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30.01.2019

Familie aus USA auf Spuren der Vorfahren im Kesseltal 

Ahnen- und Heimatforscher: (von links) Gerhard Beck, Manfred Wegele und Rainer Hammes.
Bild: Herreiner

Die nordschwäbischen Familien- und Heimatforscher treffen sich in Erlingshofen. Bücher sind begehrt.

Drei Mal im Jahr treffen sich die Mitglieder sowie interessierte Familien- und Heimatforscher beim Stammbaumtisch in Erlingshofen. Die Erforschung der eigenen Ahnen und der oft spannenden Historie der Heimatregion erlebte den Organisatoren zufolge in den vergangenen Jahren einen spürbaren Aufschwung. Und dieser hält unvermindert an, was Manfred Wegele als Vorsitzender nicht nur des Stammbaumtisches Nordschwaben, sondern auch des Bayerischen Landesvereins für Familienkunde, zu berichten weiß.

Im Heim des Heimat- und Brauchtumsvereins drängten sich 70 Besucher, unter ihnen die beiden stellvertretenden Landräte Alfred Schneid (Landkreis Dillingen) und Peter Thrul (Landkreis Donau-Ries). Letzterer konnte bei seiner Vorstellung gleich einen Eindruck davon vermitteln, wie weit die Beziehungen der nordschwäbischen Ahnenforschung reichen. Er lernte vor einigen Monaten eine Familie aus Kentucky kennen und erfuhr eher zufällig im Gespräch, dass diese auf der Suche nach ihren deutschen Vorfahren war. Diese stammten, so die Vermutung, aus Bissingen im Kesseltal. Über Manfred Wegele wurde der Kontakt nach Bissingen hergestellt, und im dortigen Gemeindearchiv konnte die Geburtsurkunde des 1880 auf die Welt gekommenen und später ausgewanderten Großvaters ausfindig gemacht und per E-Mail übermittelt werden.

Grabsteine auf Friedhöfen dokumentiert

Manfred Wegele gab einen Rückblick auf die vielen Aktivitäten im Rahmen der Familienforschung in Nordschwaben. Sabine Scheller ergänzte dies durch ihre Ausführungen zum Sterbebildprojekt sowie zum seit 2005 existierenden Friedhofsprojekt. Dabei wurden seither mehr als 350 schwäbische Friedhöfe fotografiert und damit – unter Berücksichtigung der Datenschutzrichtlinien – rund 150000 Grabsteine dokumentiert, von denen jedes Jahr viele von den Friedhöfen verschwinden.

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Rainer Hammes stellte seine jüngst erschienene Dorfchronik Hochstein vor und verwies dabei auf die jahrzehntelangen Forschungen von Nikolaus Keis, die eine ideale Basis für eine Buchveröffentlichung bildeten. Dieser habe „ein Wahnsinnswissen festgehalten“, das der Erschließung harrte. Der in dem Buch enthaltene Häuserkatalog reicht bei vielen Anwesen bis in das Jahr 1557 zurück, bei manchen gar noch ein Jahrhundert mehr. Die 200 Exemplare der Chronik sind innerhalb von nicht einmal acht Wochen mittlerweile komplett vergriffen.

Bücher in Laub und Hohenaltheim

Über mangelnden Absatz seiner Chronik des Riesdorfes Laub kann sich auch Gerhard Beck nicht beschweren. Der Archivar der Fürstlich Wallersteinschen Archive auf der Harburg und Kreisarchivpfleger des Landkreises Donau-Ries stellte seine Chronik mit dem Titel „Laub – Streifzug durch die Geschichte des Dorfes, der Häuser und der Familien“ im November erstmals vor. Auch er konnte sich auf ältere Forschungen, nämlich von Pfarrer Michael Haas, und auf einige kompetente Mitstreiter stützen, sodass in der Chronik von Laub ebenfalls ein breites Themenspektrum abgedeckt werden konnte. Immerhin wurden für das Buch über den Ort unweit der schwäbisch-bayerisch-fränkischen Sprachgrenze mehr als 5100 Geburten und mehr als 1000 Ehen erfasst.

Eine Ankündigung vor dem obligatorischen Erfahrungsaustausch und der Bücherbörse im Erlingshofener HBV-Heim konnte Gerhard Beck auch noch machen: Bereits am 26. April soll mit der offiziellen Präsentation des Ortsfamilienbuches Hohenaltheim die nächste Veröffentlichung aus seiner Feder vorgestellt werden. (HER)

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