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Rain

07.01.2020

Fast die ganze Familie stirbt nach Unfall auf B2: "Das zerschmettert einen am Boden"

In diesem Auto war die fünfköpfige Familie unterwegs.
Bild: News5/Friedrich

Plus Große Betroffenheit in Rain und Wallerdorf: Nach einem tödlichen Unfall einer Familie auf der B2 sterben fast alle Insassen.

Durch einen fürchterlichen Unfall auf der B 2 im Landkreis Roth sind vier Mitglieder einer Familie aus dem Lechgebiet ums Leben gekommen, darunter drei Kinder. Einzig der Vater, 35, lebt noch. Er zog sich aber lebensgefährliche Verletzungen zu.

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Auf dem Rückweg vom Urlaub in der alten Heimat

Das Unglück passierte am Sonntag um etwa 17.30 Uhr auf dem Abschnitt zwischen Wernsbach und Untersteinbach. Nach Erkenntnissen der Polizei war die in Wallerdorf wohnhafte Familie auf der Bundesstraße in südlicher Richtung unterwegs. Die polnischen Staatsangehörigen befanden sich dem Vernehmen nach auf dem Rückweg von einem Urlaub über die Feiertage in der alten Heimat.

Wenige hundert Meter nördlich von Wernsbach (Gemeinde Georgensgmünd) kam dem Auto ein Kleinbus entgegen, den ein 19-Jähriger aus dem Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen steuerte. Der VW-Transporter geriet auf die Gegenfahrbahn und stieß frontal gegen den Renault der Familie.

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Rund 100 Helfer im Einsatz

Der Aufprall war verheerend und den Ersthelfern sowie insgesamt rund 100 Einsatzkräften bot sich ein schreckliches Bild. „Wir haben mehrere verletzte und teilweise bewusstlose Personen vorgefunden“, beschrieb Klaus Wolfsberger, Einsatzleiter der Freiwilligen Feuerwehr Georgensgmünd, gegenüber der Roth-Hilpoltsteiner Volkszeitung die Szenerie auf der B 2.

Die Mutter, 35, die am Lenkrad saß, war wohl sofort tot. Umfangreiche Reanimationsmaßnahmen hatten der Polizei zufolge keinen Erfolg. In der Nacht auf Montag starben in einer Klinik das neun Jahre alte Mädchen und der zwölf Jahre alte Bub.

Zustand von Mädchen „äußerst kritisch“

Als „äußerst kritisch“ bezeichnete die Polizei zunächst den Zustand des vierjährigen Mädchens und des Vaters, 35. Am späten Dienstagabend dann die nächste traurige Nachricht: Auch dem dritten Kind konnten die Ärzte nicht mehr helfen. Das Mädchen starb am Nachmittag im Krankenhaus. Der Zustand des Vaters sei zwischenzeitlich zwar stabil, „muss jedoch weiterhin als kritisch eingestuft werden“.

Der mutmaßliche Verursacher und seine Beifahrerin, 17, erlitten schwere, jedoch nicht lebensgefährliche Verletzungen. Warum der junge Mann mit seinem Fahrzeug über den Mittelstreifen geriet, ist noch völlig unklar. Der 19-Jährige sei noch nicht vernehmungsfähig, so das Polizeipräsidium Mittelfranken am Dienstag auf Anfrage unserer Redaktion. Ein Gutachter wurde damit beauftragt, das Unfallgeschehen zu rekonstruieren.

Die B 2 blieb am Sonntagabend über Stunden hinweg gesperrt. Neben Polizei, Feuerwehren und THW waren sechs Notärzte, zehn Rettungswagen und zwei Rettungshubschrauber vor Ort. Die Helfer mussten mit schrecklichen Bildern fertig werden. Über die Straße verteilt lag Spielzeug der Kinder.

Zwei Kinder in Schule, eines im Kindergarten

Die Polizeiinspektion Rain hatte die traurige Pflicht, die Angehörigen und die Schulen, welche die beiden gestorbenen Kinder in Rain besuchten, zu verständigen. Die Vierjährige ging in den Kindergarten.

Die fünfköpfige Familie lebte seit einigen Jahren im Lechgebiet, zunächst in Rain und seit gut zwei Jahren in Wallerdorf. Die Familie habe einen großen Bekanntenkreis gehabt, ist aus dem Umfeld zu hören. Ein Wallerdorfer beschreibt das Ehepaar und seine Kinder als „sehr freundlich und umgänglich“. Die Nachricht vom Unglück und seinen Folgen erschüttere zutiefst: „Das zerschmettert einen am Boden.“

Der Unfall erinnert in erschreckender Weise an eine tödliche Karambolage im Mai 2007. Damals machte sich eine Familie aus Rain nachts auf den Weg nach Berlin. Dort stand eine Familienfeier an. Zudem wollten die Eheleute mit ihren beiden kleinen Kindern, die knapp zwei beziehungsweise knapp vier Jahre alt waren, im Norden Ferien machen.

Ehepaar stirbt, Kinder überleben

Doch gegen 2.30 Uhr geriet auf eben jenem B-2-Abschnitt zwischen Wernsbach und Untersteinbach ein 19-Jähriger mit seinem Auto aus nicht bekannten Gründen auf die Gegenfahrbahn. Der Pkw stieß auf der Bundesstraße frontal mit dem Wagen der Rainer zusammen. Der 33-jährige Familienvater, der am Steuer saß, und seine Frau, 34, auf dem Beifahrersitz starben noch an der Unfallstelle. Die zwei Kinder auf der Rückbank waren ordnungsgemäß gesichert und überlebten wie durch ein Wunder nur mit leichteren Verletzungen. Gleiches galt für den Verursacher.

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