als Impulsgeberin in vielen Bereichen.“

Sie will unbürokratische Ansprechpartnerin sein

Es ist für die 48-Jährige auch selbstverständlich, ihren Mann in seinem Amt zu unterstützen und ihm den Rücken frei zu halten. „Bei offiziellen Anlässen, Empfängen, Verleihungen von Bürgermedaillen und vielem mehr begleite ich ihn gern. Unser historisches Fest ‚Löwe, Gunst und Gulden‘ etwa war etwas ganz Besonderes. Das wird in Zeiten von Corona noch einmal besonders deutlich.“

Zudem versteht sich Iris Drexler als Bürgermeister-Ehefrau auch als unbürokratische Ansprechpartnerin. „Werde ich beim Einkaufen, am Elternsprechtag, im Laden und auch sonst auf städtische Themen angesprochen, dann bring ich diese Themen auch meinem Mann näher. Und sehr gern beteilige ich mich am Jugendferienprogramm und gebe beispielsweise Kurse in Kalligrafie und Lettering.“

Iris Drexler ist längst angekommen in ihrer schwäbischen Wahlheimat. „An Wemding finde ich vor allem toll, dass es eine überschaubare Kleinstadt ohne Anonymität ist. Und hier gibt es beinahe alles, was man zum Leben braucht. Das historische Flair der Altstadt macht Wemding zudem liebenswert. Ich finde: Hier gibt es Menschen, die einen verstehen. Wir haben uns gut zusammengefunden!“

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