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Käthe Kruse

10.12.2014

Donauwörth hebt einen Puppenschatz

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Tiny Rimersma sammelte seit 40 Jahren Käthe-Kruse-Puppen und stellte sie in einem eigenen Privatmuseum in Den Helder (Niederlande) aus. Aus Altersgründen gab sie die Sammlung nun ab – eine Gelegenheit, die die Stadt Donauwörth und die Käthe Kruse GmbH nutzten.

 Die Sammlung der Niederländerin Tiny Rimersma gehört seit Kurzem dem Museum in Donauwörth. Die rund 500 Puppen haben einen Wert von 1,1 Millionen Euro

Donauwörth/Den Helder Wer ein Herz für Puppen hat, dem schlägt es nun etwas schneller. Die Stadt Donauwörth ist seit Kurzem in Besitz einer kostbaren Privatsammlung von rund 500 Käthe-Kruse-Puppen. Sie übernimmt den gesamten Bestand aus einem niederländischen Privatmuseum, in dem die Niederländerin Tiny Rimersma ihre Leidenschaft zu den Puppen auslebte und der Öffentlichkeit zugänglich machte. „Donauwörth ist nun mit einem Schlag das bedeutendste Käthe-Kruse-Museum. Wir besitzen nun die seltensten Stücke, die man sich vorstellen kann“, sagt der städtische Museumsleiter Thomas Heitele nicht ohne Stolz. „Es gibt keine vergleichbare Sammlung.“

Gut 500 Käthe-Kruse-Puppen und einige Exemplare anderer Hersteller sind seit Ende November in der Großen Kreisstadt. Darunter wertvolle Einzelstücke, museal erhaltene wie bespielte Figuren und Puppen, die niemals für den freien Verkauf bestimmt waren. Da Rimersma selbst Kontakt zur Familie Kruse hatte und pflegte, ergatterte die gelernte Antiquitätenhändlerin extrem ungewöhnliche Stücke. In ihrem Fundus sind außerdem jede Menge Puppenmöbel, Puppengeschirr und weitere Ausstattung.

Dass die Stücke nun in 180 Kisten verpackt im Obergeschoss des Käthe-Kruse-Museums in Donauwörth lagern, ist das Ergebnis eines langen Entscheidungsprozesses. Seitdem Museumsleiter Heitele im Februar 2012 das erste Mal die Sammlung in Den Helder sah und hörte, dass deren Besitzerin Tiny Rimersma diese aus Altersgründen abgeben will, war es das Ziel, die Puppen nach Donauwörth zu holen. Zusammen mit dem Kruse-Experten und bekannten Puppendoktor Thomas Dahl reiste er Anfang des Jahres erneut in die Niederlande und ließ die Sammlung auf ihren Wert schätzen. Über eine Woche arbeiteten sich die beiden durch den Bestand. Das Ergebnis: Die Sammlung hat einen Gegenwert von 1,1 Millionen Euro – und rückte damit in scheinbar unerreichbare Ferne. Zumal sich bereits passionierte Sammler für den Kauf der wertvollen Einzelstücke interessierten.

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Doch Rimersma zeigte sich großzügig und gab die gesamte Sammlung für 500000 Euro her – wenn der Bestand gesamt übernommen wird. Ihr Lebenswerk sollte nicht aufgeteilt werden. Zusammen mit der Käthe Kruse GmbH, die ein Drittel des Kaufpreises übernimmt, entschied sich die Stadt im Oktober für den Ankauf.

„Wir verfügen nun über 800 Puppen und haben mit der Rimersma-Sammlung 99 Prozent unserer Sammlungslücken geschlossen“, sagt Heitele. Besonders freut er sich über Exemplare wie das Schielböckchen, eine Puppe die ihren Namen ihrem „seitlich geführten Blick“ zu verdanken hat. Diese Figur wurde 1930 nur in sehr kleiner Stückzahl gefertigt. Ebenfalls im Bestzustand ist „Ilsebill im Winde“ aus dem Jahr 1938 – ein Mädchen mit Kleid und Blumenstrauß in der Hand, das seinen Hut festhält. In der Sammlung ist zudem der einzige Kinderwagen, der von Käthe Kruse überhaupt jemals als wirklicher Babywagen genutzt werden konnte.

Ab Mai 2015 wird die Sammlung in einer Sonderschau erstmals der Öffentlichkeit vorgeführt. Pro Jahr besuchen zwischen 8000 und 11000 Besucher das Museum – das könnte sich nun ändern. Denn dank dem Puppenschatz aus den Niederlanden, sind nun zahlreiche Schwerpunkt-Ausstellungen möglich. „Wir können nun das Werk und auch das Leben und Umfeld von Käthe Kruse mit ganz anderen Möglichkeiten zeigen“, schwärmt Heitele. Eine Restauratorin wird sich nun um die Puppen kümmern und das Inventar dokumentieren. Ein geeigneter Depotplatz mit entsprechender Klimaanlage muss ebenfalls noch gefunden werden. "Kommentar

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