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Natur

23.05.2015

Fischaufstieg verzögert sich

Für Fische ein unüberwindbares Hindernis: die Lechstaustufe am Kraftwerk Feldheim.
Bild: Wolfgang Widemann

Die Fischereigenossenschaft Unterer Lech hat noch andere Sorgen

Die Mitglieder der Fischereigenossenschaft Unterer Lech trafen sich zur Mitgliederversammlung im Gasthaus Zum Boarn in Rain. Einerseits zeigte man sich mit der Arbeit des Vorstands zufrieden, andererseits wurden einige Probleme aufgezeigt, die den Fischern seit Jahren auf den Nägeln brennen.

Vorsitzender Manfred Kratzer berichtete, dass die Kraftwerksbetreiber Bayerische Elektrizitätswerke (BEW) im März zu einem Treffen mit den Themen „Hochwassersicherheit“ und „Fischaufstieg Feldheim“ eingeladen hatten. Ralf Klocke, Leiter Wasserbau bei der BEW, habe dabei die gesetzlich vorgeschriebene Hochwassersicherheitsnorm am Lech erläutert. Er habe auch Überflutungsflächen der an den Lech angrenzenden Gemeindefluren bei Extremhochwasser aufgezeigt. Nach Meinung der Kraftwerksbetreiber wäre es sinnvoll, dass die örtlichen Feuerwehren Notfallübungen durchführen, ähnlich wie in Ellgau im Jahre 2011 und am Kraftwerk Oberpeiching im Herbst 2014.

Manfred Kratzer bezeichnete die geplanten Maßnahmen zur Kraftwerksumgehung, verbunden mit der Schaffung einer Musterstrecke, als „unbefriedigend“ und „schleppend“. Er informierte die Genossen, dass derzeit Kies aus dem leeren Lech bei Meitingen entnommen werde, um das Geschiebeproblem im Stauraum Ellgau in den Griff zu kriegen. Es gebe darüber hinaus zahlreiche ungelöste Fragen, wie etwa das Bibermanagement mit Wasserführung im Branntweinbach östlich des Lechs unterhalb Gersthofen, die Herstellung von Umgehungen der Kraftwerke mit Fischaufstiegshilfen von der Donau bis zum leeren Lech und die Anbindung der Alt- und Nebengewässer am Lech als Rückzugsgebiete und Laichhabitate für Fische.

Der Vorsitzende merkte an, dass der Mädelelech ein Vorzeigebeispiel für eine gelungene Nebengewässeranbindung sei. Er bedankte sich bei Hubert Schuster für seine Bemühungen im Bereich der Hege und Pflege des Fischbestandes im Mädelelech sowie bei stellvertretendem Vorsitzenden Heinrich Schuster und Geschäftsführer Albert Kapfer für die gute Zusammenarbeit und Unterstützung.

Zum Kassenbericht von Albert Kapfer wurden keine Fragen oder Beanstandungen vorgebracht.

Bestand der Äschen hat zugenommen

Dr. Oliver Born, Fachberater für das Fischereiwesen im Bezirk Schwaben, bezeichnete die Verwirklichung einer Umgehungs-Musterstrecke beim Kraftwerk Feldheim als „vordringlich“. Der Fraßdruck der Kormorane habe dank der Mithilfe durch die Jäger abgenommen, sodass der Äschen-Bestand deutlich zugenommen habe. Zur Kormoran-Vergrämung nahm Jägervorsitzender Robert Oberfrank Stellung. Er bekundete, dass die Jäger bereit seien, den Fischern zu helfen. Ein neues Problem und eine Plage für die Landwirtschaft sei die Zunahme von Graugänsen, Schwänen und Fischreihern. Schließlich wurde der Wunsch geäußert, ein Umgehungsgewässer mit Fischaufstieg an der Iller zu besichtigen. (ma)

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