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Donau-Ries

30.07.2019

Familienvater starb: Die tödliche Wasserwalze soll verschwinden

Im Flussbett unter dieser Brücke über die Münsterer Alte ertrank ein 42-Jähriger am Freitag, 19. Juli 2019, als er seinen Hund und seine Frau retten wollte.
Bild: Barbara Würnseher

Nach dem tragischen Tod eines Familienvaters im Altwasser des Lechs bei Münster soll die Gefahrenstelle entschärft werden. Es wurde ein Badeverbot ausgesprochen.

Nach dem tragischen Unglück an einem Altwasserarm des Lech in Münster vor über einer Woche, soll die Gefahrenstelle nun entschärft werden. Bürgermeister Gerhard Pfitzmaier informierte per Gemeindeblatt die Bürger Münsters, dass ein Fachberater des Wasserwirtschaftsamtes vor Ort gewesen sei, um sich die besondere Situation an der Brücke anzusehen.

Wasserwalze in Münster: Strömung lässt den Schwimmer nicht mehr hochkommen

Wie berichtet, entsteht durch ein kleines Wehr in dem Wasser eine tückische Strömung, die einer Wasserwalze gleich kommt. Wie in einem Hamsterrad drückt es den Schwimmer stetig nach unten, ist er erst einmal in den Sog der Strömung gezogen worden. Dies ist auch dem 42-jährigen Familienvater aus Münster zum Verhängnis geworden. Er wollte seinen neun Monate alten Hund und seine Ehefrau aus dem Wasser retten und kam dabei selbst ums Leben. Die Frau war zuvor mithilfe einer der beiden Töchter ans Ufer gezogen worden. Der Hund starb ebenfalls.

Diese gefährliche Stufe im Altwasserarm des Lech bei Münster soll beseitigt werden. Mitte August werden Flussbausteine eingebracht.

Bereits im März 2017 war ein 31-Jähriger bei dem Versuch seinen Hund zu retten an genau dieser Stelle tödlich verunglückt. Damals war man noch davon ausgegangen, dass der Spaziergänger einen Kälteschock erlitten hatte. „Der Wasserfall an der Brücke war nicht als Gefahrenpunkt bewertet worden“, schreibt der Bürgermeister im Gemeindeblatt.

Flussbausteine sollen Stufe verkleinern

Das hat sich aber nun nach dem Unglück vor über einer Woche geändert. Deshalb soll bereits Mitte August damit begonnen werden die Stelle unter der Brücke mit großen Flussbausteinen aufzufüllen. Ziel sei es die gefährliche Wasserwalze dauerhaft zu beseitigen. Unabhängig davon aber hat die Gemeinde in dem gesamten Flussbett ein Badeverbot ausgesprochen. Der Lech darf nicht mehr betreten werden. Es bestehe Lebensgefahr, heißt es. Durch die dramatischen Ereignisse sei die Gefahrenlage nun bewusst geworden und man sehe sich in der Pflicht, für Sicherheit zu sorgen.

Im Flussbett unter dieser Brücke über die Münsterer Alte ertrank ein 42-Jähriger am Freitag, 19. Juli 2019, als er seinen Hund und seine Frau retten wollte.
Bild: Barbara Würnseher

Zudem bittet der Bürgermeister alle Hundebesitzer ganz dringend ihre Tiere – egal welcher Größe – in diesem Gebiet an die Leine zu nehmen. „Damit würden derartige Tragödien gar nicht erst entstehen, auch die Wildtiere in den Lechauen wären besser geschützt“, heißt es weiter. Ein genereller Leinenzwang im gesamten Gemeindegebiet ist rechtlich nicht durchzusetzen, doch der Rathauschef hofft auf die Vernunft der Hundebesitzer. Wie berichtet, waren in beiden Fällen die später Verunglückten ins Wasser gegangen, um ihre Hunde zu retten, die sich nicht mehr aus dem Flusswasser befreien konnten.

Lesen Sie dazu: Familienvater stirbt: Warum Wasserwalzen so tückisch sind

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