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Ernährung

21.03.2020

Die Schulmensa soll besser werden

Umfrage am Gymnasium Donauwörth bestätigt: Qualität ist Schülern wichtiger als der Preis. Was die Konsequenz daraus ist

Auf der Suche nach einem Projekt, das ihre Schule noch nachhaltiger machen könnte, haben Schüler des Gymnasiums Donauwörth den Mensabetrieb ins Visier genommen. Mit einem neuen Konzept wollen sie die Qualität und die Klimabilanz des Mensaessens gleichzeitig verbessern. Landrat Stefan Rößle hat seine Unterstützung zugesagt und sich jetzt die konkreten Ideen der Schüler und die Ergebnisse einer Umfrage am Gymnasium erläutern lassen.

Um sich nicht alleine auf ihre eigenen Beobachtungen und subjektiven Einschätzungen verlassen zu müssen, haben die zwölf Schüler aus der elften Klassenstufe eine Umfrage gestartet. Sie wollten herausfinden, woran es liegt, dass die Schulmensa wenig frequentiert wird, und wo man ansetzen könnte, das zu ändern. Über 800 Schüler haben an der Befragung teilgenommen, von der 5. bis zur 10. Klassenstufe.

Nun hat die Schülergruppe, die ihr Projekt „time4action“ nennt und auch eine gleichlautende Website betreibt, die Ergebnisse veröffentlicht. Deren wesentliche Punkte erläuterte Schüler Talha Kulak jüngst im Landratsamt. Der am häufigsten genannte Grund, nicht in der Mensa zu essen, ist die Aussage: „Meine Freunde essen auch außerhalb“. 340 Schüler waren dieser Meinung. Man trifft sich also eher am Kiosk oder der Food-Theke, weil es dort geselliger zugeht. Auch der (zu hohe) Preis spielt für die über 250 Kinder und Jugendlichen eine Rolle. Wo die Schmerzgrenze hier liegt, wurde nicht erhoben. Vergleichsweise wenig wurden die geringe Größe der Portionen, zu lange Wartezeiten und die „schlechte Atmosphäre“ bemängelt, jeweils 100 bis 120 Stimmen gab es dafür.

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Ein Ergebnis, das die Initiatoren der Umfrage in dieser Deutlichkeit überrascht hat, betraf die Frage, ob Qualität oder Preis entscheidender sind bei der Nutzung des Mensa-Angebots. Zehnmal so viele Schüler halten die Qualität des Mensa-Angebots für ausschlaggebend. Dieses Ergebnis wird durch die Auswertung der Frage nach der Bedeutsamkeit von „gesundem“ Essen noch unterstützt. Als „sehr wichtig“ oder „wichtig“ bezeichnen 410 der Gymnasiasten den Gesundheitsaspekt beim Mensaessen.

„time4action“ zieht daraus den Schluss, dass eine Qualitätsoffensive, gekoppelt mit Klima- und Umweltargumenten, eine gute Chance hätte, die Mensa im Gymnasium wiederzubeleben und auch gegen das Konkurrenzangebot im Schulumfeld zu bestehen. Sie wollen deshalb mit dem Landratsamt darüber sprechen, welche Qualitäts- und Nachhaltigkeits-Kriterien bei künftigen Ausschreibungen neben der Wirtschaftlichkeit eine stärkere Rolle spielen sollen. So sei die Organisation verbesserungswürdig, denn derzeit haben die Schüler einen viel zu kleinen zeitlichen Korridor, um sich für den Tag spontan ein Ticket für die Mensa zu holen. Mit einer App ließe sich das vielleicht optimieren, so der Vorschlag der Schülerinitiative.

Außerdem sollte es mehr kleinere Sachen, Snacks und Fingerfood geben statt ganzer Menüs, das dann aber gerne in Bio-Qualität. Die Konzentration auf die klassische Mittagessen-Portion könnte einer der Gründe sein, dass Schüler sich lieber bei den Anbietern rund um die Schule versorgen. Die Ideen für eine neue Mensa wurden allerdings in der Zwischenzeit von der Realität eingeholt. Da der jetzige Mensabetreiber nur als Interimslösung gedacht war, musste jetzt rasch ein neuer Betreiber für das kommende Schuljahr gefunden werden. Um die Hürden nicht zu hoch zu legen, verzichtete man seitens des Landratsamts zunächst darauf, dem potenziellen neuen Betreiber auch noch die erhöhten Anforderungen abzuverlangen, die sich aus den Vorschlägen der Schülergruppe ergeben. Bei der Zusammenkunft zwischen den Schülern und Landrat Stefan Rößle gab es aber gute Nachrichten. Zwei ernsthafte Angebote liegen auf dem Tisch. (dz)

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