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Marxheim

20.02.2020

Fasching: Wenn der Bürgermeister beim Männerballett mittanzt

Das Männerballett „Usselhopper“ hier kostümiert frei nach dem Motto „Karneval in Rio“. Unter den närrischen Tänzern befindet sich auch Marxheims Bürgermeister Alois Schiegg (Zweiter von links).
Bild: Stephan

Plus Für den Marxheimer Rathauschef Alois Schiegg beginnt jetzt eine besondere Zeit: der närrische Endspurt. Und der zeigt ihn von einer besonderen Seite.

Alois Schiegg sitzt seit 2008 im Marxheimer Rathaus im Chefsessel und lenkt von dort aus die Geschicke seiner Gemeinde. Er gilt als umsichtig und besonnen, überlegt und bodenständig. Doch das ist nur die eine Seite des beliebten Bürgermeisters.

Das ist quasi der Dr. Jekyll in ihm – wenn man so will. Die andere Seite – sie zeigt eine sympathische Variante des „Mr. Hyde“ –, die stets einmal im Jahr für einige tolle Tage zum Vorschein kommt, macht ihn indes vielleicht noch ein Stückchen volksnaher.

Krankenschwester, Indianer oder Synchronschwimmer

Die Rede ist von einer faschingsbedingten Verwandlung. Von einer Metamorphose, die aus Bürgermeister Schiegg mal eine Krankenschwester macht, mal einen Indianer, dann wieder einen Ägypter oder einen Synchronschwimmer. Denn Alois Schiegg, hauptberuflich Kommunalpolitiker, tanzt in der närrischen Jahreszeit in einem Männerballett.

Fasching: Wenn der Bürgermeister beim Männerballett mittanzt
Alois Schiegg als Krankenschwester.

Er hat ebenso wenig ein Problem damit, sich mit einer Damen-Perücke zu tarnen, wenn es denn das Motto verlangt, wie auch damit, haarige Männerbeine zu entblößen, so denn erforderlich. Und damit befindet er sich in guter Gesellschaft in der siebenköpfigen Truppe „Usselhopper“.

Seit 2002 ist er bei der Gruppe mit dabei

„Seit 2002 pflege ich dieses Hobby und ich hab auch damit nicht aufgehört, als ich sechs Jahre später Bürgermeister geworden bin“, erzählt Schiegg und grinst verschmitzt. „Das ist ein schöner Ausgleich zum Kommunalpolitik und die Gaudi bei uns ist riesig!“

Los geht das Proben unter Trainerin und Choreografin Karin Stephan stets erst wenige Wochen vor dem großen Auftritt am Lumpigen Donnerstag im Schützenheim Gansheim. Veranstalter ist ein Frauen-Verein, genannt „Der Club der fröhlichen Schachteln“, der im 401-Seelen-Dorf zum Weiberfasching ruft. Und kein Schachtelball ohne Männerballett! „Gansheim taucht ab“ heißt es diesmal, wenn sich Alois Schiegg und seine Mittänzer zum Motto „Baywatch“ in Badehosen und Badeanzug werfen. Wenn sie sich, am Boden liegend, wie eine Welle hin- und herrollen und ein Surfer mit Surfbrett auf ihnen versucht, die Balance zu halten.

Mit 53 Jahren einer der Älteren bei den „Usselhoppern“

Alois Schiegg ist mit seinen 53 Jahren einer der Älteren im Männerballett „Usselhopper“. Der Jüngste ist 30 Jahre. „Wir haben uns gefunden, weil man sich eben kennt im Ort“, erzählt Schiegg. Traditionell ist auch immer ein Feuerwehrkommandant mit von der Partie – so hat es sich zufällig ergeben. „Wenn wir uns treffen, dann blödeln wir ganz viel miteinander. Dann lachen wir bis zum Muskelkater.“

Vor allem können die sieben Mannen über sich selbst Tränen lachen, denn von Perfektion sind sie – so zumindest Schieggs kritische Einschätzung – weit entfernt. Und je weniger planmäßig verläuft, desto größer der Spaßfaktor. „Wir geben unser Bestes, aber Synchronität ist nicht wirklich unser oberster Maßstab. Slapstick ist ein wichtiges Element unserer Choreografie.“

Auch bei vielen Umzügen anzutreffen

Alois Schiegg ist ein echter Faschingsfreund. Auf vielen Umzügen im Donau-Ries ist er anzutreffen – stets in aufwendiger Maskerade als Robin Hood, Hippie, Elf, Pirat oder was ihm sonst so in den Sinn kommt. „Ich bin gern als Narr unterwegs“, verrät er. Und wer ihn kennt, den überrascht diese Offenbarung kaum. Immerhin lässt er sich auch schon seit Jahren am Weiberfasching von Maskierten im Rathaus die Krawatte abschneiden – und das völlig klaglos, sondern im Gegenteil begleitet vom typischen Schiegg’schen Lächeln.

Bis Faschingsdienstag noch kann sich der Marxheimer „Mr. Hyde“ also austoben. Der Faschings-Endspurt bietet dazu jede Menge Gelegenheiten. Danach ruft das Rathaus wieder zu 100 Prozent und mit ihm sämtliche Pflichten, abseits von Baywatch.

Aber eines ist jetzt schon gewiss: Ein Jahr später dreht sich wieder alles für ein paar wenige Tage um die pure Faschingsgaudi ...

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