Newsticker

Steigende Infektionszahlen: Bundesregierung spricht für ganz Belgien eine Reisewarnung aus
  1. Startseite
  2. Lokales (Donauwörth)
  3. Frauen und ihre Strategien

22.07.2010

Frauen und ihre Strategien

Beim Frauen-Abend der Sparkasse Donauwörth (von links): Moderatorin Gerda Trollmann (Wemding), Direktor Johann Natzer und Referentin Sandra Laaks.

Donauwörth Das größte Problem zwischen Mann und Frau ist bekannt: die Kommunikation. Während Männer nur 2 000 Wörter täglich reden, kommen Frauen auf mindestens 5 000, behauptet jedenfalls die Kabarettistin Andrea Lipka. Dass sie damit vielleicht gar nicht so falsch liegt, untermauerte Sandra Laaks: "Wir Frauen sind zu vertrauensselig." Beide Damen standen im Mittelpunkt eines Frauenabends der Sparkasse Donauwörth im voll besetzten Tanzhaus-Saal.

Fast ein wenig genierlich begrüßte Direktor Johann Natzer die Frauen und "vielleicht zwölf Männer". Der Erfolg gibt dem Geldinstitut recht: Im Nu waren die Plätze weg. Es war die mittlerweile fünfte Veranstaltung dieser Art, die sich ausschließlich an Frauen richtet. Diesmal lautete das Motto "Kompetent in eigener Sache - Finanzstrategien für Frauen". Den kabarettistischen Teil des Abends bestritt Andrea Lipka unter dem Leitgedanken "Eine Fränkin sieht rot".

Und so zog sich das Thema des Geschlechterkonflikts wie ein roter Faden durchs Programm. Während für Männer das Einkaufen der reinste Horror ist, stellt es für Frauen ein Ritual dar. In der Rolle der Putzfrau Elfriede, mit der Lipka den Kabarettpreis "Stuttgarter Besen" gewann, sinniert sie, warum Frauen putzen. Es liege am zusätzlichen X-Chromosom, das "sie" mit beiden Beinen fest am Boden stehen lasse, während das Y-Chromosom diese Bodenständigkeit nicht bieten könne, erfahren die Zuhörerinnen - und biegen sich vor Lachen. Doch Putzen biete keine Anerkennung, deswegen will Elfriede einen 400-Euro-Job und eine Putzfrau anstellen, die dann auch gelobt wird.

Es ist der Mix aus Kabarett, Comedy und Information, der den Abend zum Erfolg werden lässt. Gerad Trollmann aus Wemding moderierte den spaßigen Wechsel aus Finanzcheck und weiblichem Body-Check, "immer oberhalb der Gürtellinie, damit die zwölf Männer nicht gehen müssen".

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Die mussten dann aber doch einiges aushalten, aber was kommen sie auch zu einem Frauen-Abend? "Es ist nicht einfach mit einem Mann zusammenzuleben, aber es gibt nichts Besseres in der Art", sprach Lipka den Zuhörerinnen offenbar aus dem Herzen. Der Applaus jedenfalls war stark. Lipka traf genau den Nerv, als sie beispielsweise über Schönheitsoperationen plauderte oder anregte, in Boutiquen Spielecken für Männer einzurichten. Es ging aber auch um die Einpark-Schwäche von Frauen und um die Wechseljahre.

Mit geballter Information riet Sandra Laaks vom Deutschen Sparkassen- und Giroverband den Frauen, mit Verlaub frei ausgedrückt und vielleicht interpretierend, den Männern stärker auf die Finger zu schauen. "Frauen leben länger, aber wovon?", fragte die Finanzexpertin. 50 Prozent der Frauen zwischen 18 und 60 Jahren seien der Meinung, ausreichend im Alter versorgt zu sein. Tatsächlich aber drei von vier Frauen zwischen 30 und 60 Jahren fürs Alter eben nicht ausreichend abgesichert. Deswegen empfahl Laaks eindringlich: "Frauen sollten ihre finanzielle Absicherung selbst in die Hand nehmen und dies nicht den Männern überlassen." Das Thema Altersvorsorge werde unterschätzt. 29 Prozent der Frauen seien auch heute noch bereit, zugunsten der Familie ganz auf eine Berufstätigkeit zu verzichten. Und werde dies auch honoriert?

Was aber kann "frau" tun, um eine eigenständige Finanzplanung zu verwirklichen, fit "für später" zu sein. Am Anfang, so die Referentin, stehe eine Bestandsaufnahme. Es müsse auch klar sein, warum man Sparen und welche Risiken man eingehen wolle. Um ein Vermögen aufzubauen, müsse man sich ständig mit der Materie Geld auseinandersetzen. Nur, wer das "magische Dreieck" zwischen Sicherheit, Liquidität und Rendite immer im Auge habe, werde Erfolg haben. Schließlich gab Laaks den Frauen eine Rockefeller-Erkenntnis mit auf den Weg: "Lieber eine Stunde über Geld nachdenken, als eine Stunde für Geld zu arbeiten."

Nana Mouskouri einzigartig parodiert

Andrea Lipka arbeitete indes noch einmal. Zum Ende parodierte sie einzigartig Nana Mouskouri. Bei einem Imbiss hatten die Frauen genügend Gelegenheiten über Strategien zu diskutieren: Strategien finanzieller oder geschlechtlicher Art.

Anmerkung am Rande: Die zwölf Männer überstanden den Abend schadlos. Wie nachdenklich allerdings ist nicht bekannt ...

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren