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Donauwörth

13.01.2020

Falsche Polizisten rufen Hunderte Bürger an

Eine vermutlich im Ausland organisierte Bande hat Hunderte von Bürgern im Raum Donauwörth angerufen.
Bild: Alexander Kaya (Symbolbild)

Plus Im Raum Donauwörth versucht eine Bande, in Serie Opfer zu finden. Gleich 130 Anzeigen gehen dazu bei der Polizei ein.

Eine vermutlich im Ausland organisierte Bande hat in den vergangenen Tagen in betrügerischer Absicht offenbar Hunderte von Bürgern im Raum Donauwörth angerufen. Die Personen am anderen Ende der Leitung gaben sich als Polizisten aus und versuchten, die Menschen auszuhorchen. Allein über das Wochenende und am Montag gingen bei der Polizeiinspektion Donauwörth rund 130 Anzeigen ein.

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Bekannte Masche

Die Betrugsmasche ist seit Jahren bekannt und wird in immer neuen Varianten praktiziert. Die Verantwortlichen betreiben in anderen Ländern regelrechte Anrufzentren, von denen aus die Anschlüsse in Deutschland abgegrast werden. Das Ziel: Leute unter Druck setzen und sie dazu nötigen, persönliche Informationen preiszugeben oder/und letztlich Geld an Kontaktpersonen zu übergeben.

Die neuerliche Serie in der Donauwörther Gegend startete am vorigen Donnerstag. So erhielt eine 79-Jährige am Donnerstag in der Großen Kreisstadt einen Anruf von einem angeblichen Mitarbeiter der „Polizei Augsburg“. Er fragte, ob die Rentnerin Geld zu Hause habe und – wenn ja – wie viel. Die Seniorin reagierte der echten Polizei zufolge richtig: Die Frau gab keinerlei persönliche Informationen heraus und verständigte die Inspektion in Donauwörth.

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In ganz Nordschwaben

Über das Wochenende ging die Serie dann so richtig los, nicht nur in Donauwörth, sondern in ganz Nordschwaben, teilt das Polizeipräsidium Schwaben Nord mit. Zumeist hätten ältere Personen die Anrufe bekommen. Die Unbekannten behaupten, es sei in der Nachbarschaft eingebrochen worden. Die Opfer werden unter Druck gesetzt. Die Anrufer reden ihnen ein, das Geld der Polizei zu übergeben, unter anderem, weil sonst die Versicherung Probleme mache.

Die Tricks der Banden sind raffiniert. Nicht nur dass die Anrufer aus dem Ausland akzentfrei Deutsch sprechen. Sie argumentieren der Polizei zufolge auch geschickt. Bei der neuerlichen Serie bieten die Betrüger an, dass sich der Angerufene von der Echtheit des Polizisten überzeugen könne, indem er die Nummer 110 wählt.

Nur weiterverbunden

Dabei werden die Betroffenen angewiesen, nicht aufzulegen, sondern zu warten, bis ein Freizeichen ertönt, um dann den „Notruf“ zu wählen. Tatsächlich werden die Leute auf diese Weise nur zu einem anderen Mitglied der Bande weiterverbunden.

Mit dieser Masche sind die Unbekannten allein im Bereich der Vorwahl 0906 (Donauwörth und Umgebung) seit Sonntag ununterbrochen aktiv. Die Inspektion in der Großen Kreisstadt registrierte bis Montagnachmittag für diesen Zeitraum fast 130 Anzeigen. „Es werden fast minütlich mehr“, berichtet Stephan Roßmanith, Pressesprecher der Dienststelle.

Den Trick durchschaut

Die Polizei rät den Betroffenen, stets selbst das Telefonat zu beenden und erst im Anschluss den polizeilichen Notruf zu wählen. So werde vermieden, dass weiterhin eine Verbindung zu den Betrügern besteht. Der beste Rat sei, bei solchen Anrufen einfach nichts mehr zu sagen und aufzulegen, so Roßmanith.

Positiv sei, dass die fast 130 Angerufenen, die sich bei den Beamten meldeten, allesamt den Trick durchschaut hatten und damit ohne Schaden aus der Sache kamen. Freilich habe es in der Vergangenheit immer wieder Opfer gegeben. Die Beute sei in einer Reihe von Fällen immens.

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