Die einen hören ein mehr oder weniger sanftes Rauschen, andere ärgern sich seit Jahren über ein regelrechtes Poltern, das ihnen von der Bundesstraße her ans Trommelfell hämmert. Je nach Wohnlage machen sich die Bundesstraßen rund um Donauwörth bei den Bürgern bemerkbar. Das unterstreicht eine kürzlich im Bauausschuss der Stadt vorgestellte Studie. Es gibt rote Bereich und grüne, und ab und an liegen sie nicht weit voneinander entfernt. Derweil könnten Maßnahmen in Sachen Lärmschutz wohl noch etwas auf sich warten lassen.
Die Bundesstraßen rund um Donauwörth sind eine nicht unbedeutende Lärmquelle
Sie sind verkehrstechnisch ein erheblicher Vorteil, die Bundesstraßen rund um Donauwörth. Sebastian Hagenah vom Büro Accon aus Augsburg, welche die Lärmschutzstudie im Auftrag der Stadt ausgearbeitet hat, kommt aber unumwunden zur Kehrseite: „Die Bundesstraßen B2, B16 und B25 bilden auf der Gemarkung Donauwörth die Hauptlärmquellen im Straßenverkehr.“ Sie tun das aber, so das Ergebnis der Untersuchung, in durchaus unterschiedlicher Intensität.
Fast 18000 Fahrzeuge sind täglich im Schnitt auf jeder der genannten Bundesstraßen unterwegs. Am meisten, mit je über 20000 Fahrzeugen, sind es auf der B2 im Bereich des Schellenbergs sowie im südlichen Bereich Donauwörths, ebenfalls auf der B2 nahe Nordheim. Am wenigsten sind es noch auf der B16 von Riedlingen in Richtung Tapfheim – wobei „wenig“ relativ ist, denn schließlich handelt es sich hier, wie Hagenah ausführte, ebenfalls um knapp 12000 Autos und Lastwagen.
Lärmschutzwände auch bald in Donauwörth?
Das Augsburger Büro sollte auch erarbeiten, welche Lärmschutzmaßnahmen möglich wären – theoretisch, denn der Experte dämpfte allzu große Erwartungen leidgeprüfter Bürger: „Entlang vorhandener Verkehrswege besteht kein Rechtsanspruch auf die Durchführung von Lärmsanierungsmaßnahmen.“ Trotzdem könnten Maßnahmen an besonders belasteten Abschnitten auch öffentlich gefördert werden. Es bestehen demnach Lärmsanierungsprogramme von Bund und Ländern, um Sanierungsmaßnahmen an bestehenden Straßen durchzuführen. Die Durchführung erfolge „nach Dringlichkeit und verfügbaren Haushaltsmitteln“. Voraussetzung sei hierfür die Überschreitung der Auslösewerte zur Lärmsanierung entsprechend den „Richtlinien für den Verkehrslärmschutz an Bundesfernstraßen in der Baulast des Bundes“.
Wo nun sind die besonders belasteten Gebiete in Donauwörth? Hagenah präsentierte hierzu mehrere Folien, die im wahrsten Sinne des Wortes ein buntes Bild lieferten. Direkt im Bereich der Straßen – wo sich jedoch freilich keine Wohnbebauung findet – sind die lautesten Bereiche wie Adern im dunkelsten Rot eingezeichnet. Doch an manchen Stellen, wo das Rot noch merklich grell, aber eben etwas heller ist, sind auch vereinzelt Häuser oder Häuserblocks zu erkennen. Orange eingefärbt sieht man einiges an Wohneinheiten – diese Einfärbung spricht jedoch laut den Experten nicht für besonders belastete Gebiete, in denen bestimmte Dezibelwerte überschritten werden. Tagsüber sind Wohngebiete, in denen über 67 Dezibel und nachts 57 Dezibel überschritten werden, so belastet, dass eine Lärmsanierung gefördert werden kann.
Es gibt ganz bestimmte Werte, die überschritten werden müssten
Für die Analyse haben die Mitarbeiter des Augsburger Büros die Lärmimmissionen modellhaft auf die Gebäude in Donauwörth angelegt. Hierbei kam heraus, dass „die Auslösewerte zur Lärmsanierung“ tagsüber (also über 67 dB) nur an sechs Gebäuden überschritten werden. Nachts sieht es anders aus: Dann wird der Wert von 57 dB an 40 Gebäuden überschritten.
Die „Hauptkonfliktbereiche“ liegen dabei zum einen zwischen der Nürnberger Straße und der B2 und zum anderen im südlichen Bereich der B2 (auf Donauwörther Gemarkung). Im letztgenannten Bereich wäre, zumindest nördlich, eine zwei Meter hohe und 200 Meter lange Schallschutzwand denkbar – sie wäre wohl mit Kosten von gut 150000 Euro verbunden, an letztlich drei Gebäuden würden die Werte mit einer Mauer nach wie vor überschritten werden. Daran anschließend im südlichen Bereich der Donauwörther B2 wäre eine 460 Meter lange und zwei Meter hohe Wand zu überlegen, was Kosten von etwa 340000 Euro verursachen könnte. Im erstgenannten Gebiet (zwischen Nürnberger Straße und B2) wären hingegen „passive Maßnahmen“ an den Gebäuden näherliegend, „da die Betroffenheit als gering einzustufen ist“, so Hagenah.
Doch wie geht es nun weiter? Oberbürgermeister Jürgen Sorré erklärte gegenüber unserer Zeitung: „Ziel der Studie war es, objektiv den Ist-Zustand zu erfassen, damit wir feststellen, ob und wo es Handlungsbedarf gibt. Die Fraktionen und die Gruppen des Stadtrates tauschen sich jetzt zu den vorgestellten Ergebnissen aus und die Frage einer möglichen Umsetzung der Maßnahmen wird Gegenstand der Haushaltsberatungen sein.“ Eine Umsetzung mache an Bundesstraßen „aber natürlich immer auch eine enge Abstimmung mit dem Staatlichen Bauamt nötig.“
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