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Mertingen/Bäumenheim

14.06.2019

Fendt-Caravan bleibt auf Kurs

9350 Wohnwagen hat Fendt Caravan in der Saison 2018/2019 verkauft. Die im November 2018 in Betrieb gegangene dritte Produktionlinie hilft, die hohe Nachfrage zu bedienen. Stärkster Markt für das Unternehmen bleibt weiter Deutschland.
Bild: Wild

Beim Hersteller für Wohnwagen bleibt der Umsatz stabil. Der Trend zu mehr Luxus und technischem Komfort setzt sich weiter durch. Auch heuer wird investiert.

Opal, Saphir, Diamant – beim Fendt Caravan geht es schon lange recht edel zu. Die traditionsreichen Bezeichungen der verschiedene Wohnwagen-Baureihen nach wertvollen Edelsteinen passen zum Trend, dass sich auch das Innenleben eines Caravans in Gestaltung, Ausstattung und Komfort einem schicken Hotelzimmer angeglichen hat.

Luxus und schöne Optik werden nachgefragt. Und auch die Reise mit dem Wohnwagen hat einen Imagewandel hinter sich. Vom Billigurlaub mit Verzicht auf Behaglichkeit und Platz hin zu einem individuellen Trip für freiheitsliebende Reisende, die den luxuriösen Anhänger als Basis für seinen Aktiv-Urlaub nutzen.

Komplette Überarbeitung

Genau dieses Image pflegt auch Fendt Caravan seit Jahren und bastelt nun mit einigen Neuerungen weiter daran. Das Modell der Oberklasse, der Opal, wurde für die neue Saison komplett überarbeitet – außen wie innen. In der günstigen Variante kostet er laut Liste 23500 Euro. Günstigere Baureihen sind bereits für knapp 18000 Euro zu haben.

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Auf der Bilanz-Pressekonferenz in der Schmutterhalle in Bäumenheim am Freitag präsentierte das Unternehmen nun seine aktuellen Kennzahlen. Das Geschäft läuft weiter sehr gut, nur geringe Einbußen im Ausland trübten ein wenig die Euphorie der vergangenen Jahre, in denen es seit 2014 steil bergauf ging.

9350 Stück verkauft

9350 Wohnwägen hat Fendt-Caravan in der Saison 2018 /2019 verkauft. Das sind knapp 300 Stück weniger als im Vorjahr, wie der kaufmännische Geschäftsführer Hans Frindte offenlegt. Der Umsatz sank um zwei Millionen auf 185 Millionen Euro. Aktuell sind 761 Mitarbeiter in Mertingen beschäftigt.

Den Dämpfer im Wachstum des Unternehmens beschert der Export. Denn der Brexit hat den Verkauf Richtung Großbritannien komplett lahmgelegt, da die dortigen Vertriebspartner erst Ergebnisse bei den Handelsbedingungen abwarten wollen. Das lässt bekanntermaßen auf sich Warten. Auf Halde wird nicht produziert, denn für den englischen Markt wird ein spezielle Innenausstattung gefertigt, die anderswo wenig nachgefragt ist. Beispielsweise ist es in UK nicht gewollt, dass eine Toilette im Wohnwagen installiert ist.

In Frankreich gab es ebenfalls Einbußen, zumal ein Konkurrent mit Dumpingpreisen agierte und es bei den Banken Probleme gab. Diese sind für die Finanzierung des Kaufs wichtige Partner. „Das hat doch für einige Unruhe gesorgt“, erklärt Frindte die Geheimnisse des Marktes. Fendt-Caravan war in Frankreich im Vorjahr meistgekaufte Marke bei Wohnwägen. Mit über 300 Fahrzeugen weniger liegt der Hersteller aus Nordschwaben nun mit einem Marktanteil von knapp 38 Prozent auf Platz zwei.

Deutschland ist größter Markt


Die meisten Anhänger aber verkauft Fendt-Caravan weiterhin in Deutschland. Über 2600 Stück gingen dort an den Kunden. Das ist ein Zuwachs von fast sechs Prozent. „Wir sind sehr zufrieden mit der Entwicklung vor allem im Jahr 2019 zeigt sich, dass wir mit unseren Neuerungen goldrichtig liegen“, sagt der technische Geschäftsführer Andreas Dirr.

Es sind wohl die kleinen Details, die überzeugen: ein Kühlschrank, der sich von beiden Seiten öffnen lässt, oder ein ausziehbarer Lattenrost zwischen zwei Einzelbetten; Panorama-Schiebedach und Belüftung im Schrank sowie die Steuerung der Heizung über Smartphone-App. Beim Luxus-Wohnwagen Opal bietet Fendt-Caravan jetzt auch erstmals eine Kinder-Nische mit Stockbetten. „Wir stellen einfach fest, dass Familien verstärkt zu unseren Kunden gehören. Die haben zwar anderen Platzbedarf, wollen aber auf Luxus nicht verzichten“, erklärt Frindte.

Transport von Fahrräder als wichtiges Thema

Großes Thema für das Unternehmen, das auf der Gemarkungsgrenze zwischen Bäumenheim und Mertingen liegt und dort im Jahr 2007 auf der grünen Wiesen entstanden ist, ist der Transport von Fahrrädern am Wohnwagen. Da die ältere Generation zunehmend auf E-Bikes umsteigt, diese aber deutlich mehr Gewicht mitbringen als klassische Räder, hat Fendt Caravan eine auf dem Markt viel beachtete Lösung, den sogenannten Carry Bag, entwickelt. Dieser wird wie ein Fahrradhalter am Auto hinten am Wohnwagen montiert.

Nach der Großinvestition von mehreren Millionen Euro in eine dritte Produktionslinie, die im November 2018 eingeweiht wurde, stehen auch 2020 Ausgaben für den Standort an. Für gut eine Million Euro baut Fendt Caravan auf Ortsgebiet von Mertingen 300 neue, hagelsichere Stellplätze. Dort werden über den Winter produzierte Anhänger geparkt, die dann in der Saison von den Händlern abgefragt werden. Zudem wird ein neuer Turm für die Lagerung von Spänen errichtet. Da bei der Produktion viele Holzreste anfallen, werden diese für Erzeugung von Wärme genutzt. Mit dem zweiten Lagerturm kann Fendt Caravan laut Andreas Dirr seine benötigte Wärme dann zu 100 Prozent selbst produzieren.

Lesen Sie hierzu auch: Fendt-Caravan investiert Millionen in neue Produktionshalle

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