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Prozess

28.07.2010

Drogenbande muss lange hinter Gitter

Drogen

Zwischen vier und siebeneinhalb Jahren Haft lauten die Urteile gegen vier junge Männer. Sie hatten im Raum Donauwörth einen schwunghaften Drogenhandel betrieben.

Sie haben im Raum Donauwörth einen schwunghaften Drogenhandel betrieben. Dafür müssen vier junge Männer, von denen einer noch nicht einmal volljährig war, nun lange ins Gefängnis. Die Jugendkammer des Landgerichts Augsburg verhängte gegen das Quartett Haftstrafen zwischen vier und siebeneinhalb Jahren.

Das Rauschgift sei immer wieder leicht loszubringen gewesen, erklärten die geständigen Angeklagten. Die Männer - drei von ihnen stammen aus der Donauwörther Gegend, einer aus dem angrenzenden Landkreis Dillingen - hatten offenbar gut damit zu tun, genügend Stoff zu beschaffen. So steigerte sich die Mengen immer weiter.

Ende Oktober 2009 reisten drei der Beteiligten - damals zwischen 17 und 23 Jahren alt - nach Niedersachsen, um sich Drogen im großen Stil zu besorgen. Mit jeweils einem Kilogramm Amphetamin, Haschisch und Marihuana im Gepäck fuhren die Nordschwaben wieder in Richtung Heimat.

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Telefonate abgehört

Ihr Pech: Die Polizei in Norddeutschland hatte den dortigen Händler bereits ins Visier genommen, hörte Telefonate ab und wusste daher, dass mit den Burschen aus Bayern ein größeres Geschäft über die Bühne ging. Auf der B 25 nahe Wallerstein im Ries griffen die Fahnder der Kripo Dillingen zu. Gleichzeitig klickten bei dem Verkäufer nahe Hamburg die Handschellen.

Weil die jungen Männer aus Nordschwaben in bis zu fünf Fällen bandenmäßig in erheblichem Umfang mit Rauschgift handelten, bekamen sie die Härte des Gesetzes besonders zu spüren: Die Mindeststrafe liegt hier bei fünf Jahren Gefängnis. Nur bei einem der Angeklagten blieb das Gericht unter dieser Marke. Der 23-Jährige aus dem Kreis Dillingen legte nicht nur ein Geständnis ab, sondern hellte auch die Strukturen der Bande auf. Soll heißen: Er verriet den Ermittlern, woher die Drogen kamen, wer mitverdiente und wer sie abnahm.

Kronzeugenregelung

Auf diese Weise spürten die Beamten ein viertes Bandenmitglied auf, das bei der Aktion im Oktober 2009 nicht dabei war. Der 27-Jährige erhielt die höchste Strafe: Er muss siebeneinhalb Jahre hinter Gitter. Sein Komplize, der unter die sogenannte Kronzeugenregelung fiel, kam mit vier Jahren davon.

Die beiden jüngeren Rauschgifthändler verurteilte die Kammer unter Vorsitz von Christoph Wiesner nach dem Jugendstrafrecht. Ein 20-Jähriger wandert für fünf Jahre und neun Monate in den "Bau", ein 17-Jähriger für fünf Jahre. Beide Verurteilte haben selbst Drogenprobleme. Das Gericht ordnete an, dass sie zunächst in einer Entziehungsanstalt untergebracht werden.

Das Urteil basiert auf einer Absprache der Prozessbeteiligten. Obwohl der Umfang der Haftstrafen damit vorher klar war, will der 27-Jährige den Richterspruch nicht akzeptieren und geht in Revision. Somit wird sich der Bundesgerichtshof mit seinem Fall beschäftigen.

Interessant am Rande: Der Händler aus Niedersachsen, welcher der Bande aus Nordschwaben das Rauschgift verkaufte, kam glimpflicher davon. Dem Vernehmen nach beließ es die dortige Justiz für ihn bei einer Gefängnisstrafe von gut drei Jahren. (wwi)

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