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Kommentar

26.03.2020

Die regionale Produktion ist wichtiger denn je

Die aktuelle Corona-Krise ist ein Schuss vor den Bug von Politik und Gesellschaft.

Der mitunter verrückte globalisierte Markt war oftmals nah dran, der regionalen Landwirtschaft den Garaus zu machen: angeblich zu teuer, zu viele Subventionen, zu irgendwas... Und oftmals hat es die neoliberale Doktrin geschafft, das schier Natürlichste auf dieser Welt zu beenden: das Ackern auf dem Feld zur Ernährung der Menschen vor Ort. Dabei war es von Anfang an völlig absurd, dass jenes übertriebene System der (vermeintlichen) Geldeffizienz gegen biblische Wahrheiten gewinnen sollte.

Nun erweist sich in der Tat, dass das Festhalten am Altbewährten, Regionalen, an der Produktion im Land gerade auch in schwierigen Zeiten im wahrsten Sinne des Wortes notwendig ist. Diese Aussage betrifft stark die Landwirtschaft, die mit 2200 Betrieben (im Haupt- und Nebenerwerb) im Landkreis Donau-Ries nach wie vor und Gott sei Dank stark vertreten ist.

Übermäßige Abhängigkeiten von anderen Nationen können ungesund sein

Es betrifft auch andere Produktionen. Die lange Zeit dem ideologisierten Effizienzgedanken geopferte deutsche Textilindustrie ist wieder gefragt. Weil sie noch liefern kann, gleich, ob es um Atemmasken oder andere notwendige Stoffe geht. Auch die Pharmabranche merkt, dass übermäßige Abhängigkeiten von einzelnen Nationen wie China und Indien wortwörtlich ungesund sein können. Natürlich sollen und können wir nicht völlig autark leben. Aber alles braucht hier Grenzen, Maß und Mitte – auch das globale Agieren. Bitter ist die Lage trotzdem beispielsweise für die Spargelbetriebe – es bleibt zu hoffen, dass sich nun auch wieder deutsche Arbeitnehmer verstärkt zur Ernte melden.

Die regionale Produktion ist wichtiger denn je

Die Erkenntnis: Regionale Wirtschaft, regionale Produktion mag zwar den ein oder anderen Euro mehr kosten – das sollte es einem Land mitsamt seiner Volkswirtschaft aber letztlich wert sein.

Es ist mehr als dringend an der Zeit, dass Politik und Gesellschaft das einsehen – und zwar langfristig. Die aktuelle Krise ist in dieser Hinsicht ein unüberhörbarer Schuss vor den Bug. Denn eines ist klar: Wer liefert beispielsweise derzeit verlässlich das, was auf den Tellern landet? Der Landwirt von nebenan, der seit Jahren unter einem Mehr an Verordnungen ächzt. Ein Berufsstand, der wieder stärker geachtet werden sollte. Und dessen Sorgen und Nöte spätestens jetzt endlich einmal ernst genommen werden müssten. Sonst fehlt das tägliche Brot in der nächsten Krise.

Lesen Sie hierzu auch: Ackern und bangen

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